Neuntklässler hautnah drin in Geschichte um Fremdenfeindlichkeit

„Hallo Nazi“ – ein Theaterstück mit Emotionen

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Der Neonazi Rudi und ein polnischer Automechaniker geraten aneinander.

Hoya - Da brechen Emotionen aus: „Hallo Nazi“ heißt das Stück, das das Berliner Theater „Scheselong“ jetzt vor Schülern des Gymnasiums auf die Bühne der Aula im Schulzentrum Hoya brachte. Ein Stück voll mit Vorurteilen und dabei sehr nahe an der Wirklichkeit:

Die Polizistin Tina bewacht beide im Gefängnis.

Nach einem Überfall einer rechtsextremen Gruppe auf polnische Schwarzarbeiter werden der deutsche Neonazi Rudi und der polnische Automechaniker Jan gemeinsam in eine Zelle gesperrt und von der jungen Polizistin Tina bewacht. Beim Warten auf die Protokollaufnahme kommt es zu gegenseitigen Beschimpfungen und einer Prügelei zwischen den Männern. „Ich will mir bei dem Polacken keine Läuse holen“, herrscht Rudi den Polen an. Dieser kontert: „Wir machen die Jobs, die ihr Deutschen nicht machen wollt.“ Die Stimmung ändert sich erheblich, als Tina berichtet, dass einer der überfallenen Polen an seinen Verletzungen gestorben ist. Allerdings scheint die junge Polizistin nicht ganz neutral. „Ein rechtsradikaler Hintergrund muss erstmal bewiesen werden“, sagt sie und stellt sie sich damit, wenn auch nicht für lange Zeit, gegen den Polen Jan. Die impulsive Polizistin sorgt sich um den guten Ruf der Stadt: „Ein blaues Auge ist eins, ein Toter auf der Titelseite der Zeitung das andere.“

Bei der Aufführung entstand eine Verbindung zwischen Schauspielern und Zuschauern, als die Berliner sich ab und an einzeln von der Bühne begaben und ihre Sicht der Dinge den Schülern emotional darlegten.

In einer Podiumsdiskussion nach der Vorstellung stand die Frage im Mittelpunkt, ob es möglich ist, sich in der Öffentlichkeit eine eigene Meinung zu bilden. In einem Workshop mit den Schauspielern konnten die Schüler der Klasse 9c danach ihre Meinungen und Erfahrungen zum Thema Rechtsextremismus äußern und einiges darüber lernen.

lc

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