Kapellenvorstand kann Widerspruch einlegen

„Nazi-Glocke“: Kirchenkreis spricht sich gegen weiteres Läuten aus 

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Die Glocke wurde von Unbekannten beschädigt. Das Hakenkreuz ist damit verschwunden. 

Schweringen - Der neue Kapellenvorstand Schweringen hat in seiner ersten Sitzung beschlossen, die als „Nazi-Glocke“ betitelte Glocke in der Schweringer Kirche mit sofortiger Wirkung wieder läuten zu lassen. Damit hat er den Beschluss des Vorgänger-Vorstands aufgehoben.

Welche der zwei neuen und zwei alten Mitglieder des Vorstands dafür oder dagegen stimmten, dazu machte Pastor Jann-Axel Hellwege, der als fünfte Person zum Kapellenvorstand gehört, keine Angaben. 

Der zuvor amtierende Vorstand hatte die Entscheidung für oder gegen ein Weiterläuten an den Vorstand des Kirchenkreises Nienburg abgegeben. Dieser entschied sich für das Abhängen der alten und das Aufhängen einer neuen Glocke.

Der Kirchenkreisvorstand hat in seiner turnusmäßigen Sitzung am Dienstag die Entscheidung des Kapellenvorstands beanstandet. Superintendent Martin Lechler sagte am Donnerstag, dass der Kirchenkreis sich weiterhin für den geltenden Beschluss vom 15. Mai, dass die Glocke nicht wieder in Gebrauch zu nehmen und abzuhängen ist, ausspricht. 

Damit dürfe die Glocke nicht mehr läuten. Einer der Gründe sei, dass die Verbindung der Glocke mit der Ideologie des Nationalsozialismus auch durch das Abflexen des Hakenkreuzes nicht aufgehoben ist. 

Lechler: Die Glocke wieder läuten zu lassen, schadet der Gemeinde

„Die unauflöslich mit der nationalsozialistischen Ideologie verknüpfte Entstehungsgeschichte der Glocke führte und führt zu bundesweiten Protesten gegen das Weiterläuten dieser Glocke“, so Martin Lechler. Vor diesem Hintergrund sei die bewusste Wiederinbetriebnahme der Glocke geeignet, dem Ansehen der Kirche weit über den Einzugsbereich der Kapellengemeinde Schweringen hinaus schweren Schaden zuzufügen.

Gegen diese Beanstandung kann der Kapellenvorstand innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sollte dies geschehen, wird der Rechtshof der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen laut Lechler eine Entscheidung zu dieser Thematik treffen. 

Die Vorsitzende des Kappellenvorstands, Christiane Noltemeier, hatte bis zum Redaktionsschluss laut ihrer Aussage keine Informationen des Kirchenkreisvorstands erhalten. Daher gab sie keine Stellungnahme ab. - vik

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