Neue Ausstellung im Heimatmuseum

„Bilder für ein Butterbrot“

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Museumsleiterin Elfriede Hornecker mit einem Bild des Schweringer Gottlieb Pot d‘Or.

Hoya - Was tun, wenn die Not groß ist und man nichts zu essen hat? Einige Künstler tauschten im und nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Bilder gegen Nahrungs- und Genussmittel ein. Um diese Werke geht es ab Sonntag, 28. Februar, um 15 Uhr in der neuen Ausstellung „Ma(h)lzeiten – Bilder für ein Butterbrot“ im Heimatmuseum Hoya, Im Park 1.

„Von den meisten Künstlern kennen wir lediglich die Namen und die überlieferten Geschichten zu den Bildern“, erklärt Museumsleiterin Elfriede Hornecker im Pressegespräch. Damals sei die vom Staat geregelte Versorgung katastrophal gewesen. Vor allem die Bewohner der zerbombten Städte litten unter Hunger und Mangelernährung. „Die Notleidenden unternahmen sogenannte Hamsterfahrten von der Stadt aufs Land. Sie zogen los, um Essbares gegen alles einzutauschen, was ihnen entbehrlich erschien“, berichtet Hornecker. Es gab aber auch Personen, die Kartoffeln, Äpfel und Karotten von den Feldern stahlen und die Kühe auf den Weiden ungefragt gemolken haben. „Dazu gehörten die Maler, deren Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, nicht. Ihnen rauschte die ,Ehrlichkeit im Blute‘. Sie versuchten sich und ihre Familien mit ihrer Arbeit durchzubringen“, sagt die Museumsleiterin.

Die Künstler bedienten den Geschmack ihrer Zeit. Dem passionierten Jäger lieferten sie einen röhrenden Hirsch am Waldesrand, dem norddeutschen Flachländer ein überwältigendes Alpenpanorama, dem Heimatfreund eine Heidelandschaft und dem bodenständigen Landwirt seinen eigenen Hof in Öl- oder Aquarellfarben. „Die Gemälde sind von unterschiedlicher Qualität. Diese hängt von den künstlerischen Fähigkeiten ab, aber auch von dem verfügbaren Material. Einige Künstler mussten zum Beispiel Streichhölzer als Ersatz für Pinsel verwenden“, erklärt Hornecker.

In der Ausstellung ist zum Beispiel das Bild „Blumenvase“ von Hinrich Johann Gerhard Fokken (1889-1976) zu sehen. Leihgeberin ist Annegret Harms aus Hoya. Das Bild gehörte ihrer Großmutter Sophie Döhrmann, die in Osterholz bei Syke wohnte. Döhrmann hatte zwei Schweine und einen großen Garten, war also als „Selbstversorgerin“ nicht auf die Lebensmittelkarten des Staats angewiesen. Annegret Harms erklärt: „Osterholz wurde von Bremern überrannt, die ,hamstern‘ wollten. Meine Oma bekam das Bild von Herrn Fokken für Schinken und Kartoffeln.“

Die Ausstellung zeigt zudem Bilder von Heinrich Frohböse, Gottlieb Pot d‘Or und Nelly Cunow-Deetjen.

asc

www.museum-hoya.de

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