Schulübergreifend Grenzen abbauen

Projekt „Culture on the road“ bringt Jugendliche näher zusammen

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Im Breakdance-Workshop studierten die Schüler einige Choreografien ein.

Hoya - Von Rebecca Göllner-Martin. Kontakt, Kreativität und Partizipation sind die drei Eckpunkte des Projekts „Culture on the road“, das jetzt zwei Tage lang am Hoyaer Schulzentrum Station machte. Ideengeber für das Konzept dahinter ist das Archiv für Jugendkulturen aus Berlin. Ziel von „Culture on the road“ ist es, jugendkulturelle Vielfalt fundiert und authentisch zu vermitteln, das Bewusstsein für politische Themen zu schärfen, tolerante Haltungen zu unterstützen und einen Beitrag zur Gewalt- und Rechtsextremismusprävention zu leisten.

Dass die Referenten bereits zum zweiten Mal zu Gast waren, dafür zeichneten der Präventionsrat der Grafschaft Hoya, das Hoyaer Jugendzentrum „Conexxxx“ in Kooperation mit der Gutenbergschule, der Marion-Blumenthal-Oberschule und dem Johann-Beckmann-Gymnasium verantwortlich. „Wir vom Präventionsrat haben eigentlich nur für die Finanzierung gesorgt, alles andere organisierten das Jugendzentrum und die Schulen“, sagte der Vorsitzende Wilfried Imgarten.

Statt Mathe, Deutsch oder Englisch zu büffeln, tanzten die Schüler der neunten Jahrgänge aller drei Lehreinrichtungen am Dienstag und Mittwoch Hip Hop, sprühten bunte Graffiti auf große Pappen, drehten die Musik beim DJ-Training lauter, schrieben ein Drehbuch oder lernten etwas zur Kultur der rechten Szene. 

Farbenfrohe Graffiti enstanden an den Projekttagen.

Insgesamt 211 Schüler konnten im Vorfeld abstimmen, an welchem der 14 Workshops sie teilnehmen möchten. „Es ist wichtig, die Schüler ab dem ersten Tag mit ins Boot zu holen, sie teilhaben zu lassen“, schilderte Gabriele Rohmann, Leiterin des Archivs für Jugendkulturen. Die Mädchen und Jugend würden nach Interessen und nicht nach Schulform gemeinsam etwas gestalten. „Das bekommt dann eine ganz eigene, tolle Dynamik“, erklärte Bildungskoordinator Julian Gerlach und Mitarbeiter vom Archiv für Jugendkulturen.

Dass das Projekt schulübergreifend stattfand, lobte Lutz Bittner, Leiter des Gymnasiums. „Wenn wir das jetzt öfter machen, gibt es vielleicht künftig weniger Probleme zwischen den Schulformen. Man kann ein besseres Verständnis füreinander schaffen und Konflikte abbauen“, sagte er. Dem stimmte auch Oberschulleiter Marc Badermann zu. Zudem habe eine Schule allein „das Projekt nicht wuppen können“, war er sich sicher.

„Das Projekt ist super bei den Schülern angekommen“, erklärte Hans Albrecht von der Gutenbergschule. Dennoch habe es auch kritische Momente gegeben, in denen Schüler sich untereinandern sozial ausgegrenzt hätten. Doch „Culture on the road“ sei ein gutes Beispiel dafür, wie derartige Probleme in Angriff genommen werden können.

Zumindest für die zwei Tage schien der Plan aufgegangen zu sein. Die Schüler gaben ein positives Feedback, probten gemeinsam Choreografien ein, lachten viel und tauschten sich untereinander aus. „Wir können die Türen nur öffnen, durchgehen müssen sie schon selbst“, sagte Julian Gerlach – und das ist gelungen.

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