MVZ Diako Rotenburg gGmbH in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Nach aus für Frauenarzt-Praxis in Hoya nun Insolvenz-Antrag der Betreiberin

Dass die Frauenarzt-Praxis im Hoyaer Ärztehaus schließt, war bereits vor dem Insolvenzantrag der Betreiberin klar. - Foto: Michael Wendt

Hoya/Rotenburg - Die bisherigen Patienten von Frauenarzt Dr. Hamid Kamara können nach der Schließung der Hoyaer Praxis zum Medizinischen Versorgungszentrum in Verden wechseln – so hieß es Anfang März von Seiten der Praxisbetreiberin, der Hoya Praxis, der MVZ Diako Rotenburg gGmbH. Doch möglicherweise gibt es bald auch in Verden kein Gesundheitszentrum mehr, denn am 24. März hat die Betreiberin einen Insolvenzantrag gestellt. Darüber informierte heute die Muttergesellschaft, das Agaplesion Diakonie-Klinikum Rotenburg, in einer Pressemitteilung.

Betroffen seien etwa 40 Mitarbeiter. „Der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, Jan Ockelmann, wird ab sofort die Geschäfte führen. Zielsetzung ist, die Gesellschaft zu sanieren, so dass eine wirtschaftliche Weiterführung möglich ist“, heißt es darin.

Schwierigkeiten wegen Ärztemangel

Außer in Hoya betreibt die GmbH in Sittensen, Zeven und Verden Medizinische Versorgungszentren (MVZ). In Hoya gehört dazu die Frauenarzt-Praxis von Dr. Hamid Kamara, deren Schließung zum 31. Mai seit einigen Wochen beschlossene Sache ist.

Der Ärztemangel soll ursächlich für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein, die nun zum Insolvenzantrag des Unternehmens geführt haben. „Vorausgegangen waren diesem Schritt umfangreiche Bemühungen, die MVZ personell und wirtschaftlich tragfähig zu betreiben. Eine Weiterführung war unter den gegebenen Voraussetzungen jedoch in bisheriger Form nicht möglich“, steht in der Mitteilung.

Durch den Ärztemangel hätten über längere Zeiträume die freien Arztstellen in den Praxen nicht besetzt werden können. Für das MVZ in Hoya hatte die Betreiberin nach eigenen Worten lange erfolglos einen Chirurgen gesucht.

Bislang seien die MVZ-Defizite von der Muttergesellschaft aufgefangen worden. „Die wirtschaftliche Situation lässt Krankenhäusern keinen Spielraum, so dass unser Klinikum die Subventionierung des MVZ-Geschäftes nicht länger leisten kann“, zitiert die Pressemitteilung Rainer W. Werther, Geschäftsführer der MVZ und des Klinikums. Und weiter: „Im Vordergrund steht jetzt, eine langfristig tragfähige Lösung für das MVZ an den Standorten Zeven und Verden zu schaffen – dafür bestehen durch die langjährig fachärztlichen Besetzungen gute Voraussetzungen.“

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