Musizieren, scherzen, Instrumente putzen: Die Zuhörer in Bücken mochten alles

„Wildes Holz“ macht‘s richtig

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Nicht immer bedienten die drei Musiker ihre Instrumente auf so klassische Weise wie auf dem Foto

Von Julia Kreykenbohm. Wenn ein ganzer Garten mitklatscht, -pfeift, -wippt und -schnippst – dann hat man als Musiker wohl alles richtig gemacht. So erging es dem Trio „Wildes Holz“, das am Sonntag während des 13. Gartenkultur-Musikfestivals im Garten der Bücker Kleinkunstdiele auftrat. Rund zwei Stunden begeisterten Tobias Reisige (Blockflöten), Anto Karaula (akustische Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass) die zahlreichen Gäste jeden Alters mit ihrer Musik, Tanzeinlagen und einer humorvollen Bühnendarbietung.

„Wie gut, dass das Wetter mitspielt“, sagte Peter Klein von der Kleinkunstdiele. „Denn drinnen hätten wir gar nicht alle Besucher unterbringen können.“ Aber auch die Atmosphäre des Konzerts war draußen eine ganz besondere, was vor allem bei den langsamen Melodien deutlich wurde, wenn das sanfte Rauschen des Windes in den Bäumen und das Zwitschern der Vögel zu hören waren und der Sonnenschein durch die Blätter blinkte.

Doch auch schnelle Songs wie „Born this way“ von Lady Gaga, Kult-Lieder wie „Stayin alive“ von den Bee Gees, Kracher wie „Paradise City“ von Guns N’ Roses sowie Eigenkompositionen und klassische Musik hatten ihren Platz im Programm. Die Musiker, die bereits zum vierten Mal in Bücken spielten, interpretierten die Stück gekonnt neu.

Bei Beginn jedes Lieds ging das große Raten bei den Gästen los, um welches es sich diesmal handeln mochte. Irgendwoher kannte man das doch? Das kam einem so bekannt vor! Aber spätestens beim Refrain fiel meist der Groschen und leises Gelächter erklang.

Reisige, Karaula und Conrads zeigten bei jedem Lied, dass sie ihre Instrumente perfekt beherrschen. Da wurde nicht immer nur stur auf ihnen gespielt, sondern auch mal auf dem Klangkörper der Gitarre getrommelt, zwei Flöten auf einmal geblasen oder der Kontrabass rhythmisch gerieben, um ein scharrendes Geräusch zu erzeugen, das sich harmonisch in den Song einfügt. „So kommt man beim Bassputzen auf eine Melodie“, scherzte Reisige.

In den kurzen Pausen zwischen den Liedern streuten die Musiker noch einige kleine Anekdoten aus ihrem Künstleralltag ein und brachten ihr Publikum zum Lachen: „Ich habe mal an einer Grundschule die Blockflöte vorgestellt“, berichtete Reisige. „Als ich ein kurzes Stück vorspielte und wissen wollte, wie das hieße, meldete sich ein Junge und sagte: ,Mozart 40‘. Er hatte die Melodie unter dem Namen als Handyklingelton heruntergeladen. Das Fatale war: Das Lied ist von Bach.“

Am Ende des Auftritts verlangte das Publikum begeistert noch eine Zugabe und verabschiedete die drei Künstler schließlich mit donnerndem Applaus.

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