„Fliegende Hände“ weihen neuen Flügel ein

Mitreißendes Konzert in der Kleinkunstdiele in Bücken mit „Jorge Luis Pacheco & Friends“

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Jorge Luis Pacheco begeisterte die Zuhörer mit seinem virtuosen Klavierspiel. 

Bücken. Mit einem grandiosen Klavierkonzert wurde am Samstag der jetzt neu angeschaffte Stutzflügel in der Kleinkunstdiele (KKD) in Bücken eingeweiht. Dazu hatte Veranstalter Peter Klein einmal mehr den kubanischen Jazzpianisten Jorge Luis Pacheco eingeladen, der gemeinsam mit dem Bassisten Helmut Reuter und dem Schlagzeuger Thomas Hempel, die das rhythmische Fundament lieferten, das neue Instrument vorstellte und dessen Möglichkeiten und Grenzen auslotete.

Jorge Luis Pacheco aus Havanna gilt als einer der führenden jungen Pianisten der neuen Jazzgeneration auf Kuba. Der virtuose Pianist, Komponist, Arrangeur, Perkussionist und Sänger konzertiert weltweit und ist bereits in namhaften Jazzclubs wie etwa Dizzy’s Jazz at Lincoln Center in New York, im Apollo Theater oder auf Festivals – wie dem Blue Note Jazzfestival in New York – aufgetreten. Im Jahr 2014 befand er sich unter den Preisträgern des renommierten Montreux Jazz Festivals. Aber auch in Bücken hat der von Konzertkritikern wegen seiner „flying hands“ (deutsch: fliegende Hände) gerühmte Musiker in der Vergangenheit bereits einige Male eindrucksvolle Proben seines beachtlichen Könnens abgeliefert.

Peter Klein machte in seiner Begrüßungsansprache deutlich, dass es auf Dauer nur dann möglich sei, Künstler vom Range Pachecos zu engagieren, wenn diesen auch ein adäquates Instrument bereitgestellt würde. Daher habe man im vergangenen Jahr die „KKD-Klavier Kampagne“ gestartet, die mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren, unter ihnen der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Sparkasse und der Lions Club Hoya, mit dem Erwerb des Stuzflügels erfolgreich abgeschlossen wurde.

Stutzflügel sind im Übrigen die in ihren Abmessungen kürzesten Flügel und besonders für kleinere Räumlichkeiten entwickelt worden.

Das musikalische Programm bestand unter anderem aus lateinamerikanischen Klassikern („Besame mucho“), Eigenkompositionen („Mozart“) oder selbst arrangierten Stücken („Silencio“), zu denen die Musiker kurze einleitende Erläuterungen lieferten. Immer wieder durchflossen in atemberaubendem Tempo und mit unbändiger Spielfreude vorgetragene Klangkasskaden den Raum, um dann von verhaltenen und leisen Passagen abgelöst zu werden.

Kleine humoristische Einlagen Pachecos trugen zudem zur Auflockerung dieses energiegeladenen und mitreißenden Konzerts bei, dessen offizieller Teil nach mehr als zwei Stunden mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ aus dem vierten Satz seiner neunten Symphonie endete.

Die etwa 80 Gäste, die das letzte Stück stimmungsvoll mitgesummt hatten, feierten die drei Musiker dann auch geradezu begeistert mit langem Applaus und erklatschten sich zwei weitere Zugaben, in denen sich das Trio noch einmal verausgabte.

Man kann Peter Klein und seiner sich immer mehr zu einem kulturellen „Kleinod“ entwickelnden KKD zu der jetzt mit breiter Unterstützung getätigten Investition nur gratulieren und gleichzeitig hoffen, dass es auch weiterhin gelingen wird, solch faszinierende und sympathische Musiker wie „Jorge Luis Pacheco & Friends“ zu verpflichten. In seinen Schlussworten machte der Veranstalter deutlich, dass es dem Trio, das nach seinen Worten „über den Horizont hinaussieht“, in besonderer Weise gelungen sei, selbst einfachste Melodien mit unfassbarer Musikalität zu füllen.

Die nach dem Konzert befragten Besucher äußerten sich unisono überwältigt und tief beeindruckt, das Attribut „grandios“ war an diesem Abend besonders häufig zu hören. Aber auch die Musiker, die im Anschluss noch ihre neues Album verkauften, zeigten sich angetan von der geradezu enthusiastischen Stimmung, die auch sie mitgetragen hätte. Dieser denkwürdige Konzertabend hat neue Akzente gesetzt und wird sicherlich auch für das KKD ein Meilenstein seiner Historie darstellen.

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