Reaktionen auf die Sparkassen-Pläne

Volksbank: keine Schließung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Hassel/Wechold - Von Michael Wendt. Die Sparkasse hat mit ihrer Ankündigung, die Geschäftsstellen in Hassel und Wechold zum 30. Juni zu schließen, Aufregung in der Region verursacht. „Wir werden das nicht einfach so hinnehmen“, sagte heute Hassels Bürgermeister Günter Kesebom auf Nachfrage. Der Ort arbeitet derzeit am Konzept „Hassel 2030 – Ort mit Zukunft“. „Da sehe ich natürlich die Sparkasse mit drin.“ Kesebom will in den kommenden Tagen mit seinen Stellvertretern eine Stellungnahme erarbeiten. „Die Sparkasse hat für mich die Aufgabe, auch im ländlichen Raum präsent zu sein“, sagte Kesebom.

Bislang ist die Geschäftsstelle in Hassel zwei Tage in der Wochen geöffnet. Der geplanten Einsatz einer „Fahrbaren Geschäftsstelle“ (Sparkassen-Bus) sei kein ernsthafter Ersatz.

„Ist schwierig für Wechold“

Auch die Wecholder Geschäftsstelle ist derzeit zwei Tage in der Woche geöffnet. Über eine Schließung wurde laut Bürgermeister Johann Hustedt schon länger gemunkelt. Er selbst erfuhr von den Plänen am Mittwoch, als er wie alle Bürgermeister der betroffenen Gemeinden von der Sparkasse zu einem Treffen noch am gleichen Tag in Nienburg eingeladen wurde. „Von neun Kollegen waren vier anwesend“, sagte Hustedt. „Es ist schwierig für Wechold. Aber so, wie man uns das dargelegt hat, hat man keine Chance, Argumente gegen die Schließung zu finden – so traurig das auch ist.“ Ein Grund seien fehlende Gewinne aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen.

Die Sparkasse Nienburg konkretisierte gestern auf Nachfrage ihre am Mittwoch gemachten Angaben zur Zukunft der betroffenen Mitarbeiter. Die Kunden der Geschäftsstellen Wechold und Hassel werden angeschrieben und gefragt, wohin sie wechseln möchten, sagte Nicola Roloff-Schindler von der Sparkasse in Nienburg. Insbesondere in Hassel stellt sich die Frage, ob die Kunden künftig die Geschäftsstelle in Eystrup oder Hoya nutzen möchten.

Nach dem Ergebnis der Umfrage richte sich die Personalplanung. „Es wird keiner entlassen“, betonte Nicola Roloff-Schindler.

Immobilien sollen verkauft werden

Und die Immobilien? Sie gehören der Sparkasse und sollen verkauft werden, wenn die Geschäftsstellen geschlossen sind. Das könne sehr schnell gehen, wenn ein Interessent gefunden werde, sagte Roloff-Schindler.

Und wie sieht es bei der Volksbank aus? Die Volksbank Nienburg hatte am gleichen Tag wie die Sparkasse Geschäftsstellenschließungen verkündet. Im Bereich der Volksbank Aller-Weser gebe es „aktuell keine Schließungsnotwendigkeit“, sagte Vorstand Stefan Ullmann gestern auf Nachfrage. Es gebe aber auch keine langfristige Garantie für eine Geschäftsstelle.

„Wir wollen uns weiter im Markt behaupten. Aber das geänderte Kundenverhalten ist auch bei uns zu spüren.“ Kundennähe sei aus seiner Sicht die persönliche, individuelle Beratung, auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Obwohl die Sparkasse vergangenes Jahr schon Änderungen im Filialnetz angekündigt hatte, sei man aktuell doch von der Meldung überrascht gewesen, sagte Ullmann.

Die Volksbank betreibt außer in Wechold und Hassel auch Geschäftsstellen in Schweringen und Hoyerhagen, wo sich die Sparkasse bereits vor einigen Jahren zurückgezogen hat.

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