Pandemiebewältigung

Corona-Schnelltests: Diese Ärzte in Hoya bieten den kostenlosen Abstrich an

Zügig ein Ergebnis: Mit den Schnelltests ist das möglich. Bisher haben jedoch nur wenige Bürger das Angebot, einen kostenlosen Abstrich in Hoyas Arztpraxen zu machen, in Anspruch genommen
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Zügig ein Ergebnis: Mit den Schnelltests ist das möglich. Bisher haben jedoch nur wenige Bürger das Angebot, einen kostenlosen Abstrich in Hoyas Arztpraxen zu machen, in Anspruch genommen

Hoya – Seit 8. März können sich alle Bürger einmal in der Woche mittels eines Corona-Schnelltests bei Ärzten und in Apotheken kostenlos auf das Virus testen lassen. Dieses Angebot geht auf den aktuell vereinbarten Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin zurück. Die so ergänzte nationale Teststrategie soll bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden.

Die Kreiszeitung hat sich bei einigen Ärzten und Apothekern in Hoya umgehört und nachgefragt, wie es bei ihnen mit den Testungen aktuell aussieht.

Die Gemeinschaftspraxis von Dr. Raimund Binnewies und Dr. Hans-Martin Ernst ist die einzige Einrichtung in der Grafenstadt, die sich als Schnelltest-Praxis bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen online hat listen lassen. „Bei uns können sich Bürger einmal die Woche kostenlos testen lassen.

Allerdings ist der Andrang bisher nicht besonders groß. Täglich testen wir zwischen 15 und 20 Personen. Bei fünf davon handelt es sich um die genannten Schnelltests“, sagt Dr. Binnewies. Insgesamt kämen seit Anfang der Woche nur ein bis zwei Personen mehr zum Testen als vorher. Die Anzahl der Schnelltests sei allerdings begrenzt. Darum sei es wichtig, dass Patienten, die sich abstreichen lassen wollen, vorher immer anrufen, einen Termin vereinbaren und fragen, ob noch Tests verfügbar seien. „Wir müssen das schließlich koordinieren“, begründet er.

Die Einrichtung müsse sich selbst um die Beschaffung kümmern, die Tests würden im Anschluss dann der Kassenärztlichen Vereinigung in Rechnung gestellt werden. „Wir bestellen nie mehr als 100 Stück, da das Risiko besteht, dass wir sie am Ende nicht loswerden. Trotzdem bemühen wir uns natürlich immer, welche vorrätig zu haben“, so der Arzt.

Nach seiner Einschätzung könne es jedoch auch zu Lieferschwierigkeiten kommen. „Das logistische Problem liegt im Nachschub, ähnlich ist es bei den frei verkäuflichen Selbsttest aus den Drogerien und Supermärkten. Die gehen weg wie warme Semmeln“, erklärt Dr. Raimund Binnewies. Das gleiche Problem sieht er bei den Corona-Impfungen. „Gäbe es genug Impfstoff, würde das alles viel schneller gehen. Wir sind in der Praxis aktuell zu fünft und könnten ein bis zwei Ärzte abstellen, die täglich impfen.“

Bezüglich der Schnelltests läuft es in der Arztpraxis Hilger etwas anders. Diese hat sich nicht als Schnelltest-Praxis auf der Liste der Kassenärztlichen Vereinigung registrieren lassen. „Wir bieten die Corona-Schnelltests für unsere Patienten – also intern – an“, erläutert Praxismanager Martin Hilger. Der Andrang halte sich aber auch dort noch in Grenzen. „Die Nachfrage ist relativ gering, bisher haben wir nur zwei Schnelltests durchgeführt. Aber wir sind bevorratet“, verrät er.

Auch die Hausarztpraxis von Dr. Lars Budde bietet die Schnelltests vorerst für ihre eigenen Patienten an. „Wir sind aber dabei, uns von der Kassenärztlichen Vereinigung als Schnelltest-Praxis registrieren zu lassen, haben aber bisher noch keine weiteren Informationen erhalten“, sagt die medizinische Fachangestellte Anja Heitmann. Der Andrang halte sich bisher noch in Grenzen. Die meisten, die sich testen lassen wollen, seien im Alter von 35 bis 55 Jahren. Zudem kümmere sich die Praxis um die regelmäßigen Tests des Lehrpersonals.

Ähnlich sieht es in der Hausarztpraxis von Dr. Heinz Arendt und Anja Zolleck aus. Auch diese hat sich nicht als Schnelltest-Praxis registrieren lassen. „Der Aufwand für die Testungen ist groß“, erläutert der Arzt. Beispielsweise müsse sich der Verantwortliche jedes Mal umziehen und dürfe nur in voller Montur – das bedeutet mit Visier, Schutzanzug und Handschuhen – den Abstrich entnehmen.

Darüber hinaus seien noch nicht alle Details zu der Vergütung geklärt. Trotzdem hätten Patienten sowie Bürger die Möglichkeit, sich in der Arztpraxis mittels eines Corona-Schnelltests auf das Virus kontrollieren zu lassen. „Wir wollen uns diesbezüglich nicht in den Vordergrund schieben. Wir bieten die Tests an, wenn sie gewünscht sind. Wenn aber plötzlich 50 Personen vor der Tür stehen würden, wären wir überfordert“, erläutert er. Aktuell habe sich in der Praxis jedoch auch noch niemand gemeldet, der sich testen lassen wollte. „Es gibt derzeit einfach keine Nachfrage“, fasst der Arzt zusammen.

Neben den Ärzten könnten sich laut Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin Angela Merkel Bürger auch in den Apotheken kostenlos abstreichen lassen. Sowohl die Rats-Apotheke als auch die Bären-Apotheke und die Adler-Apotheke könnten diesen Service jedoch nicht anbieten, erklären sie auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Laut Meike Schumacher von der Bären-Apotheke sei es schwierig, die Bedingungen für die Testungen zu schaffen. „Wir haben dafür zu wenig Personal und auch der entsprechende Platz in den Räumlichkeiten fehlt.“ Ebenso geht es dem Team von der Rats-Apotheke. „Das können wir personell sowie räumlich nicht leisten“, bekräftigt Inhaber Fred Droegmöller das Problem.

Die Adler-Apotheke warte zudem noch auf weitere Infos der zuständigen Verbände. „Die Testungen sind auch für uns aufgrund des wenigen Personals und der entsprechenden Räumlichkeiten nicht umsetzbar – und das geht sicherlich den meisten so“, erläutert Filialleiterin Annette Fischer.

Dies sind die Unterschiede zwischen Schnelltest, Selbsttest und PCR.

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