Prozess gegen Geldzahlung eingestellt

Finanzmakler zeigen einander an

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Von Wiebke Bruns. Von dem Vorwurf des Betrugs hatte das Amtsgericht Nienburg einen 43 Jahre alten Angeklagten aus Hoya in erster Instanz freigesprochen. Wegen Beleidigung wurde er jedoch zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro verurteilt. Diese wollte der als Makler im Finanzierungsbereich tätige Angeklagte nicht zahlen und zog vor das Landgericht. Das stellte das Verfahren heute letztendlich gegen Zahlung einer Geldbuße ein.

Bei der Verhandlung in Verden traf der Angeklagte jenen 44-Jährigen wieder, mit dem er auf Provisionsbasis über mehrere Jahre zusammengearbeitet hatte. Der einstige Geschäftsfreund hatte ihn schließlich wegen Beleidigung angezeigt, und wie so oft in solchen Fällen gab es vor Gericht gegenseitige Schuldzuweisungen. Der Kläger beruft sich auf ein Telefonat am 20. April 2015. Doch der Angeklagte behauptete, an diesem Tag überhaupt nicht mit dem Versicherungsmakler aus der Grafschaft Hoya telefoniert zu haben.

Als einziger Zeuge wurde der Anzeigeerstatter gehört. „Wenn er seinen Willen nicht bekam, fing er das Stalken an“, behauptete er über den Angeklagten. „Er drohte mir: Ich mache dich fertig, du Schwein!“ Beleidigungen wie diese habe es bei Begegnungen und bei diversen Anrufen gegeben. Im März 2014 habe er dem Angeklagten die Kontaktaufnahme durch einen Anwalt untersagen lassen, dennoch habe der Angeklagte weiter angerufen und ebenfalls Anzeige erstattet. „Weil ich angeblich einen Schlägertrupp beauftragt habe“, berichtete der Zeuge.

Die Beleidigung, mit der sich das Gericht zu befassen hatte, habe die Ehefrau des Angeklagten mitgehört, behauptete der Zeuge. Die Frau könne man als Zeugin hören, schlug er vor.

Gericht und Oberstaatsanwalt fanden die Aussage des Zeugen glaubhaft, dennoch schlug die Staatsanwaltschaft vor, das Verfahren gegen die Zahlung eines Geldbetrags einzustellen.

Das Gericht legte mit Blick auf den PS-starken Mercedes des Angeklagten 20 Tagessätze à 100 Euro fest. Viel zu hoch, sagte die Verteidigung und präsentierte eine Gehaltsabrechnung, wonach sein Mandant rund 1000 Euro pro Monat verdiene. Besagter Mercedes gehöre seiner Frau, die mittlerweile getrennt von ihm lebe, sagte der Angeklagte.

Der Oberstaatsanwalt schlug daraufhin 200 Euro vor. Damit war der Angeklagte einverstanden und muss das Geld nun an die Bassumer Tafel zahlen. Vom Gerichtsparkplatz fuhr der Hoyaer in dem Mercedes.

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