Nach tödlichem Unfall rückt Eystruper Verkehrssituation erneut in Blickpunkt

Gefahrenstelle Überführung: Warten auf Gutachten

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Stopp-Schilder auf beiden Seiten der Fahrbahn sowie Hinweisschilder („Stopp in 100 Metern“) ermahnen die Verkehrsteilnehmer auf dem Schwarzen Weg eindrücklich, an der Haltelinie tatsächlich anzuhalten.

Eystrup - Von Michael Wendt. Der tödliche Unfall eines 17-Jährigen am vergangenen Freitag rückt die Kreuzung auf der Eystruper Bahnüberführung erneut in den Brennpunkt. Der Gemeinderat hat bereits Anfang des Jahres ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das möglicherweise noch vor der Sommerpause vorgestellt wird. Derweil kursieren mehrere Vorschläge, wie die Kreuzung zu entschärfen ist. So hatte ein Bürger die Idee, die Einfahrt vom Schwarzen Weg aus auf die Landesstraße zu verbieten, sodass Verkehrsteilnehmer den Weg über den Kreisel nehmen müssten.

„Kurzfristig gibt es Gespräche mit dem Straßenbauamt, ob eine schnelle Lösung gefunden werden kann“, sagte gestern Eystrups stellvertretende Gemeindedirektorin Astrid Schwecke auf Nachfrage. Mittelfristig wartet die Gemeinde jedoch auf das Verkehrsgutachten.

„Das Bremer Ingenieursbüro Grontmij entwickelt derzeit Entwürfe“, sagte gestern Bauamtsleiter Rolf Walnsch. „Sie sind aber noch nicht Thema im Rat, weil wir sie vorher der Öffentlichkeit vorstellen wollen.“ Ob dies noch vor der Sommerpause gelingt, sei fraglich.

Jahrzehntelang hatten die Eystruper um eine Straßenüberführung gekämpft, sie waren das Warten an den Schranken in der Bahnhofsstraße leid. Doch nachdem die Brücke 2011 eröffnet worden war, ist es dort immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Verkehrsteilnehmern gekommen. „Im Betrachtungszeitraum 2011 bis 2013 wurden fünf Unfälle mit Personenschaden festgestellt“, teilt Bernd Ritz von der Polizei auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Die Folge: Die Kreuzung L200/Schwarzer Weg wurde formal zu einem Unfallschwerpunkt erklärt. Um die Situation am Einmündungsbereich des Schwarzen Wegs zu entschärfen, ersetzte der Landkreis 2014 auf Drängen der Gemeinde die Vorfahrt-Gewähren- durch Stopp-Schilder. Weil Verkehrsteilnehmer jedoch von der Haltelinie aus kaum Einblick in die Landesstraße hatten, wurde die Haltelinie später vorverlegt (siehe Foto).

„Nach Umsetzen der Maßnahmen wurden bis zum letzten Freitag keine weiteren Unfälle registriert“, sagt Bernd Ritz, der bei der Polizeiinspektion Nienburg für den Sachbereich Verkehr zuständig ist.

Dennoch blieben der Kreuzungsbereich und die Überführung insgesamt im Gespräch. Für Radfahrer und Fußgänger sind die engen, von Leitplanken flankierten Auffahrten des Schwarzen Wegs anstrengend und nicht selten gefährlich. Das hat auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) bereits öffentlich kritisiert.

Eine mögliche Lösung könnte ein Fuß- und Radweg direkt entlang der Bahnschienen unter der Überführung sein. Für wie sinnvoll die Planungsexperten diesen halten, werden sie in ihrem Gutachten darstellen.

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