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Eltern zahlen für Schulmahlzeit in der Grafschaft Hoya 3,50 Euro: Ausschuss vereinheitlicht Preise

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Von: Rebecca Göllner-Martin

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Das Mittagessen in der Gretel-Bergmann-Grundschule wird gut angenommen. Es werde täglich frisch vor Ort gekocht und eine qualitativ hochwertige Mahlzeit angeboten, meint Steffen Lühring (SPD). archiv
Das Mittagessen in der Gretel-Bergmann-Grundschule wird gut angenommen. Es werde täglich frisch vor Ort gekocht und eine qualitativ hochwertige Mahlzeit angeboten, meint Steffen Lühring (SPD). archiv © grundschule

Samtgemeinde – „Die Lebenshaltungskosten steigen immer mehr. Das ist deutlich in den Portemonnaies der Menschen zu spüren“, sagte am Montag Heiko Lange (CDU/UWGSH/FDP) als stellvertretender Vorsitzender des Schulausschusses der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Und weil eben alles teurer werde, sei es erforderlich, die Entgelte für Mittagessen an der Gretel-Bergmann-Grundschule in Eystrup anzupassen.

Zuletzt ist dies laut Vorlage der Verwaltung im Schuljahr 2015/2016 passiert. Derzeit zahlen Schüler 2,90 Euro für eine warme Mahlzeit sowie Salat und Dessert; für Lehrer kostet das Menü 3,50 Euro. Der Preis soll mit Beginn des neuen Schuljahres auf 3,50 Euro für die Schüler und fünf Euro für die Lehrkräfte steigen und für zwei Schuljahre festgeschrieben werden.

„Ich habe als FSJler an der Schule das Essen selbst genießen dürfen“, sagte Ausschussmitglied Steffen Lühring (SPD). Es werde täglich frisch vor Ort gekocht und eine qualitativ hochwertige Mahlzeit angeboten. Die aus seiner Sicht moderate Erhöhung des Entgelts sei vertretbar, um zukünftig kostendeckend arbeiten zu können. Ähnlich sah es Petra Ahnemann (CDU/UWGSH/FDP): „Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Preise ist eine Anpassung notwendig. Das Essen wird gut angenommen und die gute Qualität soll weitergeführt werden.“ In diesem Punkt herrschte Einstimmigkeit im Gremium. In dem Essenspreis sind zudem Bewirtschaftungskosten (Strom, Wasser, Reinigung) sowie sonstige Sachkosten, beispielsweise für Töpfe und Messer, enthalten. Des Weiteren findet die mögliche Erhöhung der Personalkosten durch einen neuen Tarifvertrag Berücksichtigung.

Diskussionsbedarf gab es dann beim Antrag des Schulelternrates der Grundschule Hoya auf Beteiligung der Samtgemeinde an den Kosten für das Mittagessen. Die Sorge des Schulelternrates und der Schulleitung ist, dass durch eine Preissteigerung der Kosten für das Mittagessen weitere Kinder nicht mehr am gemeinsamen Mittagessen und an der Ganztagsbetreuung teilnehmen werden. Der Lindenhof als Caterer hatte eine Kostenerhöhung von derzeit vier Euro für ein Mittagessen inklusive Salat und Nachtisch auf 4,40 Euro angekündigt. Bereits jetzt sei es so, dass der Eigenanteil von vier Euro für viele Eltern eine finanzielle Belastung darstelle, sagte Hoyas Schulleiterin Sandra Philip-Asmus. Dies sei vor allem für Familien der Fall, die gerade über der Einkommensgrenze liegen würden. Zurzeit würden deshalb insbesondere Kinder das Mittagsangebot in Anspruch nehmen, deren Eltern Leistungen beziehen. Diese Kinder hätten Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, zu denen auch die volle Kostenübernahme für das Mittagessen gehöre.

„Wir sehen die Notwendigkeit, die finanziellen Mittel werden bei allen knapper“, sagte Petra Ahnemann. Aus diesem Grund sei die CDU/UWGSH/FDP-Gruppe für eine Unterstützung durch den Schulträger, allerdings nicht ohne Einschränkungen. Es müsse eine Entwicklung nachvollzogen werden, inwiefern sich die Kostenübernahme auf die Ganztagsbetreuung sowie die Anzahl der Mittagessen auswirke. Zudem solle eine Kostenübernahme auf maximal einen Euro pro Mahlzeit begrenzt werden.

Lars Grotheer (SPD) plädierte mit Nachdruck dafür, mittel- bis langfristig darüber nachzudenken, die Mittagessen in Kindertagesstätten sowie Grundschulen kostenlos anzubieten. Ihm sei bewusst, dass es nicht von heute auf morgen ginge, da das Investitionsvolumen immens sei. Er sprach von mindestens einer halben Million Euro im Jahr. Gleichzeitig sah er keinen Anlass dafür, die Grundschulen in der Samtgemeinde unterschiedlich zu behandeln. Der Eigenanteil der Eltern müsse in Hoya, Bücken, Wechold und Eystrup gleich sein.

Nach einer Unterbrechung der Sitzung zur erneuten Beratung der Parteien ergab sich daher der Vorschlag, dass der Eigenanteil der Eltern jeweils bei 3,50 Euro liegt. Die jeweilige Differenz, an der Grundschule Hoya sind es beispielsweise 90 Cent, übernimmt künftig die Samtgemeinde als Schulträger. Im kommenden Jahr soll dann noch einmal geschaut werden, wie sich dieser Beschluss auf das Anmeldeverhalten der Elternschaft ausgewirkt hat. Des Weiteren kündigte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer an, die Vergabe des Lieferanten im kommenden Jahr europaweit ausschreiben zu wollen, sofern es die personellen Kapazitäten in der Verwaltung hergeben. „Wir stehen da in der Pflicht, dies zu machen“, so Meyer. Daraus würden sich eventuell noch einmal Anpassungen in der Preisstruktur ergeben.

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