Neues Buch: Museumsleiterin präsentiert Geschichte der Familie von Staffhorst

Nur Zahlen und Fakten, das reicht Elfriede Hornecker nicht

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Elfriede Hornecker vor der Einfahrt zum ehemaligen Hof der Familie von Staffhorst. In dem Gebäude ist heute das Heimatmuseum untergebracht, das Elfriede Hornecker leitet.

Von Michael WendtHier im Burgmannshof hat sie einst die Sommer verbracht, die letzte geborene von Staffhorst: Gräfin Sophie von Bremer. So manche Spur hat ihre Familie in Hoya und der Grafschaft hinterlassen. Denen ist Elfriede Hornecker gefolgt. Die Bückerin verbringt viele Stunden in der alten Sommerresidenz, denn dort ist heute das Heimatmuseum untergebracht, das Hornecker leitet. Mit den Spuren der Familie von Staffhorst hat sie ein ganzes Buch gefüllt, das sie am Sonntag vorstellt.

„Ich lese gerne Kriminal-Romane und gehe selbst gerne Spuren nach“, sagt Elfriede Hornecker. Sie nennt ihr Buch scherzhaft, aber doch stolz „mein Baby“. Über zehn Jahre ging sie damit schwanger. „2005 habe ich eine erste Schrift über die Familie veröffentlicht“, erzählt sie. „Und dann bin ich immer dran geblieben.“

Ursprünglich interessierte sich Hornecker für die Geschichte des ehemaligen Burgmannshofs, der idyllisch zwischen Bürgerpark und alter Martinskirche in Hoyas Altstadt liegt. Bei ihren Recherchen zum Gebäude stieß sie auf Familienakten der von Staffhorsts. „Da habe ich Blut geleckt“, sagt die Bückerin. Richtig Fahrt nahm Horneckers Buchprojekt auf, als ihr der Verdener Historiker Hartmut Bösche 2014 seine Kartei über Fundstellen zur Familie von Staffhorst übergab.

Aber auch vorher schon hatte Elfriede Hornecker in alten Akten geblättert – zum Glück, denn als 2009 der Zugang zu Akten im Staatsarchiv Hannover wegen Pilzbefalls gesperrt wurde, hatte sie die bereits nach Spuren der Familie von Staffhorst durchkämmt.

In ihrem Buch beschränkt sie sich auf Personen, die eine Verbindung mit der Grafschaft Hoya haben. Elfriede Hornecker erzählt darin nicht nur Geschichte, sondern Geschichten. Denn als pensionierte Lehrerin weiß sie: „Mit Zahlen allein ist nichts gesagt.“ Die Geschichte einer Person ordnet sie immer in den geschichtlichen Hintergrund ein: Was passierte zu ihren Lebzeiten im Reich, was in der Grafschaft Hoya?

Als Leiterin der Grundschule in Siedenburg war Elfriede Hornecker der Familie von Staffhorst räumlich lange Zeit ganz nah, denn deren Wurzeln liegen im kleinen Nachbarort Staffhorst. Die älteste Quelle ist eine Güterübertragung der Bremer Kirche an die Brüder von Staffhorst im Jahr 1236. Ab 1405 werden die Herren von Staffhorst dann als Burgmänner von Hoya bezeichnet, leisteten den Grafen also Kriegsdienste.

Fast fünf Jahrhunderte später stirbt 1891 mit Gräfin Sophie die letzte geborene von Staffhorst. Nachdem sie 1866 mit dem Ende des Königreichs Hannover ihre Stellung als Hofdame verloren hatte, verbrachte sie viel Zeit in Hoya. Dort, wo heute Elfriede Hornecker forscht und am Sonntag mehr über das Leben von Sophie und ihrer Familie erzählt.

Die Präsentation:

Elfriede Hornecker präsentiert ihr Buch und einzelne Geschichten daraus am Sonntag, 13. September, ab 15.30 Uhr im Hoyaer Heimatmuseum (Im Park 1). „Die Herren von Staffhorst – Spurensuche in der Grafschaft Hoya“ ist für 17,90 Euro direkt im Heimatmuseum erhältlich sowie unter anderem bei der Touristen-Information, Lange Straße 2.

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