Rat der Gemeinde Hilgermissen legt Verkaufsbedingungen für Grundstücke im Baugebiet „Sünder II“ fest

Ein Quadratmeter kostet 40 Euro

Wechold - Von Nala Harries. Der Rat der Gemeinde Hilgermissen legte in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Heimathaus in Wechold die Verkaufsbedingungen für die im Baugebiet „Wechold – Sünder II“ gelegenen Grundstücke fest. „Aus den Kosten für den Grunderwerb sowie den Planungs- und Vermessungskosten ergibt sich ein Kaufpreis von 14 Euro pro Quadratmeter“, sagte Gemeindedirektor Wilfried Imgarten. Zudem würden die Erschließungsbeiträge von 24 Euro pro Quadratmeter hinzukommen, welche sich aus den Kosten der Baustraße, dem Preis der Straßenbeleuchtung sowie der Kosten von Parkplätzen zusammensetzt. „Allerdings beteiligt sich die Gemeinde auch mit 40 Prozent an den Erschließungskosten“, meinte Imgarten. Somit kostet ein Quadratmeter in dem Baugebiet 40 Euro. Darüber hinaus verpflichten sich die Käufer, das Grundstück innerhalb von zwei Jahren ab Vertragsabschluss mit einem bezugsfertigen Wohnhaus zu bebauen. Zulässig seien laut Imgarten sowohl Ein- als auch Zweifamilienhäuser, die eine Höhe von neun Metern jedoch nicht überschreiten dürften. „Es gibt bereits einige Interessenten. Die Baustraße soll Ende diesen Jahres oder Anfang 2020 angelegt werden“, verkündete der Gemeindedirektor.

Ratsherr Rainer Fellermann (Wählergemeinschaft Hilgermissen, WG) steht dem neuen Baugebiet positiv gegenüber: „Als Gemeinde leisten wir auf diesem Weg einen großen Beitrag, um die Schule sowie den Kindergarten zu erhalten. Ein ,Mama-Taxi‘ brauchen die Kinder, die dort wohnen werden, nicht, denn die Schule liegt gleich nebenan.“ Auch Lüder Görtmüller (WG) zeigte sich erfreut über die neuen Grundstücke, jedoch war er erschrocken über die rund vierfache Steigerung der Erschließungskosten. „Das Baugebiet Sünder I war günstiger“, stimmte ihm auch Tim Stegemann (WG) zu. Dort seien vor zehn Jahren Grundstücke für 18 Euro verkauft worden, meinte Imgarten und erklärte den Anstieg der Kosten auf Nachfrage der Kreiszeitung wie folgt: „Die Preise für einen Quadratmeter Land sind deutlich gestiegen. Zudem wird in diesem Baugebiet die Erschließung aufwendiger, beispielsweise wird es eine Oberflächenversickerung und Wendemöglichkeiten geben. Die Erschließungskosten leiten sich auch immer davon ab, wie viele Straßen gebaut werden müssen.“ Einstimmig beschloss der Rat schließlich die Verkaufsbedingungen für die im Baugebiet gelegenen Grundstücke. „Geplant sind insgesamt 15 Grundstücke. Das hängt jedoch davon ab, in welcher Größe die Käufer die Grundstücke erwerben wollen“, sagte Bürgermeister Johann Hustedt (WG).

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde meldeten sich gleich mehrere Bürger zu Wort. Besonders die Grundstückseigentümer des angrenzenden Gebiets „Sünder I“ äußerten ihre Sorgen. Sie stellten Fragen wie „Wird die geplante Straße direkt hinter meiner Hecke entlang laufen?“ oder „Ist geplant, dass diese eine Einbahnstraße wird?“. Darüber sei laut Imgarten noch nicht konkret gesprochen worden, sicher ist, dass es keine Einbahnstraße werde, sondern das Gebiet von beiden Seiten angefahren werden kann. Zudem erkundigte sich ein Bürger über eine mögliche Verlängerung der Bebauungszeit: „Ich könnte das Grundstück sofort kaufen, dies ist allerdings für meine Kinder gedacht und die sollen erst noch etwas älter werden.“ Das sei nicht möglich, meinte der Gemeindedirektor. Allerdings können Grundstücke reserviert werden. „Kommt dann aber ein weiterer Interessent auf uns zu, muss sich der, der reserviert hat, entscheiden, ob er es nun kauft oder nicht“, sagte Imgarten.

Diskussion über geplanten Lehrpfad

Beim Punkt Mitteilungen und Anfragen kam es zu einer hitzigen Diskussion über einen im Jahr 2018 geplanten Lehrpfad, der auf verschiedenen Flächen der Gemeinde entstehen sollte. Dafür hatte der Naturschutzverein Weseraue aus Hilgermissen ehrenamtlich in Abstimmung mit dem Rat ein Konzept entwickelt, welches von der Mehrheitsfraktion, der WG, im Nachhinein aber angeblich dermaßen eingekürzt und verändert wurde, dass der Naturschutzverein die Zusammenarbeit beendete. „Die Positionen gingen zu weit auseinander und die Verwaltung zieht nun den Antrag auf Förderung für diese Maßnahme zurück“, erklärte der Gemeindedirektor.

Grundstückskauf:

Interessenten können sich bei Antje Hill von der Samtgemeinde Hoya unter Telefon 04251/81566 oder per E-Mail an a.hill@hoya-weser.de melden.

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