Oberschule bringt Firmen und mögliche Azubis zusammen / Praxisnahe Übungen

Parcours macht Berufe für Schüler erfahrbar

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Anhand möglichst praxisnaher Übungen sollen die Schüler an den einzelnen Stationen einen Einblick in die vorgestellten Berufe erhalten und testen, ob diese ihnen liegen.

Von Michael Wendt. Die Oberschule (OBS) Hoya veranstaltet am Mittwoch, 11. November, ihren mittlerweile dritten Berufsparcours. Dabei stellen in der Aula des Schulzentrums mehr als 20 Firmen, Organisationen und Einrichtungen den Schülern der achten bis zehnten Klasse Ausbildungsberufe vor – möglichst praxisgerecht mit einigen Übungen für die Jugendlichen. Sie sollen die Berufe „erfahren“ können.

„Eines unserer Anliegen ist es, Mädchen und Jungen auf Berufe aufmerksam zu machen, die klassisch für das jeweils andere Geschlecht sind“, sagt Frauke Gieße-Claus. Die Sozialarbeiterin der OBS organisiert den Berufsparcours gemeinsam mit ihrer Kollegin Helke Gärtner sowie den Lehrern Diana Gehlhaar und Tim Piening.

Die beteiligten Firmen, Organisationen und Einrichtungen präsentieren fast 30 Berufe. Erstmals vorgestellt werden unter anderem der Zweirad-Mechatroniker, der Zahntechniker, der Sozialversicherungsfachangestellte, die Fachkraft im Gastgewerbe, der Friseur und der Papiertechnologe [wir verzichten auf die Nennung der weiblichen Form der Berufsbezeichnungen, d. Red.].

„Für die Firmen ist das eine Mordsanstrengung. Wir sind dankbar, dass sie mitmachen“, sagt Frauke Gieße-Claus. Vier Frauen vom Förderverein der Schule kümmern sich um die Bewirtung der Firmen-Mitarbeiter.

„Der Berufsparcours ist ganz anders als eine herkömmliche, theorielastige Berufsmesse“, sagt Gieße-Claus. „Die praktische Arbeit mit Schülern ist effektiver als eine Messepräsentation. Der Berufsparcours holt die Schüler anders ab.“ Diesen Vorteil hätten auch die Firmen erkannt. In der Vergangenheit wollten einige Schüler vor lauter Begeisterung teilweise gar keine Pause machen.

Im Klassenverband besuchen die Jugendlichen den Parcours. Sie sollen mindestens fünf Berufe erproben, die sie auf einem Laufzettel bewerten müssen. Später im Unterricht erfolgt eine Nachbereitung.

Zwei Unternehmen aus ganz klassischen Wirtschaftszweigen sind dieses Jahr erstmals vertreten: ein Friseur und ein Restaurant. „Wir sind froh, dass Restaurants mittlerweile vermehrt ausbilden“, sagt Helke Gärtner. Viele Gastronomen hätten das bislang nicht gemacht, was man besonders bei der Suche nach Praktikumsplätzen gespürt habe.

2011 veranstaltete die Schule erstmals einen Berufsparcours. Das Konzept stammt von Karin Ressel vom „Technikzentrum Minden-Lübbecke“. Sie begleitete die erste Veranstaltung persönlich. Mittlerweile organisiert die OBS den Berufsparcours allein und hat dafür eine Lizenz vom Technikzentrum erworben. Die kostet drei Euro pro Schüler. Die Schule übernimmt einen Euro, zwei Euro zahlt jeder Schüler.

Außer den Oberschülern nehmen die Förderschüler der Gutenbergschule teil. Auch das Gymnasium habe eine Einladung erhalten, einzelne Jugendliche zu schicken, bei denen eventuell klar ist, dass sie kein Abitur machen wollen und eine Ausbildung anstreben, sagt Frauke Gieße-Claus.

Durch den Berufsparcours haben mittlerweile mehrere Schüler den für sie richtigen Ausbildungsplatz gefunden.

Mindestens ein Auszubildender kehrt am 11. November an seine alte Schule zurück: Er zeigt den Jugendlichen am Stand der Spedition Jülke, wie die Arbeit eines Berufskraftfahrers ist. Unter anderem gilt es für die Schüler dabei, eine Ladung richtig zu sichern und im Fahrsimulator Finger- und Fußspitzen-Gefühl zu beweisen.

Die teilnehmenden Firmen:

– Malerei Guder

– Baumschule Krebs

– Berufsfachsch. Altenpflege

– Blind Maschinenbau

– Göbber (Konfitüren, Honig)

– Hartje (Fahrräder)

– Familienzentrum Hoya

– Lühmann (Treib- und Schmierstoffe)

– Oelschläger Metalltechnik

– Restaurant Dillertal

– Spedition Jülke

– Volksbank Hoya

– Weserschule

– Zimmerei und DachdeckereiSchneider und Bening

– PapierpabrikSmurfit Kappa

– Fliesen Ratz

– Feldmann Zahntechnik

– Samtgemeinde Hoya

– Drescher Automatisierung

– AOK

– Gut Retzen (Pflege)

– Friseur Radolla

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