VGH-Reisebüro Hoya

„Reisen ist komplizierter geworden“: Ohne Piks sieht es düster aus

Stehen beratend zur Seite: Die beiden Tourismuskauffrauen Sigrid Linde-Rohlfs (links) und Sina Bremer helfen ihren Kunden gern beim Ausfüllen der Formulare.
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Stehen beratend zur Seite: Die beiden Tourismuskauffrauen Sigrid Linde-Rohlfs (links) und Sina Bremer helfen ihren Kunden gern beim Ausfüllen der Formulare.

Hoya – Reisen ist heutzutage komplizierter und viel aufwendiger geworden als noch vor Corona-Zeiten. Besonders wichtig dabei: der Impfstatus. „Um diese Frage kommen wir nicht drum herum, wenn Kunden bei uns ins Büro kommen“, erzählen Sigrid Linde-Rohlfs und Sina Bremer über ihre Arbeit im Reisebüro der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH).

Denn wer den schützenden Piks nicht erhalten hat, für den sieht es düster aus. „Einige Reiseziele fallen für Ungeimpfte meistens komplett weg“, so Bremer. Insbesondere handelt es sich dabei um die vom Robert-Koch-Institut deklarierten Hochrisikogebiete, wozu aktuell Teile der Niederlande, Dänemark, Griechenland und Belgien gehören. Damit sei es jedoch ein Hin und Her. Denn der Status mancher Länder ändere sich innerhalb kürzester Zeit. Man müsse aber nicht nur darauf achten, ob Deutschland die Ziele zum Hochrisikogebiet erklärt habe, sondern auch wie das Reiseland die Corona-Lage in Deutschland einschätze.

Wer sich als Ungeimpfter für die Reise in ein solches Land – wenn es einen dann auch wirklich hinein lässt – entscheidet, der muss anschließend eine Zeit lang in Quarantäne. Zusätzlich können auch regelmäßige Testungen vor Ort verlangt werden. Bei der Einreise in ein Hochrisikogebiet sowie bei der Rückreise nach Deutschland ist ebenfalls die Vorlage eines negativen Testergebnisses Pflicht.

Zudem würden einige Länder und auch Veranstalter, darunter beispielsweise die von Kreuzfahrtreisen, künftig auf die 2G-Regel setzen. „Dann kommen nicht einmal Kinder, die sich noch nicht haben impfen lassen oder Personen, die den Piks aus gesundheitlichen Gründen nicht empfangen können, auf das Schiff“, meint Sigrid Linde-Rohlfs.

„Die Leute wollen unbedingt reisen“ – und die meisten sind auch geimpft

Die meisten, die ins Reisebüro nach Hoya kämen, seien jedoch geimpft. „Die Leute wollen unbedingt reisen. Dafür sind sie aktuell auch bereit, mehr Geld auszugeben und etwas Besonderes zu buchen“, weiß Sigrid Linde-Rohlfs, die sich ebenso wie ihre Kollegen trotz der schwierigen Zeit auch weiterhin mit Herzblut dafür einsetzt, dass jeder ein passendes Angebot findet.

Hat man sich ein Reiseziel ausgesucht, dessen Bestimmungen man auch erfüllt, folgen weitere Formalitäten. Denn es gilt – je nach Reiseland – ein seitenlanges Einreiseformular auszufüllen, in dessen Rahmen beispielsweise Angaben über den Impfstatus, den jeweiligen Impfstoff und Kontaktdaten auszufüllen sind. Dafür müsse man sich online registrieren und erhalte später einen Code. „Diese Unterlagen werden unter anderem auch am Flughafen kontrolliert“, sagen die beiden Tourismuskauffrauen. Ohne Handy und ohne eigene E-Mail-Adresse sei reisen aktuell daher im Prinzip nicht möglich, was meist besondere Schwierigkeiten für die ältere Generation bedeute. Viele würden sich vor den komplizierten Formalitäten scheuen. Sigrid Linde-Rohlfs und Sina Bremer versichern jedoch, dass sie jedem Kunden dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wegen all dem, was zu beachten ist, sei eine Beratung und anschließende Buchung zwar viel zeitintensiver, doch die beiden Tourismuskauffrauen sind trotzdem mit Leidenschaft bei der Sache. Auch wenn sie an einer Reise im Vergleich zum Aufwand nun viel weniger verdienen. Vor allem, da eine Provision erst dann ausgezahlt werde, wenn der Kunde auch tatsächlich abgereist sei. In Zeiten der Pandemie könne man daher nie mit einem sicheren Umsatz rechnen. Denn es könne beispielsweise immer passieren, dass ein Kunde von der Reise zurücktrete, da bei vielen Veranstaltungen durch eine sogenannte Flex-Option eine kostenlose Stornierung noch bis kurz vor Reiseantritt möglich ist.

Rat zu Reiserücktrittsversicherung und Covid-Zusatzversicherung

Die beiden raten dazu, sowohl eine Reiserücktrittsversicherung als auch eine Covid-Zusatzversicherung abzuschließen, um bei einer Corona-Erkrankung kurz vor Reisebeginn abgesichert zu sein. Die „normale“ Reiserücktrittsversicherung allein greife während einer Pandemie und damit bei einer Covid-Erkrankung oder einer Quarantänepflicht nämlich nicht. Auf diese Weise könnten Kunden jedoch sicher sein, die Kosten rückerstattet zu bekommen.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Nienburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Diese Frage sorgte bereits zu Beginn der Pandemie 2020 für erhebliche Unsicherheit. „Das Telefon klingelte in einer Tour“, erinnert sich Linde-Rohlfs. Darüber hinaus wurden etliche Reisen immer und immer wieder verschoben, viele Veranstalter stornierten ihr Angebot. „Alles, was man verkauft hatte, ging den Bach runter.“ Darunter litten auch die Zahlen: 2020 hätten die Tourismuskauffrauen aus Hoya nur 15 Prozent des Umsatzes von 2019 erzielt. 2021 seien es aktuell immerhin rund 30 Prozent. Öffentliche Corona-Fördermittel erhält das Hoyaer Büro übrigens nicht.

Angesichts dessen würden nicht nur die Kunden auf eine Verbesserung der Pandemie-Lage hoffen, sondern auch das Reisebüro-Team aus der Grafenstadt. Da der Januar zu den Hauptbuchungsmonaten gehöre, sei das Büro in Hoya 2022 durchgehend sowie auch wieder samstags geöffnet. Eine vorherige Terminvereinbarung sei ebenfalls möglich. „Wir hoffen einfach, dass dann wieder mehr los ist“, blicken die beiden Tourismuskauffrauen optimistisch in die Zukunft.

Kontakt: VGH-Reisebüro, am Bahnhof 1, Hoya, 04251/93550, reisebuero@vgh-reisen.de

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