Bürgerinitiative unterstützt Arbeitskreis „Brot und Salz“

Flüchtlingsarbeit: Misserfolge sind völlig normal

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Frank Lehmeier (links), Vorsitzender der Bürgerstiftung Nienburg , übergibt (von links) Renate Paul vom Arbeitskreis „Brot und Salz“, Rathausmitarbeiterin Mareen Witthöft und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer 60 verpackte Bücher, die die Paten in der Samtgemeinde in der Flüchtlingsarbeit unterstützen sollen.

Hoya - Von Vivian Krause. Statt Blumen übergab Frank Lehmeier, Vorsitzender der Bürgerstiftung Nienburg, Renate Paul vom Arbeitskreis „Brot und Salz“ Donnerstag im Hoyaer Rathaus 60 Bücher, auf dessen Cover Blumen abgebildet sind. Sie tragen den Titel „Deine Hilfe macht Mut. Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit“. Paul reicht sie an die Flüchtlingspaten der Samtgemeinde weiter.

Ermöglicht hat diese Spende das Projekt „Bürgerstiftungen stiften Patenschaften“. Es ist Teil des Programms „Menschen stärken Menschen“, das vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen wurde. Das Ministerium ist auf den Bundesverband Deutscher Stiftungen mit Sitz in Berlin zugekommen, dieser wiederum ist an die örtlichen Bürgerinitiativen herangetreten. Durch das Projekt erhält auch die Bürgerinitiative Nienburg Geld, das in das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe fließt. Im gesamten Landkreis werden die Patenschaften in diesem Jahr mit etwa 30.000 Euro unterstützt. „Wir fördern Projekte, nicht einzelne Patenschaften“, sagt Lehmeier. Diese liegen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya in den Händen des Arbeitskreises „Brot und Salz“.

Insgesamt 6000 Euro kann der Arbeitskreis 2017 in Projekte investieren. Für rund ein Drittel des Geldes unternahmen Flüchtlinge und Deutsche bereits gemeinsam einen Ausflug nach Langeoog. Für die Finanzierung der Musikfreizeit hatte Renate Paul sich an Lehmeier gewandt. „Das ging auf dem kurzen Arbeitsweg“, sagt sie. „Wir müssen das nicht jedes Mal im Vorstand klären“, fügt Lehmeier an. Das Geld steht der Bürgerinitiative zur Verfügung und ist speziell für ebendiese Projekte vorgesehen. Andernfalls könne eine Entscheidung mehrere Wochen dauern.

Landkreisweit rund 150 Patenschaften

Damit die Unterstützung so unkompliziert verläuft, hatten die Paten und die von ihnen betreuten Neubürger jeweils ein Formular ausgefüllt. Dieses bestätigt die Patenschaft. „In der Samtgemeinde sind das zum Großteil Familien, aber auch Einzelpersonen, um die sich der Pate kümmert“, sagt Paul. Mittlerweile gebe es 61 Patenschaften, „erst diese Woche ist ein neuer Pate dazugekommen“, sagt Paul lächelnd. Landkreisweit sind es rund 150.

Die Bürgerinitiative Nienburg fördert Honorare und Sachkosten, beispielsweise für Schwimmkurse, Nähmaschinen und Fahrräder. „Wir finanzieren keinen Wohnraum. Das ist die Aufgabe der Gemeinde“, sagt Lehmeier. Und die habe rund 60 Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt, sagt Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. Er lobt die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Integration ist ein Mammutprojekt. Das kann die Verwaltung alleine gar nicht leisten.“

„Das Buch trägt dazu bei, dass die Paten wissen, dass auch Misserfolge völlig normal sind.“ Die Autoren Lilo Almstadt und Heinz Meyer schildern mehrere Alltagssituationen, mit denen ein Pate konfrontiert wird. Die beiden engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe.

Frank Lehmeier ist zuversichtlich, dass das Projekt „Bürgerstiftungen stiften Patenschaften“ um ein Jahr verlängert wird. „Die Begleitung der Paten hört noch lange nicht auf“, sagt Renate Paul. „Das ist ein langwieriger Prozess.“

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