Buch „Woher.Wohin“ vorgestellt

Das Leben der jüdischen Minderheit im Hoyer Land

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Einige Mitglieder und Freunde der Interessengemeinschaft Synagoge beim Pressetermin zur Buchvorstellung im Heimatmuseum: (hinten, von links) Hans-Robert Ostermeyer (Bücken), Dr. Jens Neinhardt (Hoya), Heike Mallus-Huth (Hoya), Herma Kroppach (Eystrup) und Werner von Behr (Hoya) sowie (vorne, von links) Museumsleiterin Ulrike Taenzer (Verden), Hiltrud Seidler (Dedendorf), Sylke Linke (Wechold), Elfriede Hornecker (Bücken) und Henry Meyer (Hoya).

Hoya - Von Heide Wirtz-Naujoks. Das Heimatmuseum Hoya hat ein neues Werk aus seiner Schriftenreihe „Gestern und heute“ herausgegeben und präsentiert es am Donnerstag, 7. September, der Öffentlichkeit. Das Buch „Woher.Wohin.“ handelt vom Leben der jüdischen Minderheit im Hoyaer Land und wurde unter Federführung der langjährigen Museumsleiterin Elfriede Hornecker erarbeitet. Das Heimatmuseum versteht das Buch als erweiterte Neuauflage der Broschüre „Wann wird man je verstehen“ von Heike Mallus-Huth und Hans Huth aus dem Jahr 1992.

Seit langer Zeit bewegt die Hoyaer Familie Huth das Schicksal der jüdischen Familien in der Region. Das Ergebnis ihrer privaten Nachforschungen wurde vor 25 Jahren in einem kleinen Band zusammengefasst, dessen Auflage schnell vergriffen war.

Interessengemeinschaft Synagoge forscht seit 1996

1996 bildete sich die Interessengemeinschaft Synagoge, die sich mit den Spuren jüdischen Lebens in der Weserstadt und dem, was von der Hoyaer Synagoge geblieben ist, befasst. In den Folgejahren trug sie weiteres Material zusammen, das die historische Auseinandersetzung mit den Lebensumständen der jüdischen Familien im Hoyaer Land ermöglichte.

Die erste Publikation bildet die Grundlage der um ein Vielfaches erweiterten Neuauflage. Das neue Buch ist dem Heimatforscher Heinrich Bomhoff (1937-2014) aus Bruchmühlen gewidmet. Er befasste sich intensiv mit der Geschichte des Altkreises Hoya und war im Rahmen seiner beruflichen Archivarbeit unermüdlich auf der Suche nach Spuren jüdischen Lebens in der Region. Seinen Forschungsschwerpunkt fand er in der Lebensgeschichte des in Hoya geborenen Schriftstellers und Kunstsammlers Julius Elias (1861-1927). Für die Heimatforschung stellte Bomhoff seine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen zur Verfügung.

Buch spannt Rahmen über drei Jahrhunderte

Vergleichbar mit einem Mosaik wurde das Buch aus Beiträgen und Informationen aus alten Aktenbeständen, Archiven und persönlichen Erinnerungen zusammengesetzt. Die Ursprünge jüdischer Ansiedlung in Hoya sind seit dem frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen.

In „Woher.Wohin.“ werden Entwicklungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen jüdischer Minderheit und christlicher Mehrheit nachgezeichnet. Anhand von Zeitzeugnissen lassen sich Stationen des jüdischen Lebens in Hoya und Bücken belegen.

In chronologischer Abfolge wird ein zeitlicher Rahmen über 300 Jahre gespannt. Von den Ursprüngen im frühen 18. Jahrhundert über den Weg ins Bürgertum, die Zeit der politischen Emanzipation nach 1800, bis in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts spiegeln die einzelnen Kapitel anschaulich Lebensbilder der ehemaligen jüdischen Mitbürger wider.

Öffentliche Buchvorstellung am 7. September

Schilderungen von persönlichen Begegnungen mit Emigranten, die Hoya verlassen mussten und in einem anderen Land eine neue Heimat suchten, reichen bis in die Gegenwart. Ein Beispiel dafür ist die Familie Blumenthal, die in Hoya ein angesehenes Schuhgeschäft hatte. Die Familie wanderte 1948 nach Amerika aus. Tochter Marion Blumenthal Lazan lebt heute in New York und berichtet in Schulen aus ihrer Lebensgeschichte. Dabei sucht die Ehrenbürgerin von Hoya das Gespräch mit Jugendlichen, indem sie an die Vergangenheit erinnert und gleichzeitig zur Versöhnung aufruft.

Die öffentliche Buchvorstellung findet am Donnerstag, 7. September, um 18 Uhr im Kulturzentrum Martinskirche, Kirchstraße 29, statt. Mitglieder der Interessengemeinschaft Synagoge werden Passagen aus dem Buch lesen und von ihrer Arbeit berichten. Als Ehrengäste werden Marion Blumenthal Lazan und ihr Ehemann anwesend sein.

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