Premiere von „Sommer, Sünn und Sietensprung“ der Theatergruppe Eitzendorf

Wenn der Urlaub zum Lachmuskel-Training wird

Die Charaktere aus „Sommer, Sünn und Sietensprung“ schienen den Eitzendorfer Theaterspielern auf den Leib geschnitten zu sein.
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Die Charaktere aus „Sommer, Sünn und Sietensprung“ schienen den Eitzendorfer Theaterspielern auf den Leib geschnitten zu sein.

Eitzendorf - Von Jana Wohlers. Ein idyllisches Strandhotel an der Nordsee, Entspannung pur, Surf-Stunden und Cocktails an der Bar – was im ersten Moment wie ein Sommertraum klingt, verwandelte sich am Sonntagmorgen im Gasthaus „Zur Post“ in Eitzendorf in einen witzigen Albtraum. Die Ursache: Eine große Portion von Zufällen, gepaart mit einer Reihe urkomischer Charaktere im neuen Theaterstück der Theatergruppe Eitzendorf. Mit „Sommer, Sünn und Sietensprung – de verrückte Cluburlaub“ startete die Schauspielgruppe in die neue Theatersaison.

Die Premiere der plattdeutschen Komödie, einem Dreiteiler aus der Feder von Winnie Abel, begeisterte rund 200 Zuschauer. Kein Platz blieb frei und kein Lachmuskel untrainiert, als die Eitzendorfer Schauspieler auf der Bühne Fahrt aufnahmen.

Lange ließen die ersten Lacher nicht auf sich warten: Als sich der Vorhang hebt, ist ein sommerliches Wellness-Hotel, das Urlaubsstimmung verbreitet, zu sehen: Papageien, Rettungsringe und Cocktailbar inklusive. Auch Bürgermeisterin Claudia Hemmel (Katrin Haßfeld) will ein paar entspannte Tage im Hotel verbringen, bevor sie endgültig in den Wahlkampf startet.

Das Problem: Im Gepäck der ach so seriösen Politikerin befindet sich niemand anderes als ihr Geliebter, der Unternehmer Carsten Mann (Ehler Gansbergen). Die Protagonistin ist gelangweilt von ihrem Mann Hajo (Lars Grotheer), denn der verbringt seine Freizeit seit neuestem mit Seidenmalerei und Deeskalations-Seminaren. Alles könnte so schön sein. Doch mit dem Auftreten der Danni Schmidtchen (Corinna Neuhaus), einer Tratsch liebenden, relativ einfältigen Friseurmeisterin und ihrem Mann Manni (Torsten Henkel) nimmt die Geschichte Fahrt auf. Das Paar erwischt die Bürgermeisterin in flagranti und hält die Situation gleich als Schnappschuss fest.

Bürgermeisterin Hemmel verstrickt sich immer weiter in einem Geflecht aus abstrusen Lügen und peinlichen Situationen, versteckt sich hinter Zeitungen und Handtüchern und muss sich zusammen mit ihrem Geliebten immer neue Ideen einfallen lassen. Um an das Foto zu kommen beweist die Bürgermeisterin Kreativität – und bringt damit jede Menge Humor in das Theaterstück. Teil des Szenarios sind auch die beiden jungen Frauen Greta und Tina, gespielt von Annie Weiler in einer Doppelrolle, die mit dem begehrten Animateur Enzo (Sven Koldehofe) liebäugeln und die große Liebe am weiten Strand suchen.

Die Charaktere aus „Sommer, Sünn und Sietensprung“ schienen den Eitzendorfer Theaterspielern auf den Leib geschnitten zu sein: vom perfekt gebräunten Bein der Bürgermeisterin über die Haarpracht von Friseurmeisterin Danni bis hin zum südländisch gefärbten, ganz im Kontrast zum Plattdeutschen stehenden Dialekt des Enzos schien die Gruppe ganz in ihrer Welt aufzugehen. Die Theatergruppe bewies wieder einmal große Textsicherheit und wusste ihr Publikum mit immer neuen, wirren Handlungssträngen sowie direkten Interaktionen zu begeistern. Die zahlreichen Witze feierte das Publikum mit tosendem Zwischenapplaus.

Wer wissen will, ob Bürgermeisterin Claudia Hemmel ihr weißes Hemd wahren kann und was passiert, wenn ihr Mann Hajo im gleichen Hotel eincheckt, der kann „Sommer, Sünn und Sietensprung“ noch an sechs weiteren Spielterminen erleben.

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