Schulen erhalten mehr Geld

„Wenigstens der Schulträger ist verlässlich“

Hoya - Von Michael Wendt. Depri-Stimmung im Schulausschuss der Samtgemeinde: Als Hoyas Grundschulleiterin Anne Wasner am Mittwochabend von unter 80 Prozent Unterrichtsversorgung sprach und Elternvertreterinnen erklärten, dass es am Gymnasium und an der Oberschule auch nicht viel besser sei, mussten die Anwesenden erst einmal gewaltig schlucken.

Doch die Unterrichtsversorgung war eigentlich gar kein Thema für den Ausschuss, denn die Samtgemeinde ist nur für die sachliche und räumliche Ausstattung der Schulen zuständig, und dies auch nur bei den Grundschulen. Diese Aufgabe erfüllt sie zuverlässig gut, attestierten ihr die Schulleiter.

Die Sitzung fand in der Mensa der Grundschule Hoya statt. Nachdem die Schulleiter aus Bücken, Eystrup, Hassel und Wechold von der Situation an ihren Schulen berichtet hatten, sagte Hoyas Schulleiterin Anne Wasner: „Zusatzangebote, die eigentlich zu einer guten Schule gehören, wie das Brückenjahr oder AGs, können wir nicht mehr anbieten. Erteilt wird nur der Unterricht.“ Zwar seien zwölf Lehrer anderer Schulen nach Hoya abgeordnet, wo es aufgrund der starken Schülerzahlen seit August erstmals drei erste Klassen gibt. Doch sei eine Abgeordnete schwanger und viele andere seien nur stundenweise an der Grundschule, könnten also keine Langzeitfächer unterrichten. Auch müsse die Grundschule sehen, wie sie Lehrer mit Französisch-, Latein- oder Spanisch-Studium einsetzt.

Apropos Sprache: 40 Prozent (74 von 184 Schülern) an der Grundschule Hoya haben nicht Deutsch als Muttersprache. Deshalb hat die Schule eine Sprachlernklasse eingerichtet, geleitet von pensionierten Lehrern der Oberschule. Dort werden Schüler mit geringen Deutschkenntnissen in einigen Fächern separat unterrichtet. Andere Fächer wie Musik, Kunst oder Sport haben sie in den regulären Klassen.

Verlässliche Planung sei nicht möglich

Eine verlässliche Planung sei durch die Abordnungen nicht möglich, kritisierte Anne Wasner. Auch Eystrups Schulleiterin Cornelia Kehlbeck-Raupach hatte geschildert, dass Abordnungen für Eystrup erst nach den Sommerferien bekannt gegeben wurden – da waren die Stundenpläne schon fertig, und man musste wieder neu planen.

Anne Wasner lobte ausdrücklich die Samtgemeinde: „Der Grundschule tut es gut, wenigstens vom Schulträger Verlässlichkeit zu haben. Von der Landesschulbehörde gibt es die eher nicht.“

Im Anschluss richtete sie sogleich den Wunsch nach einem Bewegungsraum an die Samtgemeinde. „Wir brauchen den auch, weil die Turnhalle nicht direkt an der Schule, sondern an der Knesestraße liegt“, sagte sie.

Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer sagte, dass der Raum unter Lehrerzimmer und Sekretariat eingerichtet werden solle. Es sei das einzige größere Bauprojekt an den hiesigen Grundschulen. Alles andere habe die Samtgemeinde in den vergangenen Jahren abgearbeitet.

„Anträge mit Augenmaß und zielgerichtet formuliert“

Den Tagesordnungspunkt „Haushalt 2018 – Anträge auf Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel für die Anschaffung von Ausstattungsgegenständen für besondere Projekte“ diskutierte der Rat nicht. Dazu äußerte sich nur Heiko Lange (Hassel) für die Gruppe aus CDU, UWG und FDP. „Wir können konstatieren, dass die Schulen moderne Informationstechnik wie Whiteboards und Dokumentenkameras nutzen. Das begrüßten wir sehr und unterstützen es gerne. Alle Anträge sind mit Augenmaß und zielgerichtet formuliert“, sagte er.

Geschlossen empfahl der Schulausschuss daraufhin dem Samtgemeinderat, die von den Schulen gewünschten Haushaltsmittel für Mobiliar, Computer und sonstige Einrichtungsgegenstände 2018 zur Verfügung zu stellen, insgesamt knapp 59.000 Euro.

Was die Schulen genau anschaffen wollen, haben sie der Samtgemeinde in ihren Anträgen geschildert. Sie sind im Ratsinformationssystem auf www.grafschaft-hoya.de einsehbar.

Die fünf Grundschulen im Vergleich:

Schule

Bücken

Eystrup

Hassel

Hoya

Wechold

Schüler

125

145

63

184

96

Klassen

8

8

4

10

6

Unterrichtsversorgung

100%

100%

100%

74-77%

99%

Rubriklistenbild: © dpa

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