„Not macht erfinderisch“

Hoyas Einzelhandel trotzt bestmöglich der Corona-Krise

Was ist während der Schließung alles in Hoyas Geschäften passiert? Fördergemeinschaftsvorsitzende Monika Singelmann-Droegmöller (links) informiert sich bei Katrin Schwandt, Inhaberin der „Outfiteria“. Fotos: Rebecca Göllner-Martin
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Was ist während der Schließung alles in Hoyas Geschäften passiert? Fördergemeinschaftsvorsitzende Monika Singelmann-Droegmöller (links) informiert sich bei Katrin Schwandt, Inhaberin der „Outfiteria“.

Hoya - „Fast alle sind mit den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung zufrieden“, sagt Monika Singelmann-Droegmöller. Die Vorsitzende der Hoyaer Fördergemeinschaft hat sich gestern mit einem mit Blumen gefüllten Korb auf den Weg durch die Grafenstadt gemacht, um zum einen den seit Montag geöffneten Geschäften einen bunten Frühlingsgruß zu bringen, und zum anderen, um zu hören, wie es den Mitgliedern der Fördergemeinschaft während der Corona-bedingten Schließung ergangen ist.

Ihr Fazit: „Not macht erfinderisch.“ Viele der Inhaber hätten sich etwas einfallen lassen, um trotz der Krise weiterhin für die Kunden da sein zu können. So hätten beispielsweise die „Leserei“ und auch die „Outfiteria“ Lieferdienste angeboten. „Wir haben Fotos von den Kleidungsstücken gemacht und sie online präsentiert“, berichtet Katrin Schwandt von der „Outfiteria“. Sie habe sich selbst, obwohl sie es nicht besonders möge, vor der Kamera zu stehen, in verschiedenen Outfits bei Facebook und Co. gezeigt. Die Kunden konnten dann Nachrichten schreiben und Bestellungen aufgeben. Dieser Service bleibe auch weiterhin bestehen. „Das Angebot wurde super angenommen“, freut sich Schwandt über ihren treuen Kundenstamm. Die Waren seien in Tüten verpackt vor die Haustüren gestellt worden.

Trotz dieser positiven Erlebnisse in einer schweren Zeit hat die Ladenbesitzerin auch Angst, bald die Türen wieder schließen zu müssen. Die Sorge vor neuen Beschränkungen sei groß. „Ich will und muss aufmachen“, erklärt Schwandt. Dass auch die Kunden wieder dort einkaufen möchten, habe der Montag deutlich gemacht. „Wir mussten zu zweit arbeiten, sonst hätten wir es nicht geschafft“, meint die „Outfiteria“-Chefin. Neben den regulären Öffnungszeiten besteht dort derzeit die Möglichkeit, private Termine zu vereinbaren. „Dann kann jeweils eine Kundin alleine durch den Laden stöbern“, schildert Schwandt.

Monika Singelmann-Droegmöller verteilt im Namen der Fördergemeinschaft Blumengrüße an die wiedereröffneten Geschäfte in Hoya.

Doch nicht für neue Vermarktungswege nutzten die Hoyaer Einzelhändler die Zwangspause. Sowohl Rebecca Jeßke, Inhaberin des Friseursalons Schwake, als auch die Leserei hätten laut Monika Singelmann-Droegmöller die Geschäftsräume auf Vordermann gebracht und renoviert. Des Weiteren hätten viele Geschäfte während der Schließung die erforderlichen Hygienemaßnahmen in Angriff genommen und den „Spuckschutz“ im Kassenbereich aufgebaut, Masken genäht oder mit Klebestreifen auf den Fußböden die Sicherheitsabstände markiert.

Neuer Service: „Wir liefern“

Die Fördergemeinschaft hat zudem in Kooperation mit dem MF Medienservice aus Hoya eine Internetplattform errichtet, auf welcher die Mitglieder ihre Waren kostenfrei bewerben können. Auf der Seite www.hoya-ohja.de/wir-liefern sind die Produkte für Kunden für mehrere Wochen sichtbar. Bestellungen erfolgen dann per E-Mail oder telefonisch beim jeweiligen Anbieter. Die Auslieferung ist nach Absprache am darauffolgenden Tag. Die Idee dahinter: „Wir alle müssen digital sichtbarer werden. Auch wenn die Läden wieder öffnen dürfen, möchten Risikogruppen sicher lieber beliefert werden und fehlende Umsätze müssen ausgeglichen werden. Zumindest sollten wir aber digital mehr wahrgenommen werden“, beschreibt Monika Singelmann-Droegmöller. Das Ganze werde finanziert von der Fördergemeinschaft für ihre Mitglieder.

Bislang nur wenig Nachfrage

Der von der Fördergemeinschaft und der Stadt Hoya angebotene und ehrenamtliche Einkaufsservice (wir berichteten) werde laut Singelmann-Droegmöller von einigen regelmäßigen Kunden zwar angenommen, die Nachfrage sei insgesamt aber relativ gering. „Das liegt vermutlich mit unseren dörflichen Strukturen zusammen“, mutmaßt die Fördergemeinschaftsvorsitzende. Im ländlichen Bereich würde noch viel über die Nachbarschaftshilfe laufen.

Open-Air-Musik

Monika Singelmann-Droegmöller weist zudem darauf hin, dass einige Hobbymusiker sich sonntags ab 18 Uhr am Zwergenbrunnen treffen, um ein Lied anzustimmen. Zuhörer seien, natürlich mit gebührendem Abstand, willkommen.

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