Märchenhafte Samtpfoten

Schweringer züchten niedliche Britisch Kurzhaarkatzen

Der „O-Wurf“von Grimms Bärchen (von links): Ozzy von Grimms Bärchen, Otis von Grimms Bärchen und O’Malley von Grimms Bärchen.

Schweringen - Wenn man auf Namen wie „Golden Lord Leonidas von Grimms Bärchen“ oder „Uns’ Prinzessin von Grimms Bärchen“ trifft, mag es dem einen oder anderen vielleicht verwundern, dass man von diesen Adeligen noch nie etwas gehört hat. Das liegt jedoch vermutlich daran, dass es sich um Namen von Rassekatzen handelt, deren adelig anmutende Zusammensetzung sich einfach erklären lässt. Wann wäre das passender als am internationalen Katzentag?

Thorsten Grimm und Tanja David aus Schweringen züchten seit mehr als zwölf Jahren Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar (BKH), sind ehrenamtliche Katzenzuchtrichter und führen Genetikseminare für interessierte Züchter und Liebhaber der Rasse durch.

Angefangen habe es, wie bei den meisten Züchtern, mit dem Wunsch, dass sie von der eigenen Rassekatze Nachwuchs großziehen wollten. „Da der Nachweis der Reinrassigkeit unabdingbar mit einem Stammbaum verbunden ist und solche Stammbäume durch Katzenzuchtvereine ausgestellt werden, war eine Vereinszugehörigkeit für uns Voraussetzung, um auch wirklich den Nachwuchs als Rassekatze bezeichnen zu können“, erklären die Schweringer. Damit die Identität der geborenen Katzen eindeutig ist, beantrage jeder Züchter vor Beginn der Zucht einen sogenannten Zwingernamen, den die Katzen als Nachnamen bekommen.

Golden Hero von Grimms Bärchen, er zog nach seinem Einsatz in der Zucht nach Marklohe zu einem seiner Söhne.

„In vielen Zuchtvereinen ist das Voranstellen der Farbe und des Adelstitels erlaubt. Die teilweise recht seltsamen Vornamen resultieren daraus, dass man als Züchter oft angehalten ist, einer bestimmten Reihenfolge bei der Namensgebung zu folgen. So haben alle unsere Kitten aus dem ersten Wurf in der Zucht Vornamen bekommen, die mit A beginnen, die Namen der Kitten des zweiten Wurfs, unabhängig davon, welche Katze gebärt, beginnen dann mit den Buchstaben B“, erklären Thorsten Grimm und Tanja David. 

Verspielte Namen für Britisch-Kurzhaarkatzen

Damit sie nicht immer dieselben verwenden zu müssen, denken die beiden Züchter sich teilweise extravagante Namen aus. „Uns’agbar, Sir’Vivor, Very sMily und Quolege sind nur einige solcher ausgefallenen Namen“, sagen die beiden mit einem Schmunzeln.

Kaum ein Nachname habe einen höheren Erinnerungswert als Grimms Bärchen, da lediglich ein einziger Buchstabe geändert wurde. Der Bezug zu Grimms Märchen bleibe nicht aus, meinen Grimm und David.

„Ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Katzen ist uns das Wichtigste“, sind sich Thorsten Grimm und Tanja David einig. „Das beginnt mit den jährlichen speziellen Untersuchungen, um genetische Bedenklichkeiten auszuschließen, geht weiter mit einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung des eigenen samtpfötigen Nachwuchses bis hin zur Auswahl des zukünftigen neuen Dosenöffners der kleinen Grimms Bärchen. 

Züchter aus Leidenschaft

„Auch wenn die finanziellen Herausforderungen enorm sind, so kann es einen Züchter, der mit Herz, Liebe und Leidenschaft an die Sache herangeht, nicht abschrecken.“, meint Thorsten Grimm, „viele Menschen geben sich der Illusion hin, man würde sich durch eine seriöse Zucht durchaus finanziell bereichern können. In der Geschichte der Grimms Bärchen gab es das bisher noch nie“, sagt er.

„Jedes Hobby kostet Geld“ weiß Thorsten Grimm zu berichten, „wir haben mit unserem lediglich den kleinen Vorteil, dass mit der gelegentlichen Abgabe des Nachwuchses ein Bruchteil des Investierten wieder in die Haushaltskasse der Zucht fließt.“

Die Britisch Kurzhaarkatze ist laut den Schweringer Katzenzüchtern eine der beliebtesten Rassekatzen weltweit. Ein ausgeglichener Charakter zeichne sie aus. „In der Regel baut eine BKH eine innige herzliche Bindung zu ihrem menschlichen Umfeld auf“, so Thorsten Grimm. Die Bezeichnung „Bärchen“ verdanke sie ihrem süßen Aussehen, das nicht selten einem kleinen Teddybärchen ähnele.

Niedliche Katzen aus Schweringen

Weitere Erscheinungsmerkmale der BKH seien ein runder Kopf mit ausgeprägten Wangen, eine breite kurze gerade Nase mit einem leichten Schwung, der das Gesicht stupsnäsig wirken lasse sowie kleine Ohren, die weit auseinanderliegen und abgerundete Ohrenspitzen hätten. „Große offene runde Augen verstärkten den Niedlichkeitsfaktor“, sagt Thorsten Grimm, „und kurze Beine und ein recht kurzer Schwanz runden das Gesamtbild einer kompakten BKH ab“. Das Fell wirke oft aufgrund der dichten Unterwolle plüschig weich und erwecken den Eindruck eines Kuscheltiers. „Man sollte aber nie vergessen, dass eine BKH, so plüschig sie auch aussieht, eine Katze bleibt, die gelegentlich auch einmal ihre Ruhe haben und nicht als Spielzeug angesehen werden möchte“, erklären Thorsten und Tanja David weiter.

Lotta lebt noch bei Tanja David und Thorsten Grimm. J Fotos: Thorsten Grimm

Die Rasse der Britisch Kurzhaarkatze habe in der Katzenwelt die wohl größte Farbvielfalt, da so gut wie alle Farben und Konstellationen anerkannt seien. „Die Grimms Bärchen haben sich spezialisiert auf die goldenen Farbschläge, für einen Laien vergleichbar mit der Farbe eines Pumas. Ein warmer aprikosefarbener Grundton, der in den Fellspitzen schwarz, schokoladenfarbig oder zimtfarbig ist“, erklären die Züchter.

Die Grimms Bärchen seien mittlerweile über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Allerdings würden weltweite Umzugspläne daran scheitern, dass ein Grimms Bärchen niemals in einem Frachtraum eines Flugzeugs transportiert würde. Bisher seien deshalb die Katzen nur innerhalb Europas vermittelt worden.

Es gäbe so manche Momente, in denen viel Organisation gefragt sei, um Hobby und Beruf vereinbaren zu können. Glücklicherweise sei das bisher fast immer gelungen, „Bis auf die längst fällige Aktualisierung der Internetpräsenz“, geben Grimms zu, die sich zumindest schon die Domain www.grimmsbaerchen.de gesichert haben. 

Hilfe für Tiere in Not

Dank der sozialen Medien sei darüber hinaus die Unterstützung tierhelfender Organisationen ohne viel Aufwand möglich. „Sofern wir Tieren in Not helfen können, tun wir das auch. Es ist uns egal, ob es sich um Katzen, Hunde, Kaninchen oder sonstige Tiere handelt“, sagt Tanja David, die mit Tierschützern in Kontakt ist, um Unterstützungsaktionen abzusprechen. „Keiner kann alleine die Tierwelt retten, aber wenn nur einem Bruchteil davon geholfen werden kann, dann wäre die Welt schon ein klein wenig verbessert“, sagen sie. 

reg

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