Noel Malzahn beweist Talent für Physik / JBG ermöglicht Besuche im Leistungskurs

Sechstklässler in Klasse elf

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Noel Malzahn (links) und Physiklehrer Sven Renken beim Versuchsaufbau. Zu sehen ist eine Kupferkabelspule um eine Elektronenstrahlröhre.

Hoya - Von Andree Wächter. Noel Malzahn geht in die sechste Klasse am Johann-Beckmann-Gymnasium (JBG) in Hoya und hat ein Talent für Naturwissenschaften. Im Physikunterricht wechselte er in dem heute zu Ende gehenden Schuljahr gelegentlich in die elfte Klasse. „Bei den praktischen Übungen hat Noel in den Leistungskurs reingeschnuppert. Er konnte dort erste Hypothesen aufstellen“, sagt Physiklehrer Sven Renken. Weil Noel den Unterricht nicht bremst, darf er wiederkommen.

Sven Renken nahm den Ausnahmeschüler nur bei Experimenten mit in den höheren Kurs. „Bei den anschließenden Berechnungen fehlen ihm einfach die mathematischen Grundlagen“, begründet er. Diese muss der Gymnasiast in den folgenden Schuljahren erst noch lernen.

Bei den Versuchsaufbauten wurde Noel wie ein Schüler der elften Klasse behandelt. Als er das erste Mal dazu kam, haben die Elftklässler geschmunzelt, doch inzwischen ist er voll akzeptiert. „Die haben gemerkt, dass er was kann“, sagt Renken. Und auch Noel fühlt sich unten den „Großen“ wohl. „Es macht dort Spaß“, sagt er. Denn der Sechst-Klässler ist mit seinem Verständnis für Naturwissenschaften seinem Alter voraus. Im Frühjahr nahm in der Leistungskurs auch mit nach Oldenburg. An der Carl-von-Ossietzky-Universität besuchte er das Physiklabor.

Zurück in Hoya bauten Renken und die Schüler das nächste Experiment auf. „Wir haben gemessen, wie lange ein Kondensator zum Be- und Entladen braucht“, erklärt Noel. „Unser Ergebnis war, dass sie erst schnell laden und am Ende langsam. Beim Entladen war es umgekehrt.“

Um für die Experimente in Klasse elf wechseln zu können musste es in Noels normalen Stundenplan passen. Teilweise verpasste er anderen Unterricht. Schulleiter Lutz Bittner regte fürs kommende Schuljahr an, den Stundenplan nach Noels Bedürfnissen zu planen. Gemeint ist damit, dass der normale Physikunterricht und der Leistungskurs zur gleichen Zeit stattfinden. Voraussetzung dafür ist, dass Noel nach den Sommerferien wieder diese Förderung möchte.

Eine weitere Idee brachte Bittner ins Spiel. Vielleicht beteiligt sich das Gymnasium am Wettbewerb „Jugend forscht“. Bei dieser Aussage fingen Noels Augen an zu glänzen. Forschen kommt auch seinem Berufswunsch sehr nahe: „Irgendwas mit Naturwissenschaften.“

Laut seiner Mutter Jasmin hat Noel die Gabe, naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, in die Wiege gelegt bekommen. „Zuerst hat er uns bei Problemen gefragt, inzwischen ist das Internet für die Lösungssuche verantwortlich. „Er findet das Ausprobieren faszinierend“, sagte seine Mutter. Zu forschen ist für Noel eine Art Ausgleich zur Schule. Zu Hause werden elektrisches Spielzeug umgebaut und modifiziert.

Außerhalb der Naturwissenschaften spielt der Gymnasiast Tischtennis oder spielt in der Bläserklasse des JBG.

awt

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