Resource „Fläche“ ist kostbar / Umweltministerium schaut in Hoya vorbei

Planspiel Flächenhandel: Erster virtueller Handelstag

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Peter Fritsch (links) vom Bundesumweltministerium und Peter Bruns (sitzend) vom Bauamt der Samtgemeinde Hoya analysieren den ersten Handelstag. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und Antje Grünhagen (Bauamt) schauen gespannt zu.

Von Andree Wächter. Die Samtgemeinde beteiligt sich am Modellversuch „Planspiel Flächenhandel“. In dem Spiel werden Zertifikate gehandelt, die jede Kommune braucht, um zukünftige Wohn- oder Gewerbegebiete in Außengebieten zu erschließen. Gestern wurde im Rathaus der erste Handelstag durchgespielt. Die Simulation gehört zur Nachhaltigkeits-Strategie der Bundesregierung. Ein Ziel davon ist eine Begrenzung der neu bebauten Flächen auf maximal 30 Hektar pro Tag im Bundesgebiet im Jahr 2020. In den 90er-Jahren wurden rund 120 Hektar pro Tag zugebaut.

Als eine Möglichkeit, zum Ziel zu kommen, prüft die Bundesregierung die Einführung eines Zertifikatehandels nach dem Vorbild des EU-weiten CO2-Zertifikatehandels. Die Kommunen müssen also Zertifikate kaufen oder verkaufen. In der Summe dürfen 30 Hektar nicht überschritten werden. Ein Zertifikat hat den Wert von 1000 Quadratmetern. Jährlich bekommt jede der 88 beteiligten Kommunen einen Grundstock an Zertifikaten. Die Anzahl richtet sich nach ihrer Größe. Hoya startete mit neun.

Am gestrigen ersten Handelstag galt es nun Zertifikate zu kaufen oder zu verkaufen. „Das ist ein bisschen wie an der Börse“, sagte Peter Fritsch vom Bundesumweltministerium. Der gebürtige Twistringer war als Beobachter im Rathaus. Ein weitere Grund war die Annahme, dass Hoya eine von wenigen Kommunen sein wird, die kauft. Und so war es auch. Im Zeitraffer wurden die kommenden Jahre durchgespielt. Pro Jahr gab es zwei Phasen. In der ersten Phase wurde mit den Zertifikaten gehandelt. Dazu gab Bauamtsmitarbeiter Peter Bruns eine Anzahl von gewünschten Zertifikaten und einen Preis ein. Andere Kommunen gaben einen Verkaufspreis ein. Diese Phase dauerte drei Minuten pro Jahr.

In der zweiten Phase (zwei Minuten) galt es, Wohn- oder Gewerbegebiet zu entwickeln. Spannend war die Übersicht der Kosten, also die Aussage, nach wie vielen Jahren sich ein Gebiet rechnet – oder ob es ein Zuschussgeschäft bleibt. Wäre die Simulation Realität, wäre sie ein Hilfsmittel für Politiker. Das langfristige Ziel ist es, aus diesem Planspiel ein Gesetz zu entwickeln, sagte Fritsch.

Die Resource „Fläche“ ist kostbar. „Dafür das Bewusstsein schaffen ist ein Ziel des Planspiels“, sagte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer.

Mit den gekauften Zertifikaten kann die Samtgemeinde mehr Fläche bebauen, als ihr zusteht. Kommunen, die Zertifikate verkauft haben, schränken sich ein. Die Mehreinnahmen können sie aber für die Entwicklung von Baulücken oder zur Innenstadtaufwertung verwenden. Dieses Vorgehen könnte Leerstände verringern und die Umwelt schonen.

Der erste Zertifikate-Handelstag war bereits für den 23. April geplant, fiel aber aus, weil die Server überlastet waren.

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