Sarah Stegmann (24) gehört zu den jüngsten Ratsmitgliedern in Hilgermissen

„Spannend, Zusammenleben vor Ort mitzugestalten“

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Sarah Stegmann engagiert sich in ihrer Freizeit für ihre Gemeinde – als eines der jüngsten Ratsmitglieder.

Hilgermissen - Von Alena Staffhorst. Sarah Stegmann ist 24 Jahre alt. Die gebürtige Ubbendorferin studiert Industriedesign in Osnabrück. Häufig kommt sie noch in die Heimat. Grund dafür sind nicht nur Familie und Freunde – Sarah Stegmann ist ehrenamtlich im Hilgermisser Rat vertreten.

Als eines der jüngsten Ratsmitglieder – vermutlich nicht nur in der Samtgemeinde Hoya – spricht sie im Interview über ihre Motivation, sich für ihre Gemeinde zu engagieren, die Vor- und Nachteile, eine der Jüngsten in der lokalen Politik zu sein, und den Grund, warum sie sich keine Karriere als Politikerin vorstellen kann.

Seit wann sind Sie in der Politik aktiv?

Sarah Stegmann: Erst, seitdem ich 2011 für die Wählergemeinschaft Hilgermissen in den Rat der Gemeinde gewählt wurde.

Wie ist es dazu gekommen?

Stegmann: Dietrich Abel – das ist ein Bekannter von mir – hat mich angesprochen. Er war lange Zeit im Rat aktiv und meinte, dass er es nicht mehr schafft. Auf der Suche nach einem Nachfolger hat er speziell auch Jüngere angesprochen, damit sie stärker im Rat vertreten sind. So kam er dann auch auf mich.

Haben Sie sich vorher schon für Politik interessiert?

Stegmann: Eigentlich gar nicht so. Aber ich fand es eine interessante Herausforderung – besonders auch, weil es um den Ort geht, wo ich herkomme.

Wie kann man sich die Arbeit eines Ratsmitglieds vorstellen? Was haben Sie für Aufgaben?

Stegmann: Hauptsächlich geht es darum, Sitzungen zu besuchen. Zusätzlich zu den Ratssitzungen treffen wir uns regelmäßig innerhalb der Fraktion und mit dem Kulturausschuss, in dem ich vertreten bin. Auch bekommen wir vor den Sitzungen von der Verwaltung meist einiges zum Lesen.

Und darüber hinaus?

Stegmann: Wer möchte und die Zeit hat, kann sich darüber hinaus noch mehr engagieren. Ich habe ja zum Beispiel gerade das Projekt mit den Studenten aus Osnabrück organisiert, die sich hier Gedanken für eine bessere Orientierung auch ohne Straßennamen machen. Der Zeitaufwand ist also unterschiedlich, jeder kann es selbst steuern.

Was gefällt Ihnen an der Ratsarbeit?

Stegmann: Besonders spannend finde ich, dass man sein Umfeld und das Zusammenleben vor Ort mitgestalten kann. Es ist auch toll, ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken. Man erlebt, wie Entscheidungen getroffen werden. Wenn beispielsweise eine Straße erneuert wird, denken bestimmt einige, dass das einfach jemand entschieden hat. Viele wissen nicht, was eigentlich dahinter steckt, welche Leute sich wie viele Gedanken gemacht haben. Es ist schön, das mal ein bisschen mitzubekommen.

Stört es Sie, dass Sie zu den jüngsten Ratsmitgliedern gehören?

Stegmann: Nein, das ist ja mehr oder weniger normal. Es war mir vorher bewusst, daher stört es mich nicht sonderlich.

Kamen schon mal blöde Sprüche von Älteren, die Sie aufgrund Ihres Alters vielleicht nicht ernst genommen haben?

Stegmann: Nein, das habe ich bis jetzt noch nicht erlebt.

Was denken Sie, warum sich so wenig junge Leute in den Räten engagieren?

Stegmann: Wahrscheinlich liegt es daran, dass viele einfach gar nicht auf die Idee kommen. Vielen ist, glaube ich, nicht bewusst, inwieweit man sich in der eigenen Stadt oder Gemeinde einbringen kann. Es müsste vielleicht mal ein bisschen mehr publik gemacht werden.

Wo sehen Sie die Vorteile der jüngeren Ratsmitglieder?

Stegmann: Es macht sich auf jeden Fall super im Lebenslauf, wenn man sich ehrenamtlich engagiert. Auch kann man sich so für die eigenen Interessen einsetzen, die vielleicht nicht so oft berücksichtigt werden, wenn nur ältere Leute im Rat sitzen.

Gibt es Themen, die Sie besonders interessieren?

Stegmann: Ich bin im Kulturausschuss. Der Bereich interessiert mich besonders, da dort das Zusammenleben im Vordergrund steht. Aktuell diskutieren wir beispielsweise über einen möglichen Tag des Ehrenamts. Auch die Ferienkiste finde ich toll, da sie den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde fördert.

Könnten Sie sich eine Karriere als Politikerin vorstellen?

Stegmann: Nein, ich möchte nicht auf höherer Ebene Politik machen. Es gibt auch keine Partei, der ich mich aktuell anschließen würde.

Warum nicht?

Stegmann: Weil ich nicht die Meinung einer Partei vertreten möchte, sondern hier vor Ort etwas bewegen und dazu beitragen möchte, dass wir hier gut zusammenleben. Auf höherer Ebene wäre man – so stelle ich es mir jedenfalls vor – etwas eingeschränkter.

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