Öffentliche Verleihung am 10. November im Kulturzentrum Martinskirche

Marion Blumenthal-Lazan bekommt Ehrenbürgerrechte

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Fröhlich lächelnd zeigte sich Marion Blumenthal-Lazan bei der Benennung der Hoyaer Hauptschule 2010.

Hoya - Von Alena Staffhorst. „Ihre Mission ist es, in Erinnerung zu halten, was den jüdischen Bürgern in der Nazizeit passiert ist. Sie wirkt für Toleranz, Versöhnung und Respekt.“ Wenn Heike Huth, Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Synagoge, über Marion Blumenthal-Lazan spricht, findet sie nur lobende Worte. Wohl auch ein Grund, warum sie die gebürtige Hoyaerin als Ehrenbürgerin der Stadt vorgeschlagen hat.

Nun wird der Antrag, dem der Rat der Stadt Hoya am 17. Juni zustimmte, in die Tat umgesetzt: Am Montag, 10. November, um 19 Uhr bekommt Marion Blumenthal-Lazan im Kulturzentrum Martinskirche in einer öffentlichen Feierstunde die Ehrenbürgerrechte verliehen.

Heute lebt die 79-Jährige mit ihrem Mann in New York, doch noch immer verbindet sie viel mit Hoya: Ihre ersten vier Lebensjahre verbrachte Blumenthal-Lazan in der Grafenstadt, ehe sie Hoya 1938 gemeinsam mit ihrer jüdischen Familie verlassen musste. Über das Internierungslager Westerbork in den Niederlanden führte ihr Weg ins Konzentrationslager nach Bergen-Belsen. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie in einem der „Todeszüge“ Richtung Osten transportiert, konnte dann aber befreit werden. Ihr Vater, Walter Blumenthal, starb an den Folgen der Haft. Die Mutter wanderte daraufhin mit den Kindern nach Amerika aus, wo sie sich bei Verwandten ein neues Leben aufbauen konnten.

Eine traumatische Zeit für Marion Blumenthal-Lazan. Doch statt diese einfach zu verdrängen, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen die Geschichte zu vermitteln. „Nicht anklagend, sondern mit dem Appell: Achtet eure Mitmenschen, schützt Minderheiten, akzeptiert auch diejenigen, die nicht sind wie ihr und die ihr nicht versteht“, heißt es in dem Antrag der IG Synagoge. „Sie will aufklären, mahnen, verstehen helfen und verhindern, dass sich Menschen mit Vorurteilen und Hass begegnen.“

Nachdem sie 2010 schon zur Namensgeberin der Marion-Blumenthal-Hauptschule wurde, war sich der Rat im Sommer schnell einig, dem Antrag der Ehrenbürgerschaft zuzustimmen. „Den Gedanken, ihr die Ehrenbürgerrechte zu verleihen, gab es schon vorher in einigen Köpfen“, sagt Bürgermeisterin Anne Wasner.

Zum größten Teil in den USA hat Blumenthal-Lazan bereits mehr als 2000 Vorträge – hauptsächlich an Schulen – gehalten. „Man kann hochrechnen, wie viele Jugendliche sie damit erreicht hat. Das sind unglaubliche Zahlen“, sagt Wasner. „Zudem trägt Blumenthal-Lazan den Namen unserer Stadt in die Welt hinaus.“ Denn in jedem ihrer Vorträge erwähnt sie Hoya. „Ich erzähle immer und immer wieder, wie wunderbar und bedeutungsvoll es ist, dass in Hoya die schändlichen Verbrechen an Juden vor 70/80 Jahren nicht vergessen werden“, zitierte die Kreiszeitung Marion Blumenthal-Lazan Anfang des Jahres.

Die Bürgermeisterin wird ihr am 10. November eine Urkunde überreichen, die sie zur Ehrenbürgerin macht. Zudem soll es ein musikalisches Rahmenprogramm geben. „Wir möchten ausdrücklich betonen, dass nicht nur geladene Gäste kommen dürfen, sondern wir uns über jeden Besucher freuen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer.

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