Sozialausschuss empfiehlt Krippenvergrößerung und Erweiterungsbau

Mehr Platz und Plätze in Wecholder und Hasseler Kitas

Wechold/Hassel - Von Horst Friedrichs. Bislang gab es den Plan, das „Gänseblümchen am Weserbogen“ zu schrumpfen: Von 46 auf 36 sollte in der Wecholder Kindertagesstätte die Zahl der angebotenen Betreuungsplätze für über dreijährige Kinder dieses Jahr reduziert werden. Doch es gab viel mehr Neuanmeldungen als erwartet.

Zu Beginn des neuen Kindergartenjahrs am 1. August bleibt es bei den bisherigen 46 Plätzen. Und nicht nur das. Statt der ursprünglich vorgesehenen 10 soll es nun 15 Krippenplätze geben. Das empfahl der Sozialausschuss der Samtgemeinde in seiner jüngsten Sitzung in Wechold. Die Mitglieder stimmten außerdem für einen Erweiterungsbau an der Hasseler Kindertagesstätte (Kita) „Spatzennest“.

Die Gesamtkosten dafür werden mit 128 .000 Euro veranschlagt. Der Betreiber der Kita, der Kindertagesstättenverband des Kirchenkreises Syke-Hoya, soll von der Samtgemeinde einen Zuschuss in Höhe von 45.000 Euro erhalten. Nach dem Beschlussvorschlag des Sozialausschusses würde das Geld im Haushalt 2017 eingeplant. Der Samtgemeinderat muss noch zustimmen.

Das „Spatzennest“ soll um einen Küchen- und Essbereich sowie um einen Mitarbeiterraum erweitert werden. Weil die Baumaßnahme möglicherweise noch in diesem Jahr verwirklicht wird, ist der Kita-Verband Syke-Hoya bereit, die eingeplanten Zuschüsse (siehe unten) vorzufinanzieren.

Im Hasseler „Spatzennest“ werden insgesamt 50 Kinder ab drei Jahren betreut. Den Wünschen der Eltern entsprechend, wurde die Aufenthaltsdauer der Mädchen und Jungen verlängert: Neben einer Ganztagsgruppe von 8 bis 17 Uhr gibt es eine Hortgruppe für Schulkinder von 13 bis 17 Uhr. Für diese Gruppen wird ein Mittagessen angeboten, das täglich mehr als 20 Kinder in Anspruch nehmen.

„Frühstück und Mittagessen werden in den Gruppenräumen eingenommen“, erklärte Britta Grohs, Fachbereichsleiterin bei der Samtgemeindeverwaltung, während der Ausschusssitzung. „Das führt zu Mehraufwand und ist auch nicht mehr zeitgemäß.“

Platzmangel im „Spatzennest“

Acht Fachkräfte, zeitweise unterstützt durch eine FSJ-Kraft oder Praktikanten, arbeiten aktuell in der Kindertagesstätte „Spatzennest“. Im vorhandenen Mitarbeiterraum mit seinen 16 Quadratmetern finden sie nicht alle gleichzeitig Platz. Überdies wird der Raum gleichzeitig als Materialraum, Bücherei und Garderobe genutzt.

Zur Verbesserung der räumlichen Situation, berichtete Britta Grohs, solle ein kleinerer Gebäudeteil abgerissen und dafür ein 72-Quadratmeter-Anbau errichtet werden. Dieser biete Platz für den Mitarbeiterraum und den Essbereich mit Küche.

Laut Finanzierungsplan zahlt der Kita-Verband 20 000 Euro der Baukosten, das Diakonische Werk 10 000 Euro. 30 000 Euro werden aus der Baukostenrücklage des Kita-Verbands gedeckt und 25 600 Euro vom Landkreis Nienburg. Die ungedeckten Kosten von 42 400 Euro sollen durch den auf 45 000 Euro gerundeten Zuschuss der Samtgemeinde ausgeglichen werden.

14 Krippenkinder im „Gänseblümchen“

Den Grund für den unerwarteten Kinder-Boom in Wechold, der auch im Rest der Samtgemeinde zu verzeichnen ist (wir berichteten), erläuterte Britta Grohs so: „Es sind mehrere Familien in der Gemeinde Hilgermissen zugezogen, unter ihnen auch einige Flüchtlingsfamilien.“ Für das neue Kindergartenjahr wurden beim „Gänseblümchen“ bereits 45 Kinder über drei Jahre angemeldet. Die Kita befindet sich in der Trägerschaft einer Elterninitiative.

Wegen der sehr guten Auslastung aller Kindergärten in der Samtgemeinde kann die Zahl der Plätze in Wechold nicht wie ursprünglich vorgesehen reduziert werden. Deshalb ist es laut Britta Grohs angeraten, die bisherigen 46 Plätze auch weiterhin vorzuhalten. Die Samtgemeinde müsste dann weiterhin die entsprechenden Betriebskostenzuschüsse zahlen.

Für die Krippengruppe im Wecholder „Gänseblümchen“ liegen bereits 14 Anmeldungen vor. Sie war erst vergangenes Jahr mit 10 Plätzen neu eingerichtet worden. Weil auch die Krippen in der Samtgemeinde sehr gut ausgelastet sind, können Eltern nicht auf andere Einrichtungen verwiesen werden, erläuterte Grohs. „Die Aufstockung der Krippengruppe in Wechold ist daher eine gute Möglichkeit, zusätzliche Krippenplätze ohne besonderen Aufwand zu schaffen und gleichzeitig den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz und auch den Elternwillen auf eine wohnortnahe Betreuung zu erfüllen“, sagte sie.

Mit der Ausweitung der Krippenplätze und der Beibehaltung der Regelplätze im Kindergartenjahr 2016/2017 ist für die Samtgemeinde eine Mehrausgabe in Höhe von 25 000 Euro verbunden, die im Haushaltsplan noch nicht veranschlagt wurde. Britta Grohs: „Eventuell ließe sich ein Teil der Mehrausgaben innerhalb des Produkts ,Kindertagesstätten in fremder Trägerschaft‘ ausgleichen. Falls nicht, muss in der zweiten Jahreshälfte über eine überplanmäßige Ausgabe entschieden werden.“

Das Angebot im Wecholder „Gänseblümchen“ im Überblick:

Regelgruppe 1 (18 Plätze) 8 bis 12 Uhr

Regelgruppe 2 (18 Plätze) 8 bis 13 Uhr

Kleingruppe (10 Plätze) 8 bis 13 Uhr

Krippengruppe (15 Plätze) 8 bis 14 Uhr

Schulkindgruppe (20 Plätze)

12.45 bis 14 Uhr, im Anschluss an den Unterricht in der benachbarten Grundschule

Rubriklistenbild: © dpa

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