Neujahrsempfang: Flüchtlinge ein Thema

Das Ehrenamt als Grundlage für die Demokratie

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Geschäftsführer Andreas Spreen von der Oelschläger Metalltechnik GmbH hielt einen Vortrag über das Unternehmen.

Von Horst Friedrichs. Ein Unternehmen von Welt – in des Wortes reinster Bedeutung – präsentierte sich am Samstag: Andreas Spreen, Geschäftsführer der Hoyaer Firma Oelschläger Metalltechnik (OMT), schilderte deren geradezu atemberaubende Entwicklung bis hin zur heutigen globalen Geltung. Anlass war der Neujahrsempfang der Grafenstadt, in dessen Mittelpunkt Spreens spannender Vortrag stand.

Angesichts seiner eindrucksvollen Aufzählung von Tochtergesellschaften in Europa, Nordamerika, Südamerika und Ostasien wurde ein nicht minder stolzer Hinweis fast zur Randbemerkung: Oelschläger feiert in diesem Jahr sein 70. Firmenjubiläum.

Zu Beginn seines Vortrags lobte Andreas Spreen die Stadt Hoya für ihre gute Zusammenarbeit mit OMT. Ausführlich nannte er dann die Produkte des Unternehmens, das Systemelemente und Hubmechaniken für die Büromöbelindustrie entwickelt und fertigt – in Hoya auf 20000 Quadratmetern Produktionsfläche.

In der Grafenstadt, sagte Spreen weiter, habe das Unternehmen derzeit 500 Mitarbeiter. „Davon sind leider nur zehn Prozent Frauen“, sagte der Geschäftsführer. „Ein Anteil, den wir erhöhen wollen.“ In zehn verschiedenen Berufsfeldern beschäftige OMT Hoya derzeit 49 Auszubildende. Als deutscher Marktführer seiner Branche verarbeite der Betrieb jährlich 8000 Tonnen Rohr und 5000 Tonnen Blech.

Ausführlich schilderte Andreas Spreen nicht zuletzt die Firmengeschichte, die 1946 mit der Gründung der Firma Oelschläger als Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Maschinen in Hoya begann. Als mit dem Wiedererstarken der Wirtschaft auch der Bedarf an Büroeinrichtungen in Deutschland rasant anstieg, erkannte die Gründerfamilie die Zeichen der Zeit und stellte den Metallbaubetrieb auf die Produktion zunächst einfacher Bürotischgestelle um.

Die dynamische Entwicklung des Unternehmens führte 1989 zum Neubau am jetzigen Standort im Industriegebiet Hoya-Nord. Sieben Jahre später kamen Gesellschafter aus Bremen hinzu, 2004 dann die Firma Veyhl in Süddeutschland. Gemeinsam mit Veyhl wurden Tochtergesellschaften in Michigan, USA, sowie in Brasilien gegründet. Einen weiteren Glanzpunkt, nämlich die OMT-Veyhl-Gründung in Hongkong, gab es im vergangenen Jahr.

Auf die Flüchtlingsfrage ging Stadtdirektor Detlef Meyer in seiner Ansprache zu Beginn des Neujahrsempfangs ein. Derzeit seien im Bereich der Samtgemeinde 122 Flüchtlinge dezentral untergebracht. Meyer: „Bis März dieses Jahres werden es 273 Personen sein. Was deren Unterbringung betrifft, müssen wir uns dann kurzfristig Maßnahmen überlegen.“ Meyer dankte in diesem Zusammenhang den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern; ihre Mitarbeit bezeichnete er als Grundlage für eine funktionierende Demokratie.

Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner würdigte in ihrem Jahresrückblick an erster Stelle das Lebenswerk des 2015 verstorbenen Hoyaer Ehrenbürgers Hans Lühmann. „Mit ihm haben wir eine Persönlichkeit verloren, die sich, geprägt von festen Werten und einem hohen Pflichtgefühl, mit ganzem Herzen der Stadt Hoya verbunden fühlte“, betonte Wasner. Sie dankte überdies den vielen Bürgern, die sich in der Grafenstadt gemeinnützig engagieren.

Zur Aufnahme von Flüchtlingen erklärte Wasner: „Ich wünsche mir, dass alle Orte in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya Solidarität zeigen und Flüchtlinge aufnehmen.“ Als Ziele der Stadtentwicklung nannte sie eine bessere Erlebbarkeit der Weser und die Umgestaltung der Innenstadt. Neben Neubauten seien auch Gebäudeabrisse notwendig, etwa das ehemalige Prausner-Gebäude und die „Scharfe Ecke“.

Der Deichbau in Hoya-Ost müsse vordringlich vervollständigt werden, erklärte Wasner weiter. Der Kreisel Weserstraße/Bücker Straße sei nach wie vor in der Planung. Eine Fahrt in die polnische Partnerstadt Duszniki Zdroj sei für den Monat Mai dieses Jahres geplant.

Jonas Buchroth unterhielt die Gäste des Empfangs mit Gesangsstücken am Klavier. Nach seiner Eröffnung durch eine mitreißende Version von „Route 66“ begeisterte er seine Zuhörer mit weiteren Titeln wie „The Rose“, „Englishman in New York“ und „Lovely day“.

Für den humorvoll-satirischen Abschluss des Programms sorgte wie immer Pastor Andreas Ruh mit seinem speziellen Jahresrückblick.

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