Planungsfirma entwickelt Ideen für eine neue Verkehrsführung in Eystrup

Therapieansätze für die „Problemzone“ Überführung

Kreuzung L200/Schwarzer Weg.

Von Michael Wendt. Die Bahnüberführung hat in Eystrup eine „Problemzone“ geschaffen. So drückte es Bürgermeister Wilhelm Bergmann-Kramer am Dienstagabend bei einer Bürgerinformations-Veranstaltung aus. Das Planungsbüro Grontmij aus Bremen stellte im Gasthaus Parrmann Möglichkeiten alternativer Verkehrsführungen vor. Eines wurde dabei schnell deutlich: Eine Beseitigung der Problemzone im Ganzen ist kaum möglich.

Denn dass der Schwarze Weg die Umgehungsstraße mitten auf der Bahnüberführung quert, verursacht gleich mehrere Probleme. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Auffahrt beschwerlich und gefährlich, und Autofahrer verursachen beim Einfahren auf die Landesstraße Unfälle.

Gut 50 Zuhörer, darunter fast der gesamte Gemeinderat, lauschten den Ausführungen von Kerstin Büttelmann von Grontmij. Ihre Firma hatte die Verkehrssituation rund um die Bahnüberführung erfasst und Änderungsvarianten erarbeitet – zunächst ohne deren Kosten zu beziffern.

Das Einfache vorweg: Die Bahnhofstraße könnte gestalterisch aufgewertet werden, besonders an der Einfahrt zum Bahnhof, vor dem Seniorenheim und vor dem Rathaus. Eine Möglichkeit wäre eine Pflasterung, die sich in gleicher Farbe vom Gehweg über die Straße bis auf die andere Seite erstreckt und so einen platzartigen Charakter schafft.

Die Straßenbreite könnte, ohne den Verkehr zu behindern, von jetzt 7,10 Meter auf 6,50 Meter reduziert werden. Fußgänger und Radfahrer bekämen mehr Platz. Die Varianten:

1. Gemeinsamer Geh- und Radweg (Radler dürfen auch die Straße nutzen).

2. Radfahrstreifen auf der Straße (dessen Befahren ist Autofahrern verboten).

3. Schutzstreifen für Radfahrer auf der Straße (Autofahrer dürfen ihn bei Bedarf befahren).

Nun das Komplizierte: die Situation am Schwarzen Weg. Rund 1000 motorisierte Verkehrsteilnehmer nutzen ihn laut Verkehrszählung im März täglich. Er hat weder Fuß- noch Radweg und ist südlich der Überführung nur 4,20 Meter breit. 4,75 Meter sind heute Standard für Straßen, auf denen sich auch Lkw begegnen können.

Die von Grontmij erarbeiteten Varianten:

1. Bau eines einseitigen Fuß- und Radwegs entlang des Schwarzen Wegs. Dafür müsste die Gemeinde die Rampen verbreitern oder einen Tunnel bauen.

2. Bahnhofstraße und Grovkamp über einen neuen Weg Verbinden. Der würde westlich vom Schwarzen Weg beim Seniorenheim von der Bahnhofstraße abgehen und die Umgehungsstraße am Fuß der Rampe queren. Radfahrer und Fußgänger müssten also keinen „Berg“ mehr erklimmen.

3. Bau einer Verbindung wie in Variante zwei. Allerdings mündet sie nicht beim Seniorenheim in die Bahnhofstraße, sondern verläuft über Rübezahlweg und Schwarzen Weg zum Bahnhof.

4. Wie Variante eins, allerdings mit direkter Anbindung an die Kreuzung Mühlenstraße/Grovkamp (durch die Verlängerung der südlichen Rampe dorthin).

5. Einfahrverbot vom Schwarzen Weg auf die Umgehungsstraße und Umleitung des Verkehrs zum Kreisel (über Bahnhofstraße im Norden sowie Grovkamp und Soomskamp im Süden).

6. Installation von Schwellen auf dem Schwarzen Weg, um die Autofahrer bei der Einfahrt auf die Umgehungsstraße zum Stoppen zu zwingen.

Nun muss der Gemeinderat entscheiden

Nun entscheidet der Gemeinderat, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Aus den Reihen der Veranstaltung erhielt er wenig Anregungen für eine Entscheidung. Die Zuhörer hatten allerdings einige Fragen:

– Warum sind die Rampen des Schwarzen Wegs so schmal? Antwort: Hat dem Land Kosten gesparrt.

– Warum gilt auf der Umgehungsstraße nicht Tempo 50? Antwort: Dafür sieht der Landkreis wegen fehlender Bebauung keinen Grund.

– Könnte auf der Überführung eine bedarfsgesteuerte Ampel gebaut werden? Antwort: Dafür fließt nicht genug Verkehr.

„Wenn Sie noch Ideen haben, dann lassen Sie es uns im Rathaus wissen“, forderte Gemeindedirektor Detlef Meyer die Zuhörer auf.

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