Auffindbarkeit verbessern

Ortsplantafeln statt Straßennamen in der Gemeinde Hilgermissen

Die Rohfassung einer Ortsplantafel, wie sie mal aussehen könnte.  
Grafik: Homann Consulting
+
Die Rohfassung einer Ortsplantafel, wie sie mal aussehen könnte.

Magelsen – Homanns Ortsplantafeln sollen Hilgermissen helfen: Einstimmig befürwortete der Rat der Gemeinde Hilgermissen in seiner jüngsten Sitzung ein Konzept, das die Hoyaer Firma Homann Consulting für den Ort ohne Straßennamen erstellt hat. Der Planentwurf, dessen endgültige Fassung nach Auskunft von Gemeindedirektor Detlef Meyer etwa 20.000 Euro kosten wird, soll die Auffindbarkeit in der Gemeinde Hilgermissen verbessern. Als Mittel zu diesem Zweck sollen Ortsplantafeln dienen.

Im Februar vergangenen Jahres hatten sich die Einwohner Hilgermissens in einem Bürgerentscheid mit einer Mehrheit von 60 zu 40 Prozent gegen die Einführung von Straßennamen und neuen, fortlaufenden Hausnummern je Straße entschieden. Dadurch war Hilgermissen bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Mit der Abstimmung war indes erst einmal für klare Verhältnisse gesorgt worden – was die Mehrheitsmeinung betraf.

An der Auffindbarkeit der Einwohner an ihren Wohn- oder Geschäftsadressen hatte sich jedoch nichts geändert. Die satellitengesteuerten Navigationssysteme der Neuzeit erwiesen sich nicht uneingeschränkt als kompatibel zu den Hausnummerierungssystemen längst vergangener Zeiten. Die neue Orientierungshilfe mittels Ortsplantafeln soll nun für Abhilfe sorgen. Nachdem der Gemeinderat dieses Projekt einstimmig beschlossen hat, soll die Firma Homann Consulting in die Detailplanung einsteigen.

Insgesamt zehn Ortsplantafeln sollen nach dem Konzept an zentralen Stellen in den einzelnen Ortsteilen Hilgermissens aufgestellt werden. Die Inhalte der Tafeln sind bereits festgelegt: Vorgesehen sind pro Tafel eine Übersichtskarte der Gemeinde und eine Detailkarte des jeweiligen Ortsteils. Mithilfe eines Planquadratsystems sollen die Hausnummern eingezeichnet und die Stellen lokalisiert werden, an denen ortsansässige Gewerbebetriebe zu finden sind.

Damit Ortsfremde die Ortsplantafeln – etwa an Bushaltestellen – finden können, sollen an jedem Ortseingang Wegweiser aufgestellt werden, die dem Suchenden den Weg zu den Ortsplantafeln beschreiben. Nachdem der Gemeinderat dem Gesamtkonzept zugestimmt hat, wird die Detailplanung zwischen der Verwaltung und der Firma Homann Consulting abgestimmt. Finanzielle Förderungsmöglichkeiten für das Projekt gibt es, wie schon berichtet, weder im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms noch im Programm Ländlicher Tourismus. Deshalb folgte der Rat nun auch der Empfehlung des Verwaltungsausschusses, an dem Konzept festzuhalten und das Vorhaben ohne Förderung in die Tat umzusetzen.

Den Jahresabschluss des Haushaltsplans für 2019 nahm der Gemeinderat zur Kenntnis. Die Gemeinde Hilgermissen, so Gemeindedirektor Detlef Meyer, habe im vergangenen Jahr Überschüsse von 243 400 Euro im ordentlichen und 9 300 Euro im außerordentlichen Ergebnis erwirtschaftet, nachdem der Haushaltsansatz noch einen Fehlbetrag von 191 600 Euro ausgewiesen hatte. Das verbesserte Ergebnis sei durch höhere Steuereinnahmen erzielt worden. Meyer: „Die Gemeinde Hilgermissen hat keine langfristigen Schulden. Das ist beachtlich, gemessen an all dem, was in den letzten Jahren verwirklicht wurde.“

Die flüssigen Mittel der Gemeinde Hilgermissen, so Meyer weiter, belaufen sich nach dem Jahresabschluss 2019 auf 1,3 Millionen Euro. Die Gemeinde müsse 1,8 Millionen Euro für Umlagezahlungen von ihren Einnahmen abziehen, sodass eine freie Spitze von 391 000 Euro verbleibe. Bürgermeister Johann Hustedt gab zu bedenken, dass enorme Ausgabenerhöhungen sowohl auf Samtgemeinde- als auch auf Kreisebene zu erwarten seien.

Einstimmig verabschiedete der Rat den Bebauungsplan Nummer 15 „Wienbergen – Am Schulgraben“. Der Satzungsbeschluss wurde gefasst, nachdem die öffentliche Auslegung und die daraufhin eingegangenen Stellungnahmen keine Änderung des Bebauungsplans erforderlich gemacht hatten. Ratsmitglied Tim Stegemann (Wählergemeinschaft Hilgermissen, WG) verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Bau in Wienbergen nun vorangehen könne. Ratsmitglied Uwe Hopmann (Wählergemeinschaft für Hilgermissen, WfH) wies auf die Bedeutung des Wohnbedarfs in den Ortsteilen hin: „Wir müssen unsere Einwohner hier halten.“ Ratsmitglied Rainer Fellermann (WG) ergänzte: „Bautätigkeit stärkt den Kindergarten und die Grundschule.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Pixel 5 und 4a 5G im Praxistest

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg

Mit diesen Lebensmitteln schlemmen Sie schlechte Laune ganz einfach weg

So geht Brot auf Europäisch

So geht Brot auf Europäisch

Meistgelesene Artikel

Corona-Fälle im Landkreis Nienburg:  7-Tage-Inzidenzwert sinkt auf 35,4

Corona-Fälle im Landkreis Nienburg: 7-Tage-Inzidenzwert sinkt auf 35,4

Corona-Fälle im Landkreis Nienburg: 7-Tage-Inzidenzwert sinkt auf 35,4
Nienburger Polizei sucht Schlüsselbesitzer

Nienburger Polizei sucht Schlüsselbesitzer

Nienburger Polizei sucht Schlüsselbesitzer
Mühlbachbrücke muss saniert werden

Mühlbachbrücke muss saniert werden

Mühlbachbrücke muss saniert werden
160 Saisonarbeiter in Quarantäne

160 Saisonarbeiter in Quarantäne

160 Saisonarbeiter in Quarantäne

Kommentare