Aktivkohlefilter-Anlage läuft seit 2017

Kreistagsgruppe Grüne/Linke informiert sich über Trinkwasser-Aufbereitung

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Die Kreistagsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke besucht mit Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer (3. von links) das Wasserversorgungswerk.

Samtgemeinde - Die Kreistagsgruppe Bündnis 90/Die Grünen/Die Linke besuchte zusammen mit Werner Frenz, Vorsitzender des Kreisverbands, die Samtgemeinde Hoya, um sich über die Aufbereitung von Trinkwasser der Wasserversorgung Hoya zu informieren. In seiner Einführung erläuterte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer die Gründe, die zum Bau der Aktivkohlefilteranlage im vergangenen Jahr führten.

In der zu versorgenden Region gibt es zehn Gemeinden mit etwa 18.000 Einwohnern. Pro Jahr werden 900.000 Kubikmeter Wasser benötigt. Seit 2011 waren laut Pressemitteilung der Kreistagsgruppe durch das „Umwelt Control Labor“ (UCL) überhöhte Werte von Abbauprodukten aus Pflanzenschutzmitteln (PSM) im Grundwasser nachgewiesen worden, das für die Aufbereitung zu Trinkwasser vorgesehen gewesen sei.

„Der Befund des UCL führte dazu, dass während der nachfolgenden sechs Jahre für 870.000 Euro Trinkwasser von den Harzwasserwerken gekauft werden musste – getragen von der Allgemeinheit“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach Erörterung möglicher Alternativen sei schließlich der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage mit Aktivkohlefilter beschlossen worden. Diese ist seit Juni 2017 fertiggestellt. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro.

Im Anschluss an diese Einführung besuchte die Gruppe zusammen mit Samtgemeindebürgermeister Meyer die neue Anlage. Das UCL überwacht fortlaufend die Wasserqualität des filtrierten Wassers und den Gehalt an den erwähnten Abbauprodukten, die nach Inbetriebnahme der Anlage ständig unter den angegebenen Grenzwerten liegen. 

Wasserpreise sollen 2019 steigen

Laufende, jährliche Betriebskosten von etwa 110.000 Euro fallen durch die Reinigung von Aktivkohle aus einem der drei Filtertürme an. Detlef Meyer informierte die Gruppe auch über die aktuellen Wasserpreise, die sich derzeit auf 1,15 Euro pro Kubikmeter belaufen; allerdings sei eine Preiserhöhung auf 1,25 Euro für das nächste Jahr vorgesehen.

Vorgestellt wurde außerdem eine Pilotanlage zur Reinigung von Wasser, die kurz vor ihrer Fertigstellung steht. Ihre Überwachung und Analysen der Ergebnisse werden durch die Hochschule Wolfenbüttel wissenschaftlich begleitet.

„Trotz aller Bemühungen seitens der Samtgemeinde scheinen aber weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung mit sauberem Trinkwasser unvermeidlich. Nitrat- oder Phosphatbelastungen, die im Augenblick noch unterhalb der Grenzwerte liegen, werden zum Beispiel nicht durch die neue Anlage herausgefiltert. Betriebe aus dem Nordwesten Niedersachsens versuchen vermehrt, Flächen für Gülleentsorgung auch im Landkreis Nienburg aufzukaufen“, heißt es in der Pressemitteilung der Kreistagsgruppe. 

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Faktor fürs Trinkwasser

Wenig überraschend erhöhten sich durch die Nachfrage die Preise für Ackerland, die mittlerweile bei sechs bis zehn Euro pro Quadratmeter liegen würden. Insofern seien die Anforderungen für die Samtgemeinde beispielhaft für den Landkreis, der sich laut Grünen und Linken zunehmend mit den Folgen einer industriellen Landwirtschaft auseinandersetzen müsse.

Die Kreistagsgruppe kommt nach Bewertung der aktuellen Situation zur Schlussfolgerung, „dass die wirksamste und günstigste Strategie zum Schutz unseres Trinkwassers und auch der Umwelt in einer konsequenten Vermeidung des Eintrags von Pestiziden, Gülle und allen anderen potenziellen Schadstoffen besteht“, heißt es abschließend.

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