Historische Maschinen

Privates DKW-Motorradmuseum in Eystrup

Motorrad-Fans in ihrem Element: Christian Bremer und Bianca Beinsen haben die Ausstellung in liebevoller Kleinarbeit aufgebaut.
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Motorrad-Fans in ihrem Element: Christian Bremer und Bianca Beinsen haben die Ausstellung in liebevoller Kleinarbeit aufgebaut.

Eystrup – Wenn Christian Bremer Besucher im DKW-Motorradmuseum „Im 2-Takt“ begrüßt, dass er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Bianca Beinsen in den vergangenen Wochen in einer ehemaligen Produktionshalle auf dem Gelände der Eystruper Senffabrik verwirklicht hat, gerät er schnell ins Schwärmen. Sein großes Hobby sind nämlich Motorräder der Marke DKW, deren Technik und Geschichte.

Seit mehr als 30 Jahren sammelt Bremer Motorräder dieser Marke. Jetzt hat er mit tatkräftiger Hilfe durch seine Lebensgefährtin und ideeller Unterstützung durch seinen Vermieter Siegfried Heidrun und Mitglieder der Interessengemeinschaft Industriedenkmal Senffabrik Leman in liebevoller Kleinarbeit das private Museum aufgebaut. Hier hat jedes Teil eine eigene Geschichte. Bremer kennt sie und kann zu jedem einzelnen Exponat viel erzählen.

Manche Leute sammeln Poster, andere Briefmarken, Knöpfe oder Nippes. Christian Bremer aus Hoya haben es Motorräder der Marke DKW angetan, die er seit seinem 17. Lebensjahr sammelt. Ein VW-Käfer, den sein älterer Bruder Ralf Ende der 1980er-Jahre restaurierte, hatte seine Leidenschaft geweckt.

,,Mein Bruder wollte mit dem Käfer zu Treffen fahren, und ich, der Kleine, sollte ihn mit einem eigenen Zweirad begleiten. Ja, so fing es an“, erzählt Bremer und grinst. In Asendorf wurden die Brüder fündig und auf ein Motorrad aufmerksam – eine DKW RT 125/2 aus dem Jahr 1952. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. 28 verschiedene Maschinen von 125 bis 350 Kubikzentimeter sind so im Laufe der Jahre zusammengekommen, sodass die Sammlung inzwischen fast die gesamte DKW-Modellpalette der Nachkriegszeit bis zum Jahr 1960 umfasst.

Längst nicht alle Zweiradschätze verbergen ihr zum Teil stolzes Alter unter neuem Lack und Chrom. Das geschieht nur, wenn es sich zum Erhalt nicht vermeiden lässt. Für Bremer ist der Verzicht auf Verjüngungskuren Ausdruck seines Respekts vor den Veteranen und der Zeit, in der sie gebaut wurden. „Ich kaufe vor allem alte Maschinen, manchmal sogar richtigen Schrott“, erzählt er. „Da sind dann vielleicht noch einige Teile dran, die ich brauchen kann. Mit viel Gefühl und Kenntnis und noch mehr Geduld – „sonst geht gar nichts“, sagt Bremer – baut er die alten Maschinen auseinander. Aktuell stehen zwei davon bei Bremer zuhause in unterschiedlichsten Zuständen und Graden der Zerlegung und warten auf ihre Fertigstellung. Vor allem an Einzelteile der Motoren sei teils nur schwer heranzukommen, sagt der DKW-Enthusiast. „Früher habe ich noch mehr geschraubt, aber in der letzten Zeit habe ich mich vor allem um den Aufbau dieses Museums gekümmert“, erzählt Bremer.

Es war sicher nicht einfach, neben der Berufstätigkeit als Mechaniker bei einem technischen Dienstleister die schnörkellose Halle in eine Schatzkammer zu verwandeln, in der die alten Motorräder eine sichere Bleibe gefunden haben. Die Sammlung umfasst nicht nur Maschinen, sondern auch historisches Originalwerkzeug, Motorrad-Ausrüstung, Zapfsäulen oder Accessoires. Bremer und Beinsen haben die Ausstellung in die Themenfelder Scheunenfund, Verkaufsraum für Neufahrzeuge, Werkstatt und Tankstelle gegliedert. „Möglichst alt und authentisch“, lautete dabei die Prämisse für die Auswahl der Sammlerstücke, die das Paar meistens im Internet findet. Zudem hat Christian Bremer durch berufliche Kontakte zu Kunden schon einige Raritäten ergattern können, die jetzt der Ausstellung besonderen Pfiff verleihen.

Obwohl er schon so viele Schmuckstücke der DKW-Motorradgeschichte der Nachkriegszeit gesammelt hat, ist Bremer noch nicht wunschlos glücklich, da für die Vollständigkeit seiner Sammlung noch vier Modelle fehlen. Die Suche geht also weiter – auch wenn der Platz am neuen Ort bereits knapp wird.

Am Sonntag, 12. September, ist die offizielle Eröffnung des Motorrad-Museums geplant. Interessierte haben aber bereits seit Anfang August Gelegenheit, am ersten und dritten Sonntag im Monat in der Zeit von 13.30 bis 16.30 parallel zum Besuch des Dampfcafés oder des benachbarten Krafthauses einen Blick auf die Exponate zu werfen.

In der Werkstatt der Ausstellung steht das Modell DKW SB 200, Baujahr 1935.

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