Erdreich-Tausch an der „Scharfen Ecke“ hat begonnen

Monsterbohrer im Einsatz

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Der Monsterbohrer, oder genauer ausgedrückt, das Großlochbohrgerät in Aktion.

Hoya - An der „Scharfen Ecke“ in Hoya bohrt ein Bohrer riesige Löcher in den Boden, die gleich danach wieder gefüllt werden. Klingt ein bisschen wie beim Zahnarzt, hat aber ganz andere Dimensionen. Denn hier geht es nicht um Karies, sondern um die Beseitigung von Schadstoffen im Erdboden.

Der Spezialbohrer mit einem Durchmesser von anderthalb Metern von der Firma Strabag beseitigt das, was Jahre vorher eine Reinigungsfirma hinterlassen hat.

Zwei Ausschreibungen nötig, bis Preisvorstellung der Stadt erreicht war

An der Kreuzung Lange Straße/Von-Staffhorst-Straße stand früher einmal eine Textil-Reinigung. Ihr altes Grundstück hat die Stadt gekauft und das darauf stehende Gasthaus abreißen lassen. Bevor dort etwas Neues gebaut wird, muss das Erdreich ausgetauscht werden. Denn die damalige Reinigungsfirma hinterließ Schadstoffe im Boden.

Das Erdreich sollte ursprünglich schon 2016 gereinigt werden. Doch beim Ergebnis der ersten Ausschreibung wurde klar: Die Preise waren überhöht. So zumindest bezeichnete der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch die Situation im September im Stadtrat. Es folgte eine erneute Ausschreibung. Dieses mal mit Erfolg: Strabag bekam den Zuschlag. Genauer gesagt die Bremer Niederlassung der österreichischen Firma.

Aktivkohle-Filter schützt Umwelt vor Schadstoffen

Und so arbeitet der Bohrer, der seit dieser Woche im Einsatz ist: Das Spezialfahrzeug, ein Großlochbohrgerät mit einem 26 Meter hohen Ausleger, holt mit einem Bohrer Boden aus der Erde. Insgesamt sind 121 Bohrungen geplant, die bis zu acht Meter tief ins Erdreich gehen. Alle Bohrungen sind so angeordnet, dass sie sich ein wenig überlappen. So wird die gesamte von Schadstoffen belastete Fläche lückenlos abgedeckt. Die Bohrpunkte wurden zuvor mit einem sogenannten Tachymeter vermessen, um millimetergenau bohren zu können.

Die beim Bohren entstehenden Löcher werden sofort mittels zweier großer Aktivkohle-Filter belüftet, sodass keine Schadstoffe in die Luft gelangen. Über einen besonderen Trichter füllen die Arbeiter anschließend das Bohrloch mit sauberer Erde.

Der Einsatz eines Großlochbohrgeräts zur Altlastensanierung ist laut Aussage des verantwortlichen Poliers in Niedersachsen ein Pilotprojekt. Das Besondere dabei ist, dass zum Erdaushub gebohrt wird. Bisher wurde eine Form verwendet, die in den Boden „eingerüttelt“ wurde.

Erde wird in Schleswig-Holstein gereinigt

Zurück auf die Baustelle in Hoya: Die verschmutzte Erde kommt in spezielle Container. Diese sind nicht nur mit einem verschließbaren Deckel, sondern auch mit Dichtungen versehen. Sie werden zu einer Spezialfirma in Schleswig-Holstein transportiert, wo die Erde letztendlich von Schadstoffen gereinigt wird. Mit diesen Reinigungsarbeiten hat die Stadt als Auftraggeber nichts zu tun, betont Rolf Walnsch. Das liege alles in der Hand der Firma Strabag.

Die Bauarbeiten erfolgen in drei Abschnitten, die jeweils etwa zwei Wochen dauern: die Errichtung der Baustelle, der eigentliche Bodentausch und der Rückbau. Auch nächste Woche wird der Bohrer noch arbeiten. „Danach müsste der Bodentausch als solcher abgeschlossen sein“, sagt Rolf Walnsch.

Noch unklar, was auf dem Grundstück geschieht

Dann beginnt Abschnitt drei, der Rückbau. Derzeit wird das Nachbargrundstück, das selbst nicht von der Sanierung betroffen ist, unter anderem zum Abstellen der Container genutzt. Dazu wurde das Grundstück, eine Grünfläche, mit Schotter befestigt und Bauzäune aufgestellt. All dies werde entfernt, sodass „der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird“, sagt Walnsch.

Und was passiert dann auf dem Grundstück „Scharfe Ecke“? „Wir haben noch keine Nutzung festgelegt“, sagt Walnsch und betont die gute, zentrale Lage. „Man wird gucken müssen, was dort hinkommt“, lässt er Spekulationen freien Raum.

vik/as

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