Heimatverein erinnert an Bomben-Attentat von 1951

Neffe der Getöteten enthüllt Gedenktafel am alten Eystruper Postamt

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Reinhold Grüneklee (links), der Neffe der 1951 beim Anschlag getöteten Margret Grüneklee, enthüllte im Beisein von Horst Müller-Kuntzer (Mitte) und Horst Wyss vom Heimatverein die Gedenktafel am ehemaligen Eystruper Postamt.

Eystrup - Von Anne Schmidtke. Zum 65. Mal jährte sich am Dienstag der Tag der Paketbomben-Explosion im Eystruper Postamt. Aus diesem Anlass enthüllte der örtliche Heimatverein um 8.30 Uhr, genau zum Zeitpunkt der damaligen Detonation, im Beisein zahlreicher Zuschauer eine Gedenktafel am ehemaligen Postamt an der Bahnhofstraße.

Bei dem Attentat kam die 18-jährige Göbber-Kontoristin Margret Grüneklee ums Leben. Weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Nur wenige Stunden später tötete bei den „Bremer Nachrichten“ ein weiterer Sprengkörper den Chefredakteur Dr. Adolf Wolfard. Eine dritte Paketbombe, die an den Futtermittelfabrikanten Anton Höing in Verden adressiert war, explodierte nicht. Die Polizei fasste wenig später den Attentäter, der wegen zweifachen Mordes verurteilt wurde.

„Dieses schreckliche Ereignis, das in Eystrup seinen Anfang nahm, stellte den ersten großen Kriminalfall im noch jungen Nachkriegsdeutschland dar“, erzählte Horst Müller-Kuntzer vom Heimatverein. Der Fall ist weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus bekannt geworden und unter dem Namen „Post vom Tango-Jüngling“ in die Kriminalgeschichte eingegangen.

„Das Attentat hat Aufsehen erregt“, bestätigte Dr. Dirk Götting von der Polizeiakademie Nienburg. Er berichtete, dass das Mittel des Phantombilds wahrscheinlich 1951 zum ersten Mal zum Einsatz gekommen ist – im Fall des Briefbomben-Attentäters: „Journalisten ließen es anhand von Zeugenbeschreibungen des Attentäters zeichnen“, sagte Götting. Sie hätten es dann der ermittelnden Sonderkommission zur Verfügung gestellt. Das Bild habe wesentlich dazu beigetragen, den damals 22-jährigen Mörder Erich von Halacz zu überführen.

Anschließend enthüllte Reinhold Grüneklee (Wienbergen), der Neffe der Getöteten, die Gedenktafel.

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