AUS DEM AMTSGERICHT Gericht setzt Strafen auf Bewährung aus / 30-Jähriger zeigt sich geständig

Paar aus Hoyerhagen handelt mit Cannabis

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Ein 30-jähriger Mann und eine 28-jährige Frau aus Hoyerhagen waren jetzt vor dem Schöffengericht Nienburg angeklagt, im Januar 2018 in Hoyerhagen mit Cannabisprodukten in nicht geringer Menge gehandelt zu haben. Im Rahmen einer Durchsuchung hatte die Polizei in der gemeinsamen Wohnung der beiden Angeklagten etwa 75 Gramm Marihuana gefunden. Der 30-Jährige soll mit den Betäubungsmitteln gehandelt und die 28-Jährige ihn dabei unterstützt haben, lautete die Anklage.

In der Gerichtsverhandlung räumte der Angeklagte über seinen Anwalt die Tat vorbehaltlos ein. Er habe seinerzeit Drogen genommen und habe über den Verkauf seinen eigenen Drogenkonsum finanziert. Bei der 28-Jährigen stellte sich die Situation allerdings etwas anders dar. Zwischen den beiden hatte es schon über den Verkauf von Drogen Streit gegeben.

Als dann die Polizei zur Durchsuchung erschien, legte die Angeklagte die Drogen auf ein Sofa, packte eine Decke darüber und setzte sich darauf. In der Gerichtsverhandlung gab sie an, dass dies eine Kurzschlusshandlung gewesen sei; sie wollte nur verhindern, dass ihr Freund eine Strafe bekommt.

Rechtlich war dieser Vorfall schwierig einzuordnen, da die Frau in dem Moment, in dem sie sich auf die Drogen gesetzt hatte, über diese die alleinige Verfügungsgewalt hatte, da nur sie wusste, wo sie sich befinden und somit de facto Besitzerin war und sich damit strafbar gemacht hat. Es wurde allerdings auch erörtert, dass die 28-Jährige diejenige war, die die Drogen am allerwenigsten haben wollte.

Eine von der Verteidigung angeregte Einstellung des Verfahrens kam aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht, da es sich bei dem Drogendelikt um ein Verbrechen handelt. Auch die Annahme eines minderschweren Falls ändere nichts am Vorliegen des Verbrechens, sodass auch dann eine Einstellung nicht möglich sei.

Auf die Frage des Gerichtes, ob der Angeklagte noch Drogen konsumiere, sagte er, dass er seit der Durchsuchung keine Drogen mehr konsumiert habe. Ausschlaggebend sei eine Äußerung eines Polizisten zum Ende der Durchsuchung gewesen, der da sagte: „Du hast doch alles! Warum machst du so einen Blödsinn?“

Die Staatsanwaltschaft forderte für den 30-Jährigen wegen Drogenhandels eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ging bei der Angeklagten von einem minderschweren Fall aus und beantragte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 15 Euro. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte die Mindeststrafe. Die Verteidigerin der Angeklagten beantragte Freispruch und verwies darauf, dass ihre Mandantin mit dem Drogenkonsum und -verkauf nichts zu tun gehabt habe. Das Gericht verurteilte schließlich den 30-Jährigen zu einem Jahr Freiheitsstrafe und setzte diese für zwei Jahre zu Bewährung aus. Bei der Angeklagten führte das Gericht aus, dass sie diejenigen gewesen sei, die am wenigsten mit den Drogen zu tun haben wollte. Die Kurzschlusshandlung allerdings sah das Gericht als versuchte Strafvereitelung an, da die junge Frau die Strafverfolgung durch die Polizei verhindern wollte. Sie wurde deshalb zu 30 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt.

Das Gericht stellte die Strafe unter einem Bewährungsvorbehalt von einem Jahr. Wenn die Angeklagte in der Zeit nicht wieder straffällig wird, muss sie die Geldstrafe nicht bezahlen. Zur Begründung führte das Gericht unter anderem aus, dass man dem beruflichen Werdegang der jungen Frau nicht im Wege stehen wolle.

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