Udo von Ohlen entdeckt BMW-Seitenmaschine in Weißrussland

Hasseler Kriegsmotorrad sorgt für Aufsehen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Hassel - Von Heiner Büntemeyer. Unter den zahlreichen landwirtschaftlichen Geräten, den Traktoren und den Unimogs, die am Wochenende beim „Feldtag“ auf dem Hof Wulfers in Schwarme (wir berichteten) ausgestellt wurden, sorgte ein Motorrad für besonderes Aufsehen. Schon bei der Ankunft von Udo von Ohlen aus Hassel versammelten sich zahlreiche Besucher um den Anhänger, mit dem die Maschine transportiert wurde.

Vorsichtig wurde das schwere Motorrad an einer Seilwinde aus dem Anhänger gezogen. Auf dem Kennzeichenhalter am vorderen Kotflügel verriet es schon einiges über seine Herkunft: „R 75 – 1941“ stand dort. Es handelt sich um eine BMW-Seitenwagenmaschine aus dem Baujahr 1941, die während des Zweiten Weltkriegs in Nordafrika im Einsatz war. Erkennbar war das an der Lackierung in „Sahara-Gelb“. Allerdings hat Udo von Ohlen diese Maschine 1985 über einen Autohändler aus Gomel in Weißrussland erworben. Nach zähen Verhandlungen gelang es ihm, dafür eine Ausreisegenehmigung zu bekommen, die anschließend auch für den Transit durch Polen und die damalige DDR galt.

Natürlich war das Fahrzeug renovierungsbedürftig. Die Eigentümer, die nach dem Krieg in den Besitz der BMW gekommen waren, hatten sie schwarz gestrichen. „Aber die Grundfarbe war noch zu erkennen“, sagte von Ohlen, sodass es keine Probleme gab, die Originalfarbe zu identifizieren und das Motorrad damit neu zu lackieren.

Aber die Jahre hatten auch am Blech ihre Spuren hinterlassen, sodass auch einige Schweißarbeiten erforderlich waren. Außerdem hatte das Fahrzeug auch bei Kriegshandlungen gelitten, wie zwei Einschlaglöcher am Motorgehäuse bewiesen. Ein Splitter hatte das Kurbelgehäuse durchschlagen, das daher verschweißt werden musste. Der andere Einschlag ist noch erkennbar, es war offenbar ein Streifschuss.

Interessant an diesem Motorrad, das von einem 750 Kubikzentimeter großen und 26 Pferdestärken (PS) starken Viertaktmotor angetrieben wird, ist der „Steib“-Beiwagen. Dieser ist sehr robust ausgeführt und verfügt sogar über einen eigenen Antrieb.

Wie zuverlässig der BMW-Motor arbeitet, erkannten die „Feldtag“-Besucher, denn Udo von Ohlen brauchte nur einmal den Anlasser zu treten, schon sprang er an. Rund 1000 Kilometer fährt von Ohlen als Mitglied des Oldtimerclubs Nienburg mit dieser Rarität pro Jahr.

Der Besitzer vermutet, dass das Motorrad bis zu 100 Stundenkilometer schnell ist, „aber ausprobiert habe ich das noch nicht“, sagte er. Schließlich möchte Udo von Ohlen seinen betagten und liebevoll restaurierten Hingucker nicht unnötig strapazieren.

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