19-Jährige arbeitet als FSJlerin im Kindergarten „Wundertüte“

Pia Rodekohr sammelt Erfahrungen fürs Leben

Die Kinder liebten es, wenn die FSJlerin Pia Rodekohr ihnen vorlas. - Foto: Anne Schmidtke

Windhorst - Von Anne Schmidtke. Immer wieder verstellt Pia Rodekohr beim Vorlesen ihre Stimme, damit die Kinder sich besser in die unterschiedlichen Charaktere der Geschichte hineinversetzen können. Aufmerksam lauschen die Kleinen dem Märchen „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Pia hat sichtlich Spaß an dem, was sie tut. Die 19-Jährige absolvierte gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kindergarten „Wundertüte“ in Windhorst, das am Freitag endete. Nun sucht die Einrichtung für sie eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger.

„Ich bin durch einen Zeitungsartikel auf das FSJ im Kindergarten aufmerksam geworden“, sagt Pia Rodekohr. Sie habe daraufhin in der „Wundertüte“ angerufen. Dort habe man ihr erzählt, dass sie vorbeikommen und einen Tag hospitieren soll. Anschließend hatte sie den Job. Sie trat ihre Stelle am 1. September an.

„Ich finde es schön, dass die Einrichtung so klein ist und ich zu allen Kindern eine Beziehung aufbauen konnte“, sagt die 19-Jährige, die die zwei Erzieher in der Krippe unterstützte. Das Team kümmert sich um zehn Mädchen und Jungen im Alter von etwa ein bis drei Jahren. Zudem gibt es im Kindergarten noch eine Gruppe für Drei- bis Sechsjährige, die 18 Kinder besuchen.

Wenn Pia um 8 Uhr in die Kindertagesstätte kam, schlüpfte sie als erstes in die Rolle der Vorleserin, um die Kleinen über die Trennung von den Eltern hinwegzutrösten. Dann half sie ihren Kolleginnen und den Kindern, das gemeinsame Frühstück vorzubereiten. Nach dem Essen war sie bis 13 Uhr als ständige Ansprechpartnerin für ihre kleinen Schützlinge da. Sie malte, spielte, knetete oder ging mit ihnen nach draußen auf das große Außengelände des Kindergartens. „Donnerstags backte ich zudem mit ein bis zwei Kids immer Brot für das Frühstück“, sagt Pia.

Bevor rund die Hälfte der Mädchen und Jungen mittags von den Erziehungsberechtigten wieder abgeholt wird, verabschieden sich alle von-einander. Sie essen Obstsalat, zu dem die Kids jeden Tag etwas beitragen, und singen. Danach gibt es für die Kinder, die bleiben, Mittagessen. „Anschließend habe ich den Kindern wieder vorgelesen, mit ihnen gespielt, gemalt, geknetet oder getobt“, sagt Pia. Manchmal habe sie auch Konflikte gelöst. Um 15 Uhr hatte sie dann Feierabend. In ihrer Freizeit spielt die 19-Jährige Klavier und Trompete und trifft sich mit ihren Freunden.

Demnächst beginnt die Mehringerin, die 2015 in Hoya ihr Abitur absolvierte, eine Ausbildung zur Logopädin in Bückeburg (Landkreis Schaumburg). „Ich denke, dass mir das FSJ sehr viel für meinen späteren Beruf gebracht hat. Schließlich arbeitet man als Logopädin auch mit Kindern zusammen. Ich weiß nun, wie man auf die Mädchen und Jungen zugehen sollte“, sagt Pia. Zudem sei sie in den vergangenen Monaten erwachsener geworden und habe gelernt, sich in einem Team zu arrangieren.

Für ihre Arbeit bekam sie im Monat rund 400 Euro Taschengeld vom Verein „Kinderladen-Initiative Hannover“, der der Träger des FSJ war. Der Verein organisierte Seminare unter anderem zu den Themen Eingewöhnung und Entwicklungsstufen und jetzt zum Abschluss des FSJ eine fünftägige Fahrt nach Polen, an der alle 60 Freiwilligendienstleistenden teilnehmen, die der Verein betreut. Los geht es heute. Daher musste sich Pia auch schon am Freitag von den Kindern der „Wundertüte“ verabschieden, obwohl die Einrichtung erst am 1. Juli in die Sommerpause geht.

www.wundertuete-windhorst.de

www.kila-ini.de/freiwilliges-soziales-jahr

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