Rockbandklasse der MBO stellt ihr Konzept vor, um Nachwuchsmusiker zu generieren

Performen wie ein junger David Bowie

Der elfjährige Richard Martinek (Mitte) singt beim Auftritt der Rockbandklasse in der Grundschule Hoya den Song „Hereos“ von David Bowie. Foto: NALA HARRIES

Hoya - Von Nala Harries. „We can be heroes. For ever and ever. What d’you say?“ – Diese Zeilen sang der elfjährige Mini-David-Bowie Richard Martinek jetzt im Rahmen der Promotiontour der Rockbandklasse der Marion-Blumenthal-Oberschule (MBO) Hoya vor den vierten Klassen aus Hoya und Hassel, die sich in der Grundschule der Grafenstadt versammelt hatten. Martineks 26 Bandkollegen begleiteten ihn bei seiner Performance unter anderem mit Keyboard, E-Gitarre und E-Bass sowie Schlagzeug und weiteren Percussion-Instrumenten. Die 6b hatte zuvor bereits Auftritte in Bücken, Eystrup, Wechold und Heemsen absolviert, um Nachwuchs-Rocker für das kommende Schuljahr zu generieren.

Nach der ersten Showeinlage ergriff Sabine Wagner, die Leiterin der Rockbandklasse und Deutschlehrerin an der MBO, das Wort. „Für die Teilnahme an der Rockbandklasse in Klasse fünf ist es keine Voraussetzung, ein Instrument zu beherrschen. Wir fangen alle bei Null an“, sagte sie. In den ersten Wochen bis zu den Herbstferien probiert jeder Schüler sowohl die Gitarre als auch das Schlagzeug und das Keyboard aus. Natürlich dürfe sich auch jeder im Singen versuchen, wer stimmlich überzeugt, stehe dann bald ganz vorne auf der Bühne, meinte die Lehrerin. Auch Percussion-Instrumente wie Gongas, Djembe und der Schellenkranz stehen zur Auswahl. Darüber hinaus habe die Rockbandklasse eine Stunde mehr Musik auf dem Unterrichtsplan stehen als andere Klassen. Insgesamt sind es drei pro Woche. Eine davon wird für das Erlernen des theoretischen Wissens genutzt. „Man muss ja auch wissen, wie die Kabel heißen und welches zu welchem Instrument gehört. Das ist für den schnellen Bühnenauf- und -abbau sehr wichtig“, betont Wagner. Die zweite Stunde verbringen die Schüler mit ihrem gewählten Instrument. Dann üben sie in Kleingruppen gemeinsam mit Einer Gast (E-Gitarre und E-Bass) und Robert Mairitsch (Percussion) von der Musikschule Nienburg sowie Sabine Wagner (Keyboard). In der dritten Stunde kommen dann alle zusammen zur Bandprobe. Um auch zu Hause üben zu können, steht für jedes Kind ein Leihinstrument zur Verfügung, dafür erhebe die MBO eine Gebühr von 30 Euro pro Monat.

Neben dem Unterricht gebe es aber noch verschiedene andere Projekte wie Auftritte auf der eigenen Schulbühne oder beim Altstadtfest in Nienburg. Der Höhepunkt sei die Teilnahme an dem alle zwei Jahre stattfindenden Musikwettbewerbs Rosa des Rotaryclubs Bruchhausen-Vilsen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, professionell eine eigene CD aufzunehmen. Erstmals in diesem Jahr konnte die MBO für einen Workshop den Schlagzeuger Dennis Poschwatta der Band Guano Apes gewinnen. Er unterrichtet am 9. und 10. März die Bandklasse und arbeitet mit den Schülern an den Songs weiter. Beim Abschlusskonzert des Workshops steht dann auch die Gruppe Meilentaucher aus Hoya auf der Bühne.

Die Lehreinrichtung bietet die Rockbandklasse bereits im sechsten Jahr an. „Wir unterrichten bereits die Geschwistergeneration“, meint Wagner stolz. Die Bandklasse sei sehr beliebt, im vergangenen Jahr habe es 40 bis 50 Anmeldungen gegeben, weshalb die MBO erstmals eine zweite Klasse gegründet habe. „Das können wir dieses Jahr aber höchstwahrscheinlich nicht machen. Deswegen ist es wichtig, sich schnell anzumelden“, erzählt Wagner. Aber was passiert eigentlich, wenn alle Nachwuchsmusiker das gleiche Instrument spielen möchten? Dieser Fall sei bisher noch nicht eingetroffen, meint die Bandleiterin und fügt hinzu: „Das hat sich bisher immer sehr gut verteilt. Einen Plan B gibt es bisher noch nicht.“

Das Angebot erstreckt sich grundsätzlich über die Jahrgänge fünf und sechs, wer weitermachen möchte, kann auch in Klasse sieben noch rocken. Schüler, die sich dagegen entscheiden, bleiben trotz dessen im Klassenverbund. Auch der elfjährige Richard Martinek möchte auf jeden Fall weiter dabei sein. „Es macht einfach total Spaß“, sagt er. Dem stimmt seine Klassenkameradin, die zwölfjährige Maxi Bäuerle, zu. Sie unterstützt die Band derzeit an der E-Gitarre: „Das gemeinsame Musizieren ist einfach schön.“ „Viele Schüler wollten auch in Klasse acht noch gemeinsam musizieren, dafür haben wir jetzt eine Rock-AG eingerichtet. Es wäre toll, wenn wir diese bis Klasse zehn ausweiten könnten“, sagte Wagner.

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