Beethoven erklingt beim letzten Konzert vor der Renovierung der alten Martinskirche

Vor der Pause gibt es Unvergessliches im Hoyaer Kulturzentrum

Sonaten von Beethoven standen auf dem Konzertprogramm mit (von links) Ksenia Dubrovskaya (Violine) und Sona Barseghyan (Klavier). Als Blätterer fungierte Dr. Hans Janknecht. - Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Einen vorläufig letzten musikalischen Glanzpunkt setzte jetzt der Kulturkreis Grafschaft Hoya vor der – vorübergehenden – Schließung der alten Martinskirche. Zwei Solistinnen von internationalem Rang schufen ein Harmoniengebäude in jenem altehrwürdigen Gemäuer, das auf so unvergleichliche Weise prädestiniert ist, Klängen unterschiedlichster Art ein Resonanzkörper zu sein. Am Donnerstagabend waren es instrumentale Klänge, von virtuoser Hand hervorgezaubert aus Geige und Klavier. Sonaten von Ludwig van Beethoven standen im Kulturzentrum Martinskirche auf dem Programm des abschließenden Konzertabends vor der Renovierungspause. Es spielten Ksenia Dubrovskaya (Violine) und Sona Barseghyan (Klavier).

„Hoya ist wunderschön“, bescheinigte Ksenia Dubrovskaya dem Gastspielort, in dem ihr Ehemann, der Pianist Justus Frantz, schon mehrere Konzerte gab. Nichtsdestoweniger, so die Geigerin in ihren Begrüßungsworten, müsse man Hoya sogleich wieder verlassen und sich – Beethoven folgend – auf eine musikalische Reise nach Wien begeben. Die tonalen Konstrukte aus Bonner Meisterhand führten dann auch gleich zu Beginn des Konzerts vom Rhein zur wienerischen Beschwingtheit von Beethovens späteren Lebensmittelpunkts an der Donau.

Mag die Frage, ob sich Mozart und der junge Beethoven in Wien jemals begegneten, auch ungeklärt bleiben, so bleibt zumindest die musikalische Suche des jungen Genies aus Bonn nach dem großen Vorbild in Wien dokumentiert.

Anklänge daran erweckten Ksenia Dubrovskaya und Sona Barseghyan mit der Sonate Nr. 1 D-Dur, op. 12,1 gleich zum Auftakt des Konzerts im gut besuchten Kulturzentrum. Die kraftvolle Klangfülle des Flügels lieferte einen pulsierenden Kontrast zu den filigranen Sequenzen der Violine und damit zugleich eine treffliche Gegenüberstellung der oft zitierten „Erdigkeit“ Beethovens und der Leichtigkeit seines verehrten Vorbilds Mozart.

Mit den Sonaten Nr. 4 a-moll, op. 23, sowie Nr. 6 A-Dur, op. 30,1, und nicht zuletzt der als „Frühlings-Sonate“ berühmt gewordenen Nr. 5 F-Dur, op. 24, boten die beiden Interpretinnen von Weltrang im Hoyaer Kulturzentrum einen unvergesslichen Konzertabend – zugleich als würdigen Abschluss einer Reihe bemerkenswerter musikalischer Veranstaltungen, die in der Grafenstadt zweifellos noch lange nachklingen werden.

Wegen notwendiger Renovierungsarbeiten unter anderem am Dach wird das Kulturzentrum Martinskirche für mehrere Monate geschlossen bleiben.

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