Stadtrat stimmt für 2015 vorgestellten Entwurf

Nutzungskonzept fürs Schloss

Hoya - Von Michael Wendt. Gegen die Stimmen von Heike Krüger und Jürgen Schaacke (beide Bürgerforum plus 3) beschloss der Hoyaer Stadtrat am Montagabend ein Nutzungskonzept für das Schloss. Es ist vom Hamburger Planungsbüro „pmp“ erarbeitet worden und war der Bevölkerung Ende November im „Lindenhof“ vorgestellt worden.

Es beschreibt mögliche Nutzungen (unter anderem für Tourismus, Gastronomie, Versammlungsräume, Wohnen) und schätzt das dafür nötige Investitionsvolumen grob auf 5,1 Millionen Euro. Vor der Abstimmung über das Konzept gab es im Ratssaal eine teilweise lebhafte Diskussion.

Den Unmut einiger SPD- und CDU-Ratsleute erregte eine Äußerung von Olaf Heye (Bürgerforum plus 3). Er sagte: „Die Meinungen zum Konzept reichen in unserer Fraktion von Zustimmung bis Ablehnung. Für uns ist das Geld, das wir ausgeben, eine ganze Menge.“ Mit den veranschlagten Modernisierungskosten könne man das bestehende Schloss abreißen und komplett neu bauen – inklusive eines vom Hoyaer Architekten Norbert Thoss vorgeschlagenen Amphitheaters am Rathaus. „Aber wir wollen das Konzept nicht blockieren“, schloss Olaf Heye.

„Niemand will etwas abreißen“, erwiderte Friedrich Gilster (SPD). „So ein Unfug, sich anhören zu müssen, dass Schloss abzureißen! Das ist ein Schlag ins Gesicht aller vorausgegangenen Generationen.“

Stadtdirektor Detlef Meyer betonte, das Schloss sei als Stammsitz der Grafen von Hoya auch identitätsstiftend, und von außen dürfe die Stadt aufgrund des Denkmalschutzes gar nichts verändern. „Die Grundsubstanz ist laut Untersuchung sehr gut“, sagte er. „Wenn das Schloss saniert ist, wird es in einem super Zustand sein.“

Olaf Heye entgegnete auf die Kritik, er habe lediglich die Höhe der Kosten einordnen wollen: „Es sollte nicht heißen, dass wir das Schloss abreißen wollen.“

Heike Krüger (Bürgerforum plus 3) nannte das Nutzungskonzept als „konzeptionelles Sammelsurium“. „Die gastronomische Nutzung scheint mir gesetzt zu sein. Ich habe Angst, dass wir [mit der Verabschiedung des Konzepts] nicht mehr nach rechts und links schauen“, sagte sie. Ihr Fraktionskollege Jürgen Schaacke begründete seine Ablehnung nicht.

Beide stimmten gegen das Konzept, Olaf Heye enthielt sich. Nicht anwesend bei der Sitzung waren Sven Bäuerle (Bürgerforum plus 3), Edmund Seidel, Bernt Guder (beide CDU), Marlies Fregien und Imke Lauter (beide SPD).

Auf Basis des Nutzungskonzepts von „pmp“ möchte die Stadt nun Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen vorbereiten. Dabei will sie laut Detlef Meyer Gebäude für Gebäude vorgehen.

In einen Teil des Schlosses könnte das bislang an der Kirchstraße beheimatete Druckereimuseum einziehen. Dessen Inhaber Michael Linke aus Wechold war einer von fünf Zuhörern der Sitzung und sagte: „Ich würde die Druckerei gerne der Stadt Hoya überlassen. Ich muss aus meinem Haus in vier Jahren raus, weil ich es verkauft habe.“

Unser Bericht über die Vorstellung des Nutzungskonzepts ist auf kreiszeitung.de nachzulesen: http://goo.gl/LxWI6v (Direktlink zum Artikel)

Mehr zum Konzept findet sich auch auf hoya-weser.de: http://goo.gl/3qXyXU (Direktlink zur Seite)

Rubriklistenbild: © dpa

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