Perfekte Bräune ist das Ziel

Der Hoyaer Pizzabäcker Alex Greco nimmt erfolgreich an Meisterschaften teil

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Alex Greco mit seiner Lieblingspizza: der Pizza Magherita. Er besteht allerdings auf Büffelmozarella statt Gouda oder Edamer. Das sei eher etwas für den deutschen Gaumen.

Hoya - Von Rebecca Göllner. Pizzabacken ist für ihn eine Leidenschaft, vielleicht sogar eine Wissenschaft: Alex Greco aus Hoya ist dabei Meister seines Fachs. Seit etwa 20 Jahren beschäftigt sich der in Deutschland lebende Italiener mit dem Nationalgericht aus seiner Heimat.

Dass er großes Talent besitzt, bewies er zuletzt bei den europäischen Meisterschaften für Pizzabäcker in Regensburg. Dort belegte er im April vergangenen Jahres den zweiten Platz in der Kategorie „Dessert-Pizza“. Und zwar mit einer außergewöhnlichen Kreation, einer Pistazien-Pizza. „Ich wollte etwas Starkes machen, etwas Innovatives kreieren“, beschreibt der 29-Jährige. Für den Belag nutzte er die sogenannten DOP-Pistazien aus seinem Heimatort Bronte in Sizilien.

Als Preis nahm er einen Pokal sowie eine Urkunde mit nach Hause. Viel wichtiger aber als diese beiden Trophäen war für ihn die Bestätigung, dass seine Pizza ankommt. „Wir waren alle sehr stolz“, sagt auch sein Vater Vito, der in Hoya die Pizzeria Europa betreibt.

Überraschend sei unter anderem auch gewesen, dass sich der Hoyaer gegen die starke Konkurrenz durchsetzen konnte. „Die anderen Teilnehmer waren größtenteils viel erfahrener“, sagt Vater Vito. Für Alex Greco war es hingegen die erste Meisterschaft – und gleich mit Erfolg gekrönt. Dabei hatte er gerade mal eine Woche Vorbereitungszeit für die Meisterschaft in Regensburg.

Wie das Original aus Napoli – die Pizza braucht nur 80 Sekunden im Ofen für die perfekte Bräune.

Für Greco ist es gar nicht so einfach, eine perfekte Pizza in nur einer Woche zu kreieren. Immerhin setzt er sich intensiv mit den Zutaten, der Zusammenstellung dieser und der Herstellung des Teigs auseinander. „Ich nehme keine Hefe, sondern mache immer einen Sauerteig“, schildert der 29-Jährige. Dieser müsse mindestens 72 Stunden gehen, manchmal sogar mehr als 120 Stunden. „Perfekt ist er, wenn der Teigrohling schwarze Punkte bekommt“, meint Alex Greco. Für den Belag der Pizza nimmt er ausschließlich Produkte aus Italien. Darauf legt er großen Wert. „Man schmeckt den Unterschied“, meint er.

Seine Lieblingspizza ist die Pizza Magherita. „Aber mit Büffelmozarella“, klärt er auf. Die Varianten mit Gouda, Edamer und Co. seien eher etwas für den deutschen Gaumen, das Original aus Napoli ist jedoch mit Büffelmozarella. Tomatensoße, etwas Basilikum und ein Spritzer gutes Öl würden die Magherita komplettieren.

Neben den Zutaten sei zudem die Temperatur im Ofen ganz entscheidend. Mindestens 450 Grad sollten es sein, um den haudchdünnen Boden in nur 80 Sekunden schön knusprig zu bekommen. „Das ist im normalen Haushalt nicht möglich“, weiß der Pizzabäcker.

2019 will Greco bei einer Hamburger Gastromesse dabei sein

Ob Alex Greco demnächst mal wieder an einer Meisterschaft teilnimmt, das weiß er noch nicht genau. Vorgenommen hat er sich, im nächsten Jahr in Hamburg bei der Gastromesse Internorga beim Pizzabäcker-Wettbewerb an den Start zu gehen. Ob es aber klappt, sei noch nicht sicher. „Ein Wettbewerb ist sehr zeitintensiv“, sagt der 29-Jährige. Außerdem würden die Meisterschaften meistens auf einen Montag fallen. „Da ist es mit der Anreise schwer, da wir in der Pizzeria am Sonntagabend immer volles Haus haben“, schildert der Italiener.

Damit aber nicht nur die Jurys der Meisterschaften in den Genuss seiner Gerichte kommen, stehen diese gelegentlich auf der Tagesspeisekarte der Pizzeria Europa.

Alex Greco kann nach wie vor das italienische Nationalgericht essen, auch wenn er sich jeden Tag damit beschäftigt. „Pizza schmeckt immer und wird nicht langweilig“, sagt er mit einem Schmunnzlen auf den Lippen.

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