Naturschutzverein Weseraue stellt sich vor / Schon mehr als 20 Mitstreiter / Zwei Aktionen in Hilgermissen

Zahl der Mitglieder und Ideen wächst rasant

+
Die Gründungsmitglieder: (v.l.) Frank Radszuweit, Antje Wehland-Radszuweit, Silke Meyer, Sonja Röhrs, Arne Röhrs. Es fehlen Marco Meyer und Dietmar Pinkenell.

Wechold - Von Marion Thiermann. Ideen satt und auch eine stark steigende Zahl an Mitgliedern hat der im November gegründete Naturschutzverein Weseraue. Vergangene Woche stellte er sich bei einem Infoabend mit Mitgliederversammlung im Wecholder Gasthaus „Peitsche“ vor.

Sieben Mitglieder aus der Gemeinde Hilgermissen haben den Verein im November gegründet. Mittlerweile hat er bereits 21 Mitstreiter, darunter welche aus Hassel, Hämelhausen und Oiste. Mindestens zwei kamen durch die Infoveranstaltung noch hinzu.

Ziel des Vereins ist es, das Interesse an Natur und Umwelt zu vernetzen, unter anderem durch Zusammenarbeit mit Anglern, Jägern, Imkern und dem Nabu. In der Samtgemeinde sollen kleine Projekte geplant und durchgeführt werden, etwa die Pflege von Bäumen und Flächen sowie die Mitarbeit in der Dorfentwicklung, die aktuell in der Gemeinde Hilgermissen ansteht.

Der Verein bietet zudem Beratung für Interessierte an und Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene in Form von Ferienspaß-Aktionen und Vorträgen zu Landwirtschaft und Umweltschutz. Zwei Projekte sollen in diesem Frühjahr realisiert werden.

Bei der Aktion „Hilgermissen blüht auf“ werden auf gemeindeeigenen Flächen am Radweg im Bereich Wührden und am Hilgermisser Kolk bienengerechte Wildblumenwiesen angelegt. Es handelt sich um ein registriertes Projekt, zu dem es weitere Infos auf www.bluehende-landschaft.de gibt. Bürger die sich beteiligen und selbst eine Wildblumenwiese anlegen möchten, bekommen beim Naturschutzverein eine Samenmischung für ein- und zweijährige Wildblumen mit langer Blühzeit. Sie kostet Dank einer 50-prozentigen Bezuschussung durch die Gemeinde nur 17 bis 20 Euro pro Kilogramm (und für einen Quadratmeter benötigt man nur ein Gramm).

Die Gemeinde übernimmt auch die Materialkosten für die zweite geplante Aktion: den Bau von Eisvogelnistkästen am Hilgermisser Kolk. Das Projekt soll bis Ende März mit Unterstützung des Nabu umgesetzt werden, und es werden noch Helfer gesucht.

Naturschutz in der Dorferneuerung

Vereinsmitglied Silke Meyer, die auch im Arbeitskreis Hilgermisser Dorferneuerung aktiv ist, berichtete, dass sich viele Bürger Naturschutzmaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung wünschen. So sollen in den nächsten zwei bis fünf Jahren die „alten Weserarme“ als Verbindungsgewässer ökologisch aufbereitet und Ruheräume sowie Ausbreitungsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Konkret geht es um die Kolke in Hilgermissen, Wienbergen und Magelsen sowie den Alveser See, die Spartenau und die Emte.

Kein Mangel an künftigen Aktionen

Ein weiteres Thema war der Bau von Schleiereulenkästen, der demnächst erfolgen soll. Wer mitmachen möchte, kann sich ebenfalls beim Verein anmelden. Unterstützung sagte Ehler Harms aus Schweringen zu. Er ist Schleiereulen-Beauftragter des Nabu und sprach bei der Versammlung den Mitgliedern seinen Respekt für die Vereinsgründung aus. Zudem lobte Ehlers Harm das Interesse am Umweltschutz in der dörflichen Gemeinschaft.

Mit dem Bau von Nistkästen, eventuell solchen für Fledermäuse, will sich der Naturschutzverein Weseraue am Ferienspaß-Programm in Hilgermissen beteiligen. Eine weitere Aktion könnte die Erforschung von Wasserproben aus dem Poggenbrink in Wechold sein oder das Bestimmen von Bäumen.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es einen offenen Gedankenaustausch über mögliche zukünftige Projekte, bei dem die Teilnehmer so einige Ideen vortrugen, wie zum Beispiel den Bau eines Krötenzauns in Hingste oder das Aufhängen von Kästen für Mauersegler am Wecholder Kirchturm (seit dieser neu verfugt wurde, sind die Tiere dort verschwunden). Auch Kästen für die in Wechold heimischen und bundesweit gefährdeten Steinkäuze wurden angeregt.

An seltenen Tierarten, denen man helfen kann, mangelt es in der Region nicht. So hält sich im Bereich Wührden ein Rotmilan auf. Der Vereinsvorsitzende Arne Röhrs dämpfte jedoch die Erwartungen: „Es gibt viele Vorschläge. Aber wir wollen klein anfangen und können nicht alles auf einem Mal wuppen.“

Kontakt

Anmeldungen für die Projekte und Rückfragen dazu können per Mail an info@naturschutzverein-weseraue.de erfolgen.

Demnächst will der Verein alle zwei Monate einen Newsletter per E-Mail verschicken und im Internet über seine Aktionen informieren: www.naturschutzverein-weseraue.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Beängstigender Hagel-Sturm: In Istanbul ging fast nichts mehr 

Meistgelesene Artikel

Löschen mit den Waldbrandexperten

Löschen mit den Waldbrandexperten

Feuerwehrleute aus dem Landkreis unterstützen Hochwasser-Helfer

Feuerwehrleute aus dem Landkreis unterstützen Hochwasser-Helfer

Nienburger Einsatzkräfte in Alfeld atmen auf

Nienburger Einsatzkräfte in Alfeld atmen auf

Kommentare