Pastor warnt aber vor Fundamentalismus auf muslimischer und christlicher Seite

„Islam ist nicht zum Fürchten“

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Pastor Edzard Siuts (links) aus Rodewald sprach vor dem Männerstammtisch im Haus der Gemeinde, Hassel, über die Geschichte des Islam.

Von Horst Friedrich. „Der Islam – eine Religion zum Fürchten?“ Das war das Thema eines Vortrags, den Pastor Edzard Siuts aus Rodewald am Dienstagabend vor ausgebuchtem Saal im Hasseler Haus der Gemeinde hielt. Seinen zahlreichen Zuhörern beim letzten Männerstammtisch vor der Sommerpause schilderte Siuts die Geschichte des Islam. „Man muss unterscheiden zwischen Terroristen und dem Islam“, erklärte der Referent, der ein Jahr in Ägyptens Hauptstadt Kairo verbracht hat, „genauso wie man zwischen Nazis und Deutschen unterscheiden muss.“

Zur Entstehung des sogenannen Islamischen Staats (IS) verwies Pastor Siuts auf die drei Golfkriege und hob hervor, dass die damaligen US-Präsidenten George Bush senior und junior fundamentalistische Christen seien. Mit den Irak-Feldzügen seien viele Demütigungen der arabischen Welt einhergegangen. Zur Radikalisierung der Sunniten und damit zur Entstehung des IS habe der spätere Ministerpräsident des Iraks, Al-Mailiki durch seine Begünstigung der Schiiten beigetragen.

Die Wurzel des islamistischen Terrors, so Siuts weiter, sei der fundamentalistische Salafismus. Das gelte für den IS ebenso wie für Al-Kaida, die Taliban und ähnliche Gruppierungen. „Wir verstehen uns gegenseitig nicht“, skizzierte Edzard Siuts die Beziehung zwischen Moslems und Christen. „In den Augen der Moslems sind wir Ungläubige, weil wir unsere Religion nicht leben.“ Als Vergleich zum Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten nannte Siuts jenes zwischen katholischen und evangelischen Christen.

Ursprünglich, so fuhr Siuts fort, habe Islam-Begründer Mohammed nach Christentum und Judentum eine neue Einheitsreligion schaffen wollen, als er um das Jahr 600 den Koran schrieb. Die Salafisten seien eine fundamentalistische Untergruppe der Sunniten, die zurück zu den Wurzeln des Islam wolle. Der Fundamentalismus, der seine Sicht der Welt als generell einzig richtig sehe, sei brandgefährlich – in jeder Beziehung.

Der Dschihad, der heilige Krieg, werde im Namen Allahs geführt, um die Ungläubigen auszurotten. Den IS bezeichnete Siuts als „mordsmäßig reich“, vor allem wegen seiner Ölgeschäfte. Eine bedeutende Einnahmequelle für den IS seien aber auch Kunstschätze, die verkauft würden, bevor man die Kulturdenkmäler zerstöre.

In seinem Vortrag widmete sich Edzard Siuts ausführlich der Entstehung des Islam und beschrieb detailliert dessen Rituale. Die Scharia, das islamische Recht, umfasse alle Bereiche des Lebens, sei aber keine festgeschriebene Größe.

Einem „Nein“, das ihm auf die Frage entgegenschlug, ob der Islam hierher gehöre, widersprach Siuts vehement. Dem Thema des Vortrags stellte er die hypothetische Frage „Sind die Deutschen zum Fürchten?“ gegenüber. In der Diskussion untermauerte er seine These von der notwendigen Unterscheidung zwischen Terroristen und dem Islam.

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