Psychologinnen halten Vortrag und geben theoretische und praktische Tipps

Stress lass nach – so geht‘s

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Lisa Knake (links) und Melina Grothues, beide Wirtschaftspsychologinnen, hielten im Hoyaer Lindenhof auf Einladung des SoVD einen Vortrag über Stress.

Von Horst Friedrichs. Gegen Stress hilft der Wohlfühl-Ort. Das lernten die Teilnehmer einer Vortragsveranstaltung am Freitagabend im Hoyaer Lindenhof. Die Wirtschaftspsychologinnen Lisa Knake und Melina Grothues schilderten Symptome und Ursachen von Stress. Zu dessen Bewältigung lieferten sie theoretische und praktische „Rezepte“. Den Ort, an dem man sich wohlfühlt, suchten die Zuhörer in einer Entspannungsübung mit geschlossenen Augen und mittels ihrer Vorstellungskraft auf.

Auf diese Weise, unter fachlicher Anleitung, erfuhren die Teilnehmer des Abends, wie sich das Vortragsthema „Stress lass nach“ im Alltag umsetzen lässt. Eingeladen hatte der Sozialverband Deutschland (SoVD). Die Vorsitzende der SoVD-Ortsgruppe Hoya, Edeltraud Oehlschläger, begrüßte zahlreiche Mitglieder und Gäste im Versammlungsraum des Lindenhofs.

Lisa Knake, 31, und Melina Grothues, 33, haben in Bielefeld ihr Studium der Wirtschaftspsychologie abgeschlossen. Lisa Knake stammt aus Hoyerhagen, Melina Grothues aus Oelde in Westfalen. Beide haben das Thema „Stress“ zu ihrem Spezialgebiet gemacht. Den Vortrag gestalteten sie in Arbeitsteilung, mit einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Ausführlich vermittelte Melina Grothues im ersten Teil des Vortrags das Basiswissen über den Stress, seine Ursachen und seine Auswirkungen. Grundsätzlich sei zu unterscheiden zwischen gutem Stress (Eustress) und negativem Stress (Disstress). Die verschiedenen Phasen der Reaktion auf negativen Stress gipfelten nach anfänglichem Schock und Widerstandsversuchen allzu häufig in einer Erschöpfungsphase, die etwa mit „Burn-out“ umschrieben werde.

„Negativer Stress kann krank machen“, sagte Melina Grothues, „die Symptome reichen von Kopfschmerzen über Burn-out bis hin zu Depressionen.“ Stress beeinflusse also Körper und Geist.

Mögliche Mittel gegen negativen Stress

Der Bewältigung von negativem Stress widmete sich Lisa Knake in ihrem Teil des Vortrags. Als Möglichkeiten nannte sie systematisches Arbeiten und das dadurch bewusste Schaffen von Freiräumen; außerdem sei es angeraten, die innere Einstellung zu verändern und im Hier und Jetzt zu leben. Ein wirksames Mittel gegen Stress sei auch jede Art von Sport mit seinen positiven Auswirkungen auf Seele und Körper.

Soziale Kontakte zu pflegen, sagte Lisa Knake, sei ebenfalls ein probates Anti-Stress-Mittel. Überdies könne es durch Entspannung gelingen, Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen. Als Techniken dazu beschrieb Lisa Knake die Muskelentspannung nach Jacobson, die Imagination sowie Meditation und Yoga.

Abschließend gab es dann als praktisches Beispiel eine Entspannungsübung, in deren Mittelpunkt die imaginäre Reise an einen Ort stand, der für den jeweiligen Teilnehmer gleichbedeutend mit dem größtmöglichen Wohlfühl-Effekt war.

In ihrer Anleitung dazu forderte Lisa Knake die Anwesenden auf, eine bequeme Haltung einzunehmen und die Augen zu schließen. Danach hieß es, sich den eigenen Körper bewusst zu machen – von den Füßen Schritt für Schritt aufwärts bis zum Kopf. Damit war der Zeitpunkt gekommen, sich das fiktive Traumziel vorzustellen und es zu genießen. Der Rückhol-Effekt in die Wirklichkeit folgte mit dem langsamen Öffnen der Augen.

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