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Gasversorgung Hoya: Preise werden voraussichtlich 2023 angepasst

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Von: Nala Harries

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Detlef Meyer ist Geschäftsführer der Gasversorgung Grafschaft Hoya. archiv
Detlef Meyer ist Geschäftsführer der Gasversorgung Grafschaft Hoya. archiv © privat

Hoya – Angesichts der aktuellen Situation in Osteuropa besteht auch in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya Handlungsbedarf, wenn es um die Anpassung der Preise und Tarife der örtlichen Gasversorgung geht.

Wie genau diese aussehen soll, darüber will der Aufsichtsrat im Juni im Rahmen einer Sitzung diskutieren, teilt Samtgemeindebürgermeister und Geschäftsführer des Unternehmens Detlef Meyer jetzt auf Nachfrage mit. Genaue Zahlen könne er demnach aber noch nicht nennen. Einen Zeitpunkt, wann genau die Anpassung erfolgen soll, jedoch schon. Er rechnet voraussichtlich zum 1. Januar 2023 damit. Die Kunden würden noch rechtzeitig über die Entwicklung informiert werden, versichert Meyer.

Seit Beginn des Krieges habe man den Gasmarkt beobacht und das solle auch so weitergehen. „Unser Glück ist es, dass wir für die Jahre 2022 und 2023 mit unserer Partnerschaft bereits günstig Gas eingekauft haben“, sagt er. Anderen Anbietern in Deutschland würde es diesbezüglich schlechter gehen. „Einige stehen vor großen Problemen“, weiß der Geschäftsführer. Davon betroffen seien seines Wissens nach aber keine aus dem näheren Umkreis.

Zwar sei dank der guten Einkaufspolitik der Gasversorgung Grafschaft Hoya erst einmal ausreichend Gas auf Lager, ob dann im ersten Quartal 2024 aber auch weiterhin „physisch“ etwas vorhanden sei, wäre noch unklar. Konkret gehe es dabei um die Frage, ob die Vorlieferanten zu dem Zeitpunkt tatsächlich die benötigten Mengen bereitstellen könnten. „Das ist die große Unbekannte“, meint Detlef Meyer. Im Fall der Fälle, dass dies nicht möglich sein wird, greife jedoch der dreistufige „Notfallplan Gas“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, der Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung in einer Krisensituation beinhaltet.

Bereits im März hatte das Gremium die Frühwarnstufe ausgerufen, in dessen Rahmen Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber marktbasierte Maßnahmen durchführen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. Dazu gehören laut dem Ministerium beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergie.

Und was ist mit der Alternative, Biogas einzuspeisen? Mit dieser Frage konfrontierte ein Einwohner Detlef Meyer bereits während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Hilgermissen. „Das ist schwierig“, lautete die Antwort des Samtgemeindebürgermeisters und Geschäftsführers zu dem Zeitpunkt. So viele Biogasanlagen könnten wir aktuell gar nicht bauen, erläutert er jetzt auf Nachfrage seine Worte.

Seiner Meinung nach müsse man den Ausbau der regenerativen Energien weiter vorantreiben und in diesem Zusammenhang besonders das Thema „grüner Wasserstoff“ in den Fokus nehmen. „Unsere Anlagen könnten bis zu 20 Prozent Wasserstoff vertragen, die dann mit dem herkömmlichen Erdgas gemischt werden“, erklärt Meyer. Allerdings gebe es dafür bisher noch kein Verfahren oder ein System. Doch man ist an dem Thema dran: Erst Anfang des Monats kamen auf Einladung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Weltenergierats etwa 100 Vertreter aus rund 40 Staaten in Berlin zusammen, um über den Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft, Transportwege, Kooperationsmöglichkeiten und die ökologischen und ökonomischen Potenziale von Wasserstoff zu sprechen.  

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