Opfer aus Koma erwacht

Polizei sucht Zeugen nach brutaler Messerattacke

Hoya – Mehrere Jugendliche und junge Erwachsene feierten laut Angaben der Polizei am 9. Mai in der Zeit zwischen 20 und 22.30 Uhr auf einem Gelände zwischen Oberschule und Sportplatz in Hoya. Im Verlauf des Abends sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der eine Person sehr schwer verletzt worden sei, heißt es in einer Pressenotiz.

Im Zuge der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft sei bekannt geworden, dass im Zeitraum zwischen 20 und 22 Uhr auch Passanten und andere Unbeteiligte, die an der Straße Am Sportplatz an den Feiernden vorbeigingen, aus dieser Gruppe heraus „angepöbelt“ wurden. Die jungen Menschen sollen sich nach den bisherigen Erkenntnissen feindselig und aggressiv verhalten haben, heißt es weiter.

Die Ermittler der Nienburger Polizei bitten diejenigen, die an dem Abend von solchen Pöbeleien betroffen waren, sich mit der Dienststelle unter Telefon 05021/97780 in Verbindung zu setzen. Sie werden gebeten, als Zeugen auszusagen.

Nach der Messerattacke auf einen 35-Jährigen ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft nur noch gegen vier junge Männer wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der schweren Körperverletzung. Die vier aus den Landkreisen Nienburg und Verden stammenden Beschuldigten sitzen nach Angaben von Martin Schanz, Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden, weiterhin in Untersuchungshaft.

Kurz nach dem Übergriff hatten Polizei und Staatsanwaltschaft gegen sieben Tatverdächtige im Alter von 16 bis 22 Jahren wegen versuchten Totschlags ermittelt. Einer der Tatverdächtigen wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Zwei der Beschuldigten sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. „Bei ihnen liegt noch der Verdacht auf unterlassene Hilfeleistung vor“, erklärt Pressesprecher Schanz weiter.

Das 35-jährige Opfer lag nach der Stichattacke mehrere Tage im Koma, ist laut Schanz mittlerweile aber daraus erwacht und ansprechbar. Ob der Mann bereits vernehmungsfähig ist und eine Aussage gemacht hat, dazu wollte der Pressesprecher aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen.

Schwer verletzt habe der 35-Jährige sich nach dem Angriff noch zu einem in der Nähe befindlichen Haus geschleppt und dort geklingelt. Die Bewohner informierten umgehend den Rettungsdienst. Der Mann sei laut Schanz ein Zufallsopfer gewesen.

Ob alle vier in U-Haft sitzenden Männer auf den Hoyaer eingestochen haben, dazu wollte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage ebenso keine Angaben machen.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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