Samtgemeinde-Politiker stimmen für „überzeugendes“ Konzept

Neuer Name und neue Räume für Eystruper Schule

Von Michael WendtMit einem neuen Namen startet die Grund- und Hauptschule Eystrup (GHS) im September ins Schuljahr 2015/2016: Sie heißt dann „Gretel-Bergmann-Grundschule Eystrup“ – vorbehaltlich der Zustimmung vom Samtgemeinderat und der Namenspatronin. Der Schulausschuss der Samtgemeinde hat sich am Dienstagabend in seiner Sitzung in der GHS einstimmig für den von der Schule vorgeschlagenen Namen ausgesprochen.

Zu Beginn der Sitzung hatten die Leiter der fünf Grundschulen in der Samtgemeinde kurz über die allgemeine Lage an ihren Schulen informiert.

Und bereits im Vorfeld hatte sich der Schulausschuss durch die Grund- und Hauptschule Eystrup führen lassen, denn auf der Tagesordnung der Sitzung stand auch die Abstimmung über das von der GHS vorgelegte neue Raumkonzept. Hintergrund: Im Sommer machen die letzten Hauptschüler ihren Abschluss in Eystrup, und die Hauptschule wird aufgelöst. Damit stehen der dann in „Gretel-Bergmann-Grundschule Eystrup“ umbenannten GHS künftig mehr Räume zur Verfügung. Für deren Nutzung hat eine Arbeitsgruppe aus Lehrerinnen ein Konzept erarbeitet.

Schulleiterin Cornelia Kehlbeck-Raupach erläuterte den Ausschuss-Mitgliedern das Konzept bei einem Ortstermin. Ein Punkt von vielen: Für je zwei Klassenräume soll ein Gruppenraum zur Verfügung stehen, um bei Bedarf mit kleineren Schülereinheiten arbeiten zu können.

Die Ausschuss-Mitglieder sprachen sich einstimmig für das Konzept aus. Manfred Ernst (SPD), der auch Eystruper Bürgermeister ist, lobte: „Wir haben in anderen Gremien darüber nachgedacht, was wir machen, wenn die Hauptschule aus dem Gebäude geht. Es war nichts so überzeugend wie das hier vorgelegte Konzept.“ Gaby Fahrenholz (CDU) sagte: „Wir sind auch mehr als zufrieden mit dem Konzept.“

Skeptischer zeigte sich Fahrenholz bei dem von der Schule gewünschten Namen: „Wir hätten uns einen regionalen Bezug gewünscht.“ Weil aber der Name vorrangig zum Schulprofil passen sollte, könne man dem zustimmen.

Cornelia Kehlbeck-Raupach hatte zuvor den Prozess der Namensfindung erläutert. Die GHS legt viel Wert auf Sport und gesunde Ernährung und ist als „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet. Zu diesen Schwerpunkten passe der Name Gretel Bergmann hervorragend. „Er hat zwar keinen Ortsbezug, aber es ist ein sehr ehrender Name“, sagte Manfred Ernst.

An der Namenssuche waren auch die Eystruper Bürger beteiligt worden. Sie hatten sich beim Weihnachtsmarkt mehrheitlich für den Eystruper Imker Gustav Dathe (1813-1880) ausgesprochen. Der hat in Eystrup gelebt, ist als Pionier der Bienenzucht berühmt geworden und war sogar Pädagoge. „Leider war er aber ein im wahrsten Sinne des Wortes ,schlagender‘ Pädagoge und musste aus dem Schuldienst entlassen werden“, erklärte Manfred Ernst.

Kurzporträt Gretel Bergmann:

Gretel Bergmann wurde 1914 im schwäbischen Laupheim geboren und lebt heute 101-jährig in New York. In den 30er-Jahren galt sie als weltbeste Hochspringerin. 1931 sprang sie erstmals deutschen Rekord, nach der Machtergreifung der Nazis studierte sie in England und gewann dort 1934 die nationale Meisterschaft. Als die USA drohten, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin zu boykottieren, zwangen die Nazis Gretel Bergmann zur Rückkehr, gaben ihr letztlich aber doch keine Starterlaubnis. 1937 wanderte Gretel Bergmann nach New York aus, heute heißt sie Margaret Bergmann-Lambert. Ihr Leben zeichnete 2009 der Kinofilm „Berlin ‘36“ nach.

mwe

Rubriklistenbild: © dpa

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