Frühjahrsputz in Hoya

Melanie und Christin Wicke sammeln beim Spazierengehen in Hoya Müll

Zwei Frauen in Winterkleidung sammeln Müll an einem Spazierweg.
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Auch im Unterholz unterwegs: Christin und Melanie Wicke (von links) räumen die Wege rund um den Ziegeleisee in Hoya auf. Die Zangen zum Müllsammeln hat ihnen die Stadt zur Verfügung gestellt.

Hoya – Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Spazierstöcke. Doch die brauchen Melanie Wicke und ihre Tochter Christin auf ihrer Wanderung rund um den Ziegeleisee in Hoya sicher nicht. Sie haben sich am Sonnabend mit Müllzangen auf den Weg gemacht, Pfade und Böschungen ein wenig sauberer zu machen.

„Das ist ja eigentlich eine nette Sache“, sagt Melanie Wicke. „Wenn jeder im Ort etwas aufsammelt, ist es weniger dreckig.“ Das leuchtet ein. Kein Wunder also, dass der Frühjahrsputz eine gewisse Tradition hat.

In den vergangenen Jahren ist Familie Wicke mit dem ganzen Viertel losgezogen – so wie viele Bürger in anderen Teilen Hoyas auch. Startpunkt für die Helfer war der Centralplatz. Von dort aus schwärmten sie aus und trafen sich nach getaner Arbeit im Feuerwehrhaus. Dort gab es eine Stärkung, und die Sammler erzählten sich von ihren spektakulärsten Funden.

In den vergangenen Jahren gab es allerdings auch keine Corona-Pandemie. Weil Zusammenkünfte aufgrund des Infektionsschutzes derzeit nicht möglich sind, hat Bürgermeisterin Anne Wasner die Müllsammelaktion dezentral organisiert. Bis Ostern sind die Bürger aufgerufen, ihren Beitrag für ein sauberes Hoya zu leisten. Die Stadt hat dafür 30 Müllzangen angeschafft. Die Helfer können sie in der Samtgemeindebücherei an der Langen Straße in Hoya oder gegenüber beim Schreibwarengeschäft Brüggemann ausleihen – und nach getaner Arbeit auch wieder dorthin zurückbringen. Die Nachfrage war groß. Am Freitagnachmittag waren nach Angaben von Heike Brüggemann bereits alle Zangen in ihrem Laden vergriffen. Als Wasner das hörte, holte sie gleich Nachschub aus der Bücherei.

Die Zangen verteilt die Stadt nach Angaben der Bürgermeisterin aus gutem Grund: Die überall herumfliegenden Masken sollen die Sammler nicht mit bloßen Händen und auch nicht mit Arbeitshandschuhen anfassen. Trotzdem habe es einige Helfer gegeben, die nur einen Müllsack haben wollten und keine Zange, sagt Wasner. Sie seien darum gebeten worden, Einweghandschuhe zu tragen und diese am Ende der Putzaktion mit dem Müll zu entsorgen. Sicher ist sicher.

Der letzte große Frühjahrsputz ist schon eine Weile her. „Wir organisieren das alle ein, zwei Jahre, je nach Bedarf“, sagt Wasner. Einmal hätten sie „einen riesigen Reifen“ gefunden, sagt Christin Wicke. Es sei gar nicht so einfach gewesen, den zu bewegen. Ihre Mutter meint: „Da kommt schon immer was zusammen.“ Auch alte Paletten hätten sie schon am Ziegeleisee gefunden. Und natürlich der übliche Dreck, den Menschen achtlos wegschmeißen: Zigaretten, Taschentücher, Verpackungen aller Art. „Das einzige Highlight sind die Pfandflaschen“, sagt Melanie Wicke. Christin kann sich damit ihr Taschengeld aufbessern.

Bleiben die Sammler am Ziegeleisee eigentlich immer auf den Wegen? Nein. „Wir sind auch im Unterholz zugange“, sagt Melanie Wicke. „Also eher ich“, präzisiert Christin. Fundstück des Wochenendes ist eindeutig ein Fahrradkorb, den die Wickes gleich dazu nutzen, den Müll zu trennen. Ein weiterer ungewöhnlicher Fund: Kopfhörer. Ob ein Spaziergänger sie absichtlich weggeworfen oder verloren hat, lässt sich nicht mehr klären. Sie landen mit dem anderen Müll im großen blauen Sack. Der Bauhof übernimmt die Entsorgung.

Um eine Sorte Dreck hat die Familie einen Bogen gemacht: Hundekot. „Da helfen auch die hier nicht“, sagt Melanie Wicke und klappert mit der Zange.

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