Schlesische Philharmonie und Solistin bieten eindrucksvoller Konzertabend

Junge Violinistin mit Temperament und Präzision

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Marie-Claudine Papadopoulos spielte Mozarts Violinkonzert temperamentvoll und zugreifend.

Von Georg Sättler. Klassische Musik, also Musik aus der Zeit der Klassik im wahrsten Sinne des Wortes, stand auf dem Programm des Sinfoniekonzerts, das der Kulturkreis Grafschaft Hoya jetzt rund 150 Musikinteressierten in der Hoyaer Martinskirche präsentierte. Auch viele auswärtige Gäste lauschten dem Konzert der renommierten Schlesischen Philharmonie Breslau unter der Leitung des international bekannten Dirigenten Volker Schmidt-Gertenbach.

Das Konzert begann mit der sogenannten Klassischen Sinfonie von Sergej Prokofiew, uraufgeführt 1918, aber komponiert im Stile von Josef Haydn (1732-1809), natürlich mit modernen Elementen des 20. Jahrhunderts und parodistischer Verwendung von musikalischen Elementen der Frühklassik.

Höhepunkt des ersten Konzertteils war der Auftritt der jungen Geigerin Marie-Claudine Papadopoulos, eine Französin mit teilweise griechischen Wurzeln, die an den Musikhochschulen in Karlsruhe und Mannheim studierte und jetzt in München ansässig ist. In Straßburg, dem Sitz des Europarats, aufgewachsen versinnbildlicht sie in bester Weise das Zusammenwachsen Europas, jedenfalls in kultureller Hinsicht.

Auf dem Programm stand das Violinkonzert G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, das der Salzburger Meister 1775 mit 19 Jahren komponierte. Wer bei der jungen Virtuosin eine schlanke und filigrane Interpretation erwartet hatte, musste sich bereits nach den ersten Takten eines Besseren belehren lassen. Temperamentvoll und zugreifend, auf höchstem technischen Niveau, sehr ausdrucksstark und bestens abgestimmt mit der Begleitung des polnischen Klangkörpers brachte sie das Publikum zum Staunen.

Dazu passte bestens auch die ihr vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellte Violine von Petrus Guarnerius aus dem Jahr 1745, deren Wert man nur erahnen kann und die aufgrund ihres Tonvolumens auch viel größere Konzertsäle als die alte Martinskirche ausfüllen kann.

Ergreifend dann als Zugabe das Präludium aus der Partita E-Dur von Johann Sebastian Bach, das die Solistin technisch perfekt und musikalisch überzeugend darbot. Lang anhaltender Beifall war der Lohn für eine überzeugende Künstlerin, die sichtlich Freude daran zu haben schien, im Ambiente der Martinskirche spielen zu können.

Das Gleiche gilt für das Orchester, das nach der Konzertpause mit der Sinfonie Nr. 2 D-Dur von Ludwig van Beethoven alle Register zog. Technisch auf höchstem Niveau in allen Stimmen zeigte das Ensemble mit rund 40 Musikern, dass es für Beethovens frühe Sinfonien kein Orchester mit 60 bis 80 Mitspieler bedarf. Mit Mozarts Ouvertüre zur Oper „Figaros Hochzeit“ endete ein eindrucksvoller Musikabend.

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