Sachverstand von außen

Neun Studenten sezieren Samtgemeinde Hoya

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Die Studenten mit (stehend) Detlef Meyer (links) und Peter Bruns von der Verwaltung (4. v. l.) sowie Stefan Mitschang (5. v. l.).

Hoya - Von Michael Wendt. Städter sagen gerne: Ganz schön viel Landschaft hier in der Grafschaft Hoya. Das stimmt, und doch kann es nie genug freie Fläche sein. Denn auch uns in Marsch und Geest stellt sich die Frage: Wo soll Platz für Landwirtschaft sein, wo für Energiegewinnung, wo für Wohnen und wo fürs Arbeiten, wo für Natur und wo für Erholung?

Diese Fragen beantwortet unter anderem der Flächennutzungsplan der Samtgemeinde – kurz F-Plan. Weil dessen Grundzüge aus den 70er-Jahren stammen und getrennt voneinander in den Samtgemeinden Eystrup und Hoya erarbeitet wurden, soll er 2018 grundlegend überarbeitet werden. Studenten der Technischen Universität Berlin wollen der Samtgemeinde nun darlegen, welche Möglichkeiten sie dabei hat und wo Vorgaben die Entscheidungsbefugnis einschränken. An Ende könnten Handlungstipps für den Samtgemeinderat herausspringen.

Neun Studenten sind beteiligt an dem Projekt „Kommunale Planungshoheit im Spannungsfeld zwischen Regional- und Fachplanung – eine Restriktionsanalyse in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya“. Geleitet wird es von Professor Stephan Mitschang. Trotz des komplizierten Namens soll das Projekt praxisnah sein. Das war schon bei der ersten Zusammenarbeit von Samtgemeinde und TU Berlin der Fall. 2016 stellte eine andere Studentengruppe ein Entwicklungskonzept für Hoya vor. Es sieht unter anderem einen freien Zugang von der Deichstraße zur Weser vor und fand großen Anklang im Stadtrat.

Studenten schauen sich genau um

„Wir wollen mit einem weiteren Projekt in der Samtgemeinde eine studentische Tradition begründen“, sagte Stephan Mitschang am Mittwoch bei einem Arbeitstreffen im Hoyaer Rathaus. Bis Donnerstag erlebten er und seine Studenten die Situation vor Ort, sprachen mit Planern und Bürgermeistern.

Stephan Mitschang ist froh, ein konkretes Projekt wie die Neugestaltung eines F-Plans begleiten zu können. „Was wir jetzt machen, erwartet die Studierenden in einem Jahr auch im Beruf“, erklärte er. Die Teilnehmer belegen in Berlin das Masterstudium für Stadt- und Regionalplanung. „Es sind keine Anfänger, sie stehen vielmehr kurz vor dem Anschluss“, sagte ihr Professor, „wir können objektive Impulse geben, weil wir nicht von hier sind.“

Die Studenten kommen aus ganz Deutschland, aus ländlich und aus städtisch geprägten Regionen – aus Berlin und Wismar zum Beispiel, aus Halle an der Saale und aus der Region Mainz. Einen Blick von ziemlich weit außen haben zwei Teilnehmer, die aus Peking stammen.

Bürgermeister freut sich über Besuch

Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer freut sich über den externen Sachverstand. „Die Fusion der Samtgemeinden Hoya und Eystrup hat raumordnerisch viele, viele Fragen und Probleme aufgeworfen. Wir brauchen ein schlüssiges Gesamtkonzept und wollen das im nächsten Jahr schwerpunktmäßig abschließen“, sagte er.

Mit einem beispielhaften Bauprojekt, das die Samtgemeinde durch ihren F-Plan ermöglichen oder verhindern kann, wurden die Studenten am Donnerstag konfrontiert: der geplanten Erweiterung des Milchviehbetriebs Derboven in Helzendorf.

Ihre Ergebnisse präsentieren die Studenten im Februar 2018 im Samtgemeinderat. Näheres zum Termin folgt zu gegebener Zeit.

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